Michael Hesemann, Historiker und Autor
Offizielle Homepage

Aktuelles


12. Dezember 2018: Franziskus empfängt Hesemann


Zehn Jahre recherchierte er in den geheimen Archiven des Vatikans, dann veröffentlichte er seine Erkenntnisse über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte als Buch. „Der Papst und der Holocaust“ (448 S., EUR 28,--, Langen Müller Verlag), das 44. Buch des Neusser Historikers und Bestsellerautors Michael Hesemann (54), schildert detailreich und bewegend, wie Papst Pius XII. (1939-1958) von dem Massenmord der Nazis an den Juden erfuhr und unermüdlich versuchte, um jeden Preis Menschenleben zu retten. „Für zehntausende Juden besorgte der Vatikan Visa und ließ sie auf eigene Kosten nach Übersee schiffen“, erklärt Hesemann, „zudem wurden Tausende in Klöstern und sogar im Vatikanstaat versteckt. Doch die meisten Juden rettete der Papst durch diplomatische Interventionen bei Hitlers Vasallenstaaten. Mal gelang es ihm, Deportationen in die Konzentrationslager zu verhindern, in anderen Fällen erreichte er zumindest immer wieder Aufschübe. Rund 960.000 Juden verdanken dem Taktieren Pius XII. ihr Leben.“

In der Fachwelt wie in Kirchenkreisen sorgten Hesemanns Erkenntnisse für Aufsehen. Als er 2010 nachwies, dass der Pacelli-Papst schon zwei Monate nach der Pogromnacht im November 1938 um 200.000 Visa für deutsche Juden warb, wurde sogar eine Schautafel in der israelischen Holocaust-Gedenkstätte von Yad Vashem bei Jerusalem ausgetauscht. „Der Inhalt Ihres Buches ist so wichtig, dass es eine weite Verbreitung verdient“, schrieb ihm kürzlich Kardinal Kurt Koch, der Beauftragte des Papstes für den Dialog mit dem Judentum, „Ich hoffe sehr, dass es Ihrem Buch gelingen wird, das Bild von Papst Pius XII. sowohl bei den Juden als auch bei Christen maßgeblich zu verändern.“

Am Mittwoch, dem 12. Dezember wurde Hesemann auf Einladung des Kurien-Erzbischofs Dr. Georg Gänswein von Papst Franziskus empfangen. Im Rahmen der wöchentlichen Generalaudienz überreichte er ihm ein Exemplar seines Buches und einen Brief. „Das ist sehr interessant. Ich danke Ihnen“, erklärte ihm der Pontifex, „bitte beten Sie für mich.“

Zweieinhalb Monate zuvor war Hesemann im portugiesischen Fatima von Dom Duarte Pio, Herzog von Braganca, mit dem „Großen Verdienstkreuz“ des portugiesischen Königshauses ausgezeichnet und zum Ritter geschlagen worden. Der portugiesische Thronanwärter Dom Duarte, zugleich Oberhaupt des portugiesischen Königshauses, hat eine ganz besondere Beziehung zu Pius XII., der 1945 sein Taufpate war. Umso herzlicher gratulierte er Hesemann zu seinen Forschungen. Im nächsten Herbst wird er mit dem Neusser Historiker eine Konferenz veranstalten, auf der internationale Experten seine Erkenntnisse diskutieren werden.
 

7. Dezember 2018: Der FAZ-Skandal: Vom Intelligenzblatt zur "Lügenpresse"


Es war einmal, in der Zeit der alten Bundesrepublik, da galt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", kurz FAZ, als deutsche Qualitätszeitung schlechthin. "Dahinter steckt immer ein kluger Kopf", warb sie, und bemühte sich redlich, diesem Anspruch gerecht zu werden. Das war, als man Persönlichkeiten wie den Hitlerbiografen Joachim C. Fest oder, in jüngerer Zeit, den brillanten Frank Schirrmacher mit der FAZ assoziierte, als ein Florian Illies das Feuilleton leitete oder ein Marcel Reich-Ranicki als Kritiker brillierte. Sic transit gloria mundi! Spätestens seit der Hatz des Kardinal-Lehmann-Biografen Daniel Deckers auf den theologisch brillanten und menschlich integren Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst weiß man, dass die FAZ in der Merkel-Ära vor allem eines sein will: staatstragend. Und daher kirchenkritisch und allenfalls deutsch-katholisch. Mit der Wahrheit nimmt man es dabei offensichtlich längst nicht mehr so genau.

So, als die FAZ in ihrer Ausgabe vom 7. Dezember 2018 Michael Hesemanns Neuerscheinung "Der Papst und der Holocaust" rezensierte. Genauer gesagt: Rezensieren ließ, durch Jörg Ernesti, Professor für Kirchengeschichte an der Universität Augsburg, der sich schon 2017 bei der Rezension von Mark Rieblings "Die Spione des Papstes" in der FAZ als Kritiker, ja Gegner Pius XII. zu erkennen gab. Nun ist Kritik immer wichtig, sie sollte sich allerdings an den Tatsachen orientieren. Mit seiner Rezension des Hesemann-Buches aber hat Ernesti bewiesen, dass er entweder sein Rezensionsexemplar nicht sorgfältig gelesen hat oder seine Scheuklappen ihn daran hinderten, seinen Inhalt wahrzunehmen. Anders ist nicht zu erklären, dass er bereits in der Überschrift log: "Das eine Wort kam ihm nicht über die Lippen" und später frech behauptet: "Hesemann kann das Skandalon nicht aus der Welt schaffen, dass dem Papst während des gesamten Weltkriegs das Wort Juden nicht über die Lippen kam..."
Im Gegenteil, Herr Professor! Auf S. 184 ff. schildert Hesemann eine Audienz am 28.11.1941, bei der Pius XII. gleich mehrfach einem jungen Juden zurief: "Sei stolz darauf, dass Du ein Jude bist". Auf S. 219 zitiert er die bis dato unbeachtete Radioansprache des Papstes vom 1.8.1941, in deren Verlauf er erklärte: „Derzeit ereignet sich ein großer Skandal, und dieser Skandal ist die Behandlung, die die Juden erleiden: Daher möchte ich, dass sich eine freie Stimme, die Stimme eines Priesters, zum Protest erhebt. In Deutschland werden die Juden ermordet und auf brutale Weise misshandelt, weil sie Opfer sind, beraubt jeder Verteidigung. Wie kann ein Christ solche Taten hinnehmen?“ Zwar unterstellt Ernesti Hesemann darüber hinaus, sein Buch würde nichts Neues bringen, aber das hier ist neu; der Archivist des vatikanischen Staatssekretariats, Dr. Johan Ickx, hat diesen Archivfund erst am 16.-17. Februar 2017 in Rom auf einer Fachkonferenz der Öffentlichkeit präsentiert. Er übersandte Hesemann die Druckfahnen des Tagungsbandes, der erst im Herbst 2018 erschien. Damit erweist sich aber die zentrale Behauptung des Rezensenten als Unwahrheit. Dass er nicht einmal in der Lage ist, den Umfang des Buches (448 Seiten, statt, wie in der FAZ behauptet, 320 Seiten) korrekt anzugeben, disqualifiziert Ernesti als ernstzunehmenden Rezensenten.

Natürlich reagierte Hesemann sofort, indem er am selben Tag einen Leserbrief an die FAZ schrieb: 

"Sehr geehrte Damen und Herren,
Der Verfasser dieser Rezension hat offenbar mein Buch nicht gelesen, anders ist diese nicht gerade ernstzunehmende Ansammlung von Fehlinformationen nicht zu erklären.
Das fängt mit dem Umfang des Buches an - 320 Seiten laut FAZ, 448 Seiten in Wirklichkeit - und endet mit der Behauptung, Pius XII. habe das Wort "Jude" während des Krieges nicht in den Mund genommen. Dabei beschreibe ich doch auf S. 184 ff. eine Audienz am 28.11.1941, bei der Pius XII. gleich mehrfach einem jungen Juden zurief: "Sei stolz darauf, dass Du ein Jude bist". Auf S. 219 zitiere ich schließlich die bis dato unbeachtete Radioansprache des Papstes vom 1.8.1941: "In Deutschland werden die Juden ermordet und auf brutale Weise misshandelt..." In beiden Fällen war es eben kein "belangloses Pauluszitat", sondern, zumindest im zweiten Fall, eben jene Verurteilung des Holocaust, die man bislang immer abgestritten hat.
Ernesti übersieht weiter, dass mein Buch buchstäblich hunderte Akten aus den Vatikanarchiven aus dem Pontifkat Pius XII. zitiert, die mittlerweile zugänglich sind. Die Entdeckung, dass Pacelli bereits 1939 von den Regierungen der freien Welt Visa für 200.000 deutsche Juden erbat, ignoriert Ernesti ebenso wie die 40 dokumentierten diplomatischen Interventionen des Heiligen Stuhls mit dem Ziel, Deportationen von Juden meist aus den Vasallenstaaten Hitlers zu stoppen. Wo, bittesehr, sind diese bereits dargestellt worden? Dokumente aus alliierten Archiven werden von mir sehr wohl rezipiert und zitiert, wenn auch der Schwerpunkt des Buches, wie sein Untertitel verrät, "Pius XII. und die geheimen Akten im Vatikan" sein sollte. Warum soll ich einen Ventresca kolportieren, wenn mir tausende Seiten zumindest in Deutschland bislang unveröffentlichten Materials zur Verfügung stehen?
Wenn Ernesti pauschal von "den Pius-Päpsten" und ihrer angeblich negativen Einstellung zu den Juden schreibt, differenziert er erschreckend wenig. Sie mag für Pius IX. und Pius X. gelten, doch schon Pius XI. kämpfte gegen die Rassengesetze Mussolinis und erklärte öffentlich: "Spirituell sind wir alle Semiten". Pacelli wurde schon 1930 von diversen zionistischen Quellen "Sympathie für die Sache des Zionismus" und eine "Bereitschaft, sich für jüdische Belange einzusetzen" bescheinigt, weshalb seine Wahl zum Papst 1939 von jüdischer Seite einhellig begrüßt wurde. Die zahlreichen jüdischen Dankesbekundungen aus der Zeit nach 1945 belegen, dass man von ihm keineswegs enttäuscht worden war. Erst die KGB-Kampagne von 1962/3, aus der "Der Stellvertreter" hervorging, verdunkelte dieses Bild, leider bis auf den heutigen Tag."

Die FAZ weigerte sich, den Brief abzudrucken. Stattdessen schrieb Feuilleton-Vizechef Hannes Hintermeier am 19.12.2018 an Hesemann:

"Sehr geehrter Herr Dr. Hesemann,
 
ich habe aufgrund Ihres Leserbriefes unseren Rezensenten Prof.Dr.Dr. Jörg Ernesti um eine Stellungnahme
zu den in Ihrem Schreiben erhobenen Vorwürfen gebeten.
Diese liegt mir mittlerweile vor, und ich habe keinen Anlass, an Herrn Ernestis Darstellung zu zweifeln:
Herr Ernesti rezensiert  seit einigen Jahren für uns, durch Unsachlichkeit ist er bislang nicht aufgefallen –
ganz im Gegenteil.
Da wir direkte Reaktionen von Autoren auf Besprechungen nicht abdrucken, schlage ich vor,
Sie setzen sich direkt mit dem Rezensenten auseinander. Herr Ernesti hat seine Gesprächsbereitschaft
Bereits signalisiert. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Schritt  zur Klärung beitragen wird."

Hesemann erwiderte umgehend:

"Sehr geehrter Herr Hintermeier,
es geht mir nicht um die augenscheinliche Unsachlichkeit seiner Rezension, sondern um Unwahrheiten, die Ihr Prof. Dr.Dr. Ernesti in dieser behauptet. Ganz offensichtlich hat er das Buch nur sehr oberflächlich gelesen, wenn er es denn je vollständig gelesen hat. Wenn ihm ein Fehldruck vorlag, hätte ihm das zumindest auffallen müssen.
Die Anzahl der Seiten eines Buches kann man bekanntlich der Nummerierung der letzten Seite entnehmen. Ich versichere Ihnen, dass bei dem mir vorliegenden Exemplar alle Seiten korrekt paginiert wurden. Auch ein Tippfehler ist auszuschließen und daher ist mir schlichtweg rätselhaft, wie er von 320 Seiten schreiben kann, wo es nun mal 448 sind. Selbst wenn er den Apparat, also die 984 Endnoten nicht mitzählt, hätte das Buch 404 Seiten reine Textseiten.
Die Behauptung, Pius XII. sei das Wort "Jude" während des Krieges nicht über den Mund gekommen, die sogar als Schlagzeile benutzt wurde, ist nachweisbar falsch und wird durch das Buch widerlegt. Der Zweite Weltkrieg dauerte bekanntlich von 1939 bis 1945. Auf S. 184 ff. schildere ich eine öffentliche Audienz Pius XII. am 28.11.1941, in deren Verlauf der Papst gleich zweimal einem jungen Juden zurief: "Sei stolz darauf, dass Du ein Jude bist." (Zitat: S. 190) Sicher mag Ernesti das für irrelevant halten, da es doch nur einen Einzelnen betraf, obwohl schon dieser Tatbestand seine Behauptung, "dass dem Papst während des gesamten Weltkriegs das Wort Jude nicht über die Lippen kam" widerlegt. Aber wenn er weiter gelesen hätte, wäre ihm nicht entgangen, dass auch ein öffentlicher Protest stattgefunden hat, im Rahmen einer Radioansprache auf Radio Vatikan, also der größtmöglichen Öffentlichkeit, die Pius XII. in der damaligen Zeit kreieren konnte, am 1. August 1941, als er erklärte: „Derzeit ereignet sich ein großer Skandal, und dieser Skandal ist die Behandlung, die die Juden erleiden: Daher möchte ich, dass sich eine freie Stimme, die Stimme eines Priesters, zum Protest erhebt. In Deutschland werden die Juden ermordet und auf brutale Weise misshandelt, weil sie Opfer sind, beraubt jeder Verteidigung. Wie kann ein Christ solche Taten hinnehmen?“ Das Zitat hätte Ernesti auf S. 219 gefunden. Zwar unterstellt er mir, mein Buch würde nichts Neues bringen, aber das hier ist neu; der Archivist des vatikanischen Staatssekretariats, Dr. Johan Ickx, hat diesen Archivfund erst am 16.-17. Februar 2017 in Rom auf einer Fachkonferenz der Öffentlichkeit präsentiert. Mir übersandte er die Druckfahnen des Tagungsbandes, der erst vor ein paar Wochen erschien. Damit erweist sich aber die Titelzeile seiner Rezension, "Das eine Wort kam ihm nicht über die Lippen", als Unwahrheit.
Mit der gleichen Gründlichkeit, mit der Ernesti mein Buch offenbar (nicht) gelesen hat, mag er nachweisen, welche der 350 von mir zitierten (und zum Teil auch vollständig wiedergegebenen) Dokumente aus den vatikanischen Archiven, um die es in meinem Buch ging, bereits in anderen Sachbüchern deutscher oder englischer Sprache zitiert wurden. Da er das nicht kann, ist auch diese Behauptung seinerseits unwahr."

Um zumindest dem Weltkriegspapst Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und der antiklerikalen Lügenflut Einhalt zu gebieten, machte Hesemann daraufhin von seinem nach § 10 des Hessischen Pressegesetzes garantierten Recht auf eine Gegendarstellung gebrauch:

"Gegendarstellungsverlangen
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
die von Ihnen verlegte Tageszeitung „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) enthält in der Ausgabe vom 07.12.2018 im Feuilleton auf S. 12 unter der Überschrift „Das eine Wort kam ihm nicht über die Lippen“ eine Rezension über mein Buch „Der Papst und der Holocaust“.
 
In dieser Rezension werden u.a. folgende Äußerungen verbreitet:
 
1.         „Das eine Wort kam ihm nicht über die Lippen“
 
„Hesemann kann das Skandalon nicht aus der Welt schaffen, dass dem Papst während des gesamten Weltkriegs das Wort Juden nicht über die Lippen kam (sieht man von einem belanglosen Pauluszitat ab).“
 
Dies ist falsch: In dem Buch weise ich nach, dass Pius XII. 1941 bei mindestens zwei Gelegenheiten von „Juden“ sprach und deutlich gegen ihre Ermordung und Misshandlung durch die Nazis protestierte.
 
2.         „Für die Zeit des Krieges kann der Autor nur wenige Quellen anführen, die nicht schon andernorts in der Fachliteratur zitiert werden.“
 
Auch das ist falsch: Wahr ist vielmehr, dass die meisten der von mir angeführten 330 Quellen bislang noch nicht in der Fachliteratur zitiert wurden.
 
3.         Langen Müller Verlag, Stuttgart 2018. 320 S. geb., 28,-
 
Zudem wird auch der Umfang meines Buches falsch angegeben: Das Buch hat 448 Seiten.
 
Düsseldorf, 20. Dezember 2018
Dr. h.c. Michael Hesemann"

Wird die FAZ reagieren? Warten wir es ab. Wenn nicht, wird Hesemann rechtliche Schritte ergreifen.
 

25. November 2018: Hesemann-Tournee erfolgreich beendet


Acht Vorträge in sieben Städten Nordrhein-Westfalens, Bayerns, Tirols und Oberösterreich mit insgesamt 1100 Besuchern sind die stolze Bilanz der diesjährigen November-Tournee des Düsseldorfer Historikers und Bestseller-Autoren Michael Hesemann. Die Lesereise nahm ihren Anfang am 7. November mit einer Buchpräsentation in München Schwabing. Moderiert von dem bekannten TV-Moderator und Autor Michael Ragg stellte Hesemann vor etwa 200 Gästen sein neues Werk "Der Papst und der Holocaust" vor. Ein umfangreicher Bericht über das Ereignis erschien in der Münchner Kirchenzeitung vom 15.11.2018. Die anderen Vorträge Hesemanns in Overath, Asten, Grein, Zell am Ziller, St. Johann und Neumarkt behandelten die Themen "Eucharistische Wunder", "Die Dunkelmänner", "Das Turiner Grabtuch", "Das Fatima-Jahrhundert" und "Die christlichen Wurzeln Europas".


24. November 2018: Hesemann präsentiert Fatima-Film

Für den neuen Geschäftsführer des päpstlichen Hilfswerks KIRCHE IN NOT Deutschland, Florian Ripka, war es am 24. November 2018 eine große Freude, 350 Freunde und Wohltäter des Hilfswerks im „Rio-Filmpalast“ in München zur Präsentation des Filmes „Fatima - das letzte Geheimnis" begrüßen zu können. Ripka sieht in den Christenverfolgungen dieser Zeit und in der abnehmenden Glaubenspraxis in der westlichen Welt ein Anzeichen dafür, dass der Ruf Unserer Lieben Frau von Fatima nach Gebet, Umkehr und Sühne für die Beleidigungen gegenüber Gott aktuell ist. In seiner Begrüßung wies er auch darauf hin, dass die Pater-Werenfried-van-Straaten-Stiftung die deutsche Synchronisation des Films unterstützt hat.

Auf Einladung von KIRCHE IN NOT führte der Historiker Dr. h. c. Michael Hesemann vor dem Film in die Botschaft von Fatima ein. Er erinnerte an Papst Pius XII., der in den Erscheinungen von Fatima im Jahr 1917 den eindrucksvollsten Eingriff Gottes in die Geschichte seit der Zeit des Herrn sah. Hesemann legte dar, warum Ort und Zeitpunkt der Erscheinungen „perfekt gewählt waren und die Handschrift der göttlichen Vorsehung tragen“. Den drei Seherkindern von Fatima, Lucia, Francisco und Jacinta, habe die Gottesmutter nichts weniger als den Schlüssel anvertraut, um die Geschichte der Menschheit zu verändern. „Dieser Schlüssel aber besteht aus drei Elementen: Gebet, Sühne, Weihe“, betonte Hesemann.Gegen Ende seines Vortrags ordnete der Historiker die Marienerscheinungen von 1917 heilsgeschichtlich ein: „Fatima widerlegt die größte Lüge unserer Zeit, die Einbildung, dass Gott nicht existiere.“

Diese verleite die Menschen dazu, Gottes Gesetze zu ignorieren und zu leben, als ob es weder Gut noch Böse, weder richtig noch falsch gäbe, so Hesemann. Der Film zeigt die weltgeschichtlichen Auswirkungen der Ereignisse im Jahr 1917, als im kleinen portugiesischen Dorf Fatima die Gottesmutter Maria drei Hirtenkindern erschien. Dass die Erscheinungen in Fatima aber nicht nur weltgeschichtlich, sondern auch eine individuelle Bedeutung haben, zeigt die Rahmenhandlung des Films von Regisseur Andrés Garrigó. (KiN)


Hesemann mit dem Archivar und Bibliothekar Seiner Heiligkeit, des Papstes, Erzbischof Calaca de Mendonca

29. Oktober 2018: Hesemann im Vatikan


In seiner Funktion als deutscher Repräsentant der internationalen "Pave the Way Foundation" nahm
Hesemann an diversen Besprechungen des Stiftungsvorstandes im Vatikan teil. Dazu zählten ein ausgiebiges Gespräch mit dem "Außenminister des Vatikans", Erzbischof Paul Gallagher, und eine Besprechung mit dem neuen Bibliothekar und Archivar Seiner Heiligkeit und Verwalter der Vatikanbibliothek "(Biblioteca Apostolica Vaticana), dem portugiesischen Erzbischof José Tolentino Calaca de Mendonca. Die Stiftung, der die BAV ihren wertvollsten Schatz, den Bodmer-Papyrus (eine Handschrift der Evangelien nach Lukas und Johannes aus dem späten 2. Jh.) verdankt, betonte ihren Wunsch nach einer Fortsetzung der guten Zusammenarbeit. Erst im September waren PTWF-Gründer Gary und Meredith Krupp in New York von Erzbischof Gallagher im Auftrag von Papst Franziskus in den Rang eines Großkreuz-Ritters und einer Großkreuz-Dame des St. Gregorius-Ordens erhoben worden. 

18. Oktober 2018: "Michael Hesemann: Pius XII. hatte Mord an Hitler abgesegnet"

Der bekannte katholische Historiker Michael Hesemann („Der Papst und der Holocaust“) berichtet im Interview mit der katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“ von seinen neuen Forschungseinblicken zu Papst Pius XII.

Hesemann sagt: „Wir können jetzt nachweisen, dass er nicht nur in drei öffentlichen Ansprachen gegen die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden protestierte, sondern dass er auch in mindestens 40 diplomatischen Interventionen immer wieder versuchte, Deportationen zu verhindern oder zumindest aufzuschieben. Diese richteten sich zumeist an Hitlers Vasallenstaaten und waren teilweise sogar erfolgreich. So verzichteten Bulgarien und Rumänien ganz auf eine Auslieferung der Juden an die Nazis, in Ungarn ließ der Staatschef die Deportationen einstellen. Insgesamt verdanken mindestens 960000 Juden diesen Bemühungen ihr Leben!“

Retten, nicht reden

„Die öffentlichen Proteste“, so Hesemann weiter, „endeten erst im September 1943, als die Deutschen Italien besetzten und der Vatikan umzingelt war. Pius XII. wusste, dass Hitler den Befehl erteilt hatte, den Vatikan zu stürmen und ihn nach Deutschland zu verschleppen, sollte er noch einmal gegen die Verfolgung der Juden protestieren. Sein eigenes Leben war ihm egal, er hatte seine Rücktrittserklärung vorbereitet. Aber ohne einen funktionierenden Vatikan hätte er den Juden nicht mehr helfen können. Damals versteckte er im Vatikan und in über 200 römischen Klöstern um die 4500 Juden. Die Deutschen duldeten das stillschweigend, solange der Papst nach außen hin Schweigen bewahrte. So wurde 'Retten, nicht reden' zu seinem Motto. Stilles, effizientes Handeln statt lauter Proteste, die nur zur Eskalation und zu Vergeltungsaktionen der Nazis geführt hätten.“

Pius-Pakt mit Hitler? Fakenews!

Dass Pius einen Pakt mit Hitler gegen den Kommunismus geschlossen habe, wie oft kolportiert wird, bezeichnet Hesemann als Fakenews. Schon im Oktober 1939 habe Papst Pius XII. „eingewilligt, mit dem deutschen Widerstand zusammenzuarbeiten und später die Pläne, Hitler zu ermorden, abgesegnet. Leider scheiterten sie. Aber bitte, wann hat es das zuletzt gegeben, dass ein Papst an einer Verschwörung zum Sturz eines Staatsoberhauptes beteiligt war – zuletzt in der Renaissance! Das zeigt doch überdeutlich, für wie gefährlich er Hitler hielt, dass er sogar einen Tyrannenmord in Kauf nahm.“



Vor 500 Teilnehmern sprach Hesemann in der Salzburger Residenz auf einem Ärztekongress über die Papst-Enzyklika "Humanae vitae"

13. Oktober 2018: Paul VI. in Salzburg


Vom 12.-14. Oktober tagte in der Salzburger Residenz der Jubiläumskongress 250 Jahre Humanae Vitae" der Europäischen Ärzteaktion e.V. in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Salzburg, der Europäischen Bürgerinitiative zum Schutz des Lebens, der Vereinigung katholischer Ärzte der Schweiz und diverser anderer Mediziner- und Lebensschützerverbände. Zu den hochkarätigen Referenten zählten der Salzburger Erzbischof und Primas Germaniae, Msgr. Franz Lackner, der mutige Churer Bischof Vitus Huonder, der legendäre Weihbischof Andreas Laun, Gabriele Kuby und Michael Hesemann. Hesemann stellte den Autor der Enzyklika, Paul VI. in einem biografischen Referat umfangreich dar und verteidigte die Entscheidung von Papst Franziskus, den Montini-Papst einen Tag später in Rom heilig zu sprechen. Hesemann über Paul VI.: "Jedenfalls stand er für Kontinuität, nicht für einen Bruch in der Kirchengeschichte. Er war nur so lange populär, wie er tat, was die Welt erstaunte – als er ihr den Gehorsam versagte, kreuzigte sie ihn. Vielleicht war er zu intellektuell, um herzlich zu wirken und zu schöngeistig, um als Intellektueller zu gelten, zu konservativ in Glaubensfragen, um als Mann der Moderne durchzugehen und zu verliebt in die Begegnung mit dem Zeitgeist und seiner Ästhetik, um das Etikett „Konservativer“ zu tragen. Er saß zwischen allen Stühlen und trotzdem fest auf dem Heiligen Stuhl. So muss er als der große Missverstandene gelten."

3. Oktober 2018: "Der Papst und der Holocaust": Hesemann veröffentlicht Studie über Pius XII.


Pünktlich zum 60. Todestag von Papst Pius XII. (1939-1958) veröffentlichte Michael Hesemann am 3. Oktober 2018 im Verlag Langen Müller sein 44. Buch, "Der Papst und der Holocaust". Darin weist Hesemann erstmals anhand von 350 zum Teil bislang nie in einem Sachbuch veröffentlichten Dokumenten aus den Archiven des Vatikans nach, dass Pius XII. tatsächlich alles Menschenmögliche versuchte, um Juden vor dem Holocaust zu retten.
* Bereits 1939, nur zwei Monate nach der "Kristallnacht", bemühte er sich um Visa für alle 200.000 deutschen Juden - und scheiterte an der mangelnden Kooperationsbereitschaft der Regierungen.
* Als er von den ersten Massenmorden der Nazis erfuhr, 1941, protestierte er feurig: "In Deutschland werden die Juden ermordet ... das ist ein Skandal!" Erst als der Protest der holländischen Bischöfe zu Vergeltungsmaßnahmen gegen Konvertiten und katholische Einrichtungen führten, wurde er vorsichtiger, als er 1942 und 1943 erneut öffentlich die Verbrechen der Nazis anprangerte.
* Gleichzeitig bemühte er sich in über 40 diplomatischen Interventionen im Deutschen Reich wie in Hitlers Vasallenstaaten Vichy-Frankreich, Italien, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Rumänien und Bulgarien die Deportationen der Juden entweder ganz zu verhindern oder zumindest aufzuschieben.
* Während des gesamten Krieges kollaborierte der Papst mit dem deutschen Widerstand und segnete seine Umsturzpläne ab.
* Als die Nazis 1943/44 Rom besetzten, versteckte er tausende Juden in römischen Klöstern und im Vatikan.

Einige Stimmen zu Hesemanns Buch:

TAGESPOST, Rezension durch den Vatikanexperten Ulrich Nersinger, 28.11.2018:
"Der Autor präsentiert dem Leser eine verständlich und spannend verfasste Publikation, die eine große Sachkenntnis aufzeigt, eine enorme in den Archiven geleistete Fleißarbeit bezeugt und sich als nützlicher Beitrag zum Seligsprechungsverfahren erweist."

Kardinal Kurt Koch: "Mit Pater Gumpel hoffe auch ich, dass bald auch eine englische Ausgabe vorliegen wird. Denn der Inhalt Ihres Buches ist so wichtig, dass er eine weite Verbreitung verdient. Ich hoffe sehr, dass es Ihrem Buch gelingen wird, das Bild von Papst Pius XII. sowohl bei Juden als auch bei Christen maßgeblich zu verändern."

Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst: "Das Buch ist in jeder Hinsicht aufgrund ihrer so profunden Recherchen und Studien ein großer Gewinn und trägt hoffentlich auch wesentlich dazu bei, das von Ideologen bewusst beschädigte Bild dieses großen Papstes im rechten Licht erscheinen zu lassen.
Die Weise, wie Sie Quellen auftun und einarbeiten und auch die vielen abgelichteten Dokumente, die Sie aufgetan haben, zeigen die Präzision ihrer Arbeit. Durch die Lektüre Ihres Buches habe ich so vieles dazugelernt."


SKH Dom Duarte Pio, Herzog von Braganca mit S.E. Dom Manuel Antonio Mendes dos Santos, Bischof von Sao Tomé e Principe verliehen Hesemann die Ritterwürde und zeichneten ihn mit dem Verdienstorden des portugiesischen Königshauses aus.

28. September 2018: Hesemann von Portugals Thronanwärter zum Ritter geschlagen


Große Ehrung für Hesemann in Portugal. In Anerkennung seiner Verdienste um die Erforschung und Verehrung christlicher Reliquien, seines Einsatzes für die Botschaft von Fatima speziell im Fatima-Jubiläumsjahr 2017 und seiner Forschungen über Papst Pius XII. haben S.K.H. Dom Duarte III. Pio, Herzog von Braganca und S.E. Dom Manuel Antonio Mendes dos Santos, Bischof von Sao Tomé e Principe, in Anwesenheit S.M., des Königs von Ruanda, Yuhi VI. und S.K.H., des Prinzen von Hawaii, Noa de Guair, sowie Vertretern des Hochadels und der Ritterschaft aus ganz Europa und der Neuen Welt (darunter Herzog Diego de Vargas Machuca und Prinz Maurizio Gonzaga) den Düsseldorfer Historiker in Fatima und Santiago de Compostela zum Ritter geschlagen und mit dem Großkreuz in Gold am Bande, dem höchsten Verdienstorden des portugiesischen Königshauses, ausgezeichnet.

Dom Duarte III. (geb. 1945 in Bern) ist seit dem Tod seines Vaters Dom Duarte Nuno 1976 Chef des königlichen Hauses Braganca und Thronprätendant von Portugal. Seit die portugiesische Regierung 1952 die Verbannung der königlichen Familie aufgehoben hat, lebt er wieder in einem Gut seiner Familie in Sintra nördlich von Lissabon. Zu seiner Hochzeit 1995 reiste der gesamte europäische Hochadel an. Für seinen Einsatz für die Unabhängigkeit der ehemaligen portugiesischen Provinzen und seine Verdienste um die europäische Einigung wurde er am 29.9.2018 durch IKKH Erzherzogin Monika von Habsburg, die zweitälteste Tochter SKKH Otto von Habsburg, in Beisein von SKKH Erzherzog Josef Karl von Habsburg, mit dem internationalen Otto-von-Habsburg-Preis geehrt. Mit Hesemann verbindet Dom Duarte seine Liebe zu Papst Pius XII., der 1945 sein Taufpate war und dem er seinen zweiten Vornamen ("Pio") verdankt.

Hesemanns Ehrung fand im Rahmen der jährlichen Wallfahrt des portugiesischen St. Michaelsordens - dem Hausorden des Hauses Braganca - von Fatima nach Santiago de Compostela statt. So nahm er an der jährlichen Konferenz des Prester-John-Instituts im Domus Pacis in Fatima und an der Einweihung der Kapelle der Königlichen Lipsanothek - der Reliquiensammlung des Hauses Braganca - in der Burg Ourem oberhalb von Fatima teil. In Porto begleitete Hesemann den Herzog bei einer Kranzniederlegung zu Ehren der Gefallenen des 1. Weltkriegs, dessen Ende sich 2018 zum 100. Mal jährte. Ebenfalls in Porto war Hesemann zu der Verleihung des Otto-von-Habsburg-Preises an Dom Duarte III. eingeladen. 

Bei einem Festmahl in den Räumen der Burg Ourem fand die Verleihung des "Großkreuzes in Gold am Bande", des Verdienstordens des portugiesischen Königshauses durch den Herzog von Braganca an Hesemann statt. Zudem ehrte der Bischof von Sao Tomé e Principe, Dom Manuel Antonio Mendes dos Santos, Hesemann mit dem Großkreuz des Ordens des Heiligen Apostels Thomas (Gra-Cruz da Ordem de Sao Tomé Apostolo), seinem diözesanen Verdienstorden. 

Zum Abschluss der dreitägigen Wallfahrt, am 30. September 2018, nahm die königliche Gesellschaft an einem Pontifikalamt in der Kathedrale von Santiago de Compostela teil, das Bischof dos Santos zelebrierte. Anschließend wurden Hesemann und vier weitere verdiente Persönlichkeiten im Festsaal des "Palastes der Domherren" von Dom Duarte im Beisein von Bischof dos Santos feierlich zum Großkreuz-Ritter des Königlichen Ordens des Flügels des Heiligen Michael (Gra-Cruz Honorario da Real Ordem de Sao Miguel da Ala) geschlagen. Auf die Investitur folgte ein Festbankett im Bankettsaal des Erzbischofs von Santiago de Compostela.

Der St. Michaels-Orden ist der Hausorden des Hauses Braganca. Anlass zu seiner Gründung war der Sieg von König Alfons I. im Jahre 1147 bei Santarem über die muslimischen Mauren. Der Legende nach hatte der Erzengel Michael in das Kampfgeschehen eingegriffen, als sein geflügelter Arm mit dem Schwert am Himmel erschien. Tatsächlich war es wohl der Halleysche Komet oder ein noch beeindruckenderer Schweifstern gewesen. Jedenfalls wurde der Orden von Papst Alexander III. genehmigt und dem Abt von Alcobaca unterstellt. Die ersten Ritter, die mit ihm ausgezeichnet wurden, waren Jakobsritter (Santiago-Ritter), die auch die Leibgarde des Königs bildeten - daher die enge Bindung an Santiago de Compostela. 1630 hatten die Zisterzienser noch einmal bestätigt, dass der Orden dem Abt von Alcobaça unterstehe und dass der König von Portugal das Amt des Großmeisters bekleidet. 1848 gründete König Miguel I. von Portugal mit Erlaubnis der Päpste Gregor XVI. und Pius IX. den Orden vom Flügel des Heiligen Michael neu. 1986 bestätigten der Heilige Stuhl und die portugiesische Republik, dass Dom Duarte III. Pio, Herzog von Braganca, der direkte Nachkomme von König Miguel I. und legitime Großmeister des Ordens ist.

Gratulierten Hesemann zum Ritterschlag: SM König Yuhi VI. von Ruanda; SKH Prinz Noa DeGuair von Hawaii und Elizabeth Keka'aniauokalani Moreno von der königlichen Familie Hawaiis.



Hesemann mit S.E. Jan Piotrowski, Bischof von Kielce, Msgr. Dr. Wincenty Putlik, Direktor des Museums von Pelplin bei Gdansk und dem Bürgermeister von Miechów, Dariusz Marczewski.; Hesemann mit Com.Stanislaw Osmenda vom polnischen Kapitel der Grabesritter und Msgr. Dr. Jerzy Bielecki

15. September 2018: Bei den Grabesrittern von Miechow


Miechow ist eine kleine Stadt, ca. 40 Minuten nördlich von Krakau - und Polens "Klein-Jerusalem". Nur 64 Jahre nach der Befreiung von Jerusalem durch die Kreuzritter, 1163, gründete hier ein polnischer Fürst, Jaczka von Miechow (auch: Jaczka von Köpenick), der große Widersacher Albrechts des Bären, ein Kloster. Jaczka hatte sich 1162 auf Pilgerfahrt ins Heilige Land begeben und war dort offenbar hoch geehrt worden. Jedenfalls kehrte er im nächsten Jahr mit einer Gruppe der "Chorherren vom Heiligen Grab zu Jerusalem" nach Polen zurück, denen er das Kloster Miechow stiftete. Der Chorherrenstift wurde in den folgenden Jahrzehnten mit umfangreichem Besitz durch mehrere Klöster, Stifte und Personen ausgestattet. Es blieb das Hauptkloster des Ordens bis 1335, als es sich dem Kloster Zderaz bei Prag unterstellte. Auch nach der Reformation blieb es bestehen und wurde erst 1819 als letztes Kloster des Ordens der Chorherren vom heiligen Grab in Polen geschlossen. 
Ab 1230 war das heutige Kloster im romanischen Stil errichtet worden. In seinem Zentrum, in einer Seitenkapelle des Kreuzweges, befindet sich seit 1530 eine originalgetreue Kopie des Heiligen Grabes in der Grabeskirche zu Jerusalem, errichtet auf Erde, die eigens von Jerusalem nach Polen gebracht worden war. Zudem wurde ein Stein vom Heiligen Grab in die Westseite der Kapelle eingebaut. Als der Päpstliche Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, den Papst Pius IX. 1868 neu gründete, auch in Polen aktiv wurde, lag eine Anknüpfung an die über 800jährige Tradition von Miechow auf der Hand. So ist das Kloster heute das spirituelle und administrative Zentrum der polnischen Grabesritter. Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen zu den "Miechower Jerusalem-Tagen", deren V. zum Fest der Kreuzerhöhung, vom 14.-16. September 2018 begangen wurde.
Zum Festvortrag hatte man den deutschen Historiker Dr. h.c. Michael Hesemann, dessen Bücher auch in Polen Bestseller sind, eingeladen. Ein weiterer Ehrengast war der Vikar der Custodia Terra Santa, der Franziskanerpater 
Dr. Dobromi%u0142 Jasztal. Hesemanns einstündiger Vortrag "Auf den Spuren des Jesus von Nazareth: Die zehn bedeutendsten Entdeckungen der neutestamentlichen Archäologie im Heiligen Land" faszinierte die ca. 300 Teilnehmer des polnischen Rittertreffens und ihre Gäste. Anschließend überreichte der Organisator der "Miechower Jerusalemtage", der Bauunternehmer Stanislaw Osmenda, Hesemann die Teilnehmerurkunde und lud ihn ein, sich im Goldenen Buch des Heiligtums einzutragen. Am gemeinsamen Abendessen unter Vorsitz Seiner Exzellenz, des Bischofs von Kielce, Msgr. Jan Piotrowski, Bischof von Kielce auch die Ministerin Beata Kempa, der Bürgermeister der Stadt Miechów, Dariusz Marczewski, und Leonard Mazurowiec vom Ministerium für Bildung, Kultur und Sport teil. In seiner Tischrede lobte Hesemann die Politik der nationalkonservativen polnischen Regierung, die "begriffen habe, dass Europa nur dann stark sein kann, wenn es zu seinen christlichen Wurzeln, seiner christlichen Identität steht. Ein Baum ohne Wurzeln stirbt ab, ein Baum mit flachen Wurzeln kippt beim leisesten Sturm um. Ähnlich ist es beim Menschen. Ein Mensch, der seine Identität nicht kennt oder wahrhaben will, ist - jeder Psychologe, jeder Psychiater wird es bestätigen - psychisch krank. Doch genau in diesem Zustand sind breite Kreise des Westens: Sie wissen nicht mehr, wer sie sind. Sie haben ihre christlichen Wurzeln vergessen oder verleumden sie. Umso beruhigender, ja beglückender ist, dass Polen sie wieder entdeckt hat und treu zu ihnen steht: ein Land mit tiefen Wurzeln ist ein gesundes Land. Gott segne Ihr großes, polnisches Vaterland!" Die Jerusalem-Tage wurden am Sonntag mit einem feierlichen Pontifikalamt und einer beeindruckenden Prozession der Grabesritter durch die Stadt abgeschlossen.



22. August 2018: Mit Bischof Damian im Vatikan


Im Juni feierte sein Kloster in Brenkhausen sein 25. Gründungsjubiläum und Vertreter von Politik, Kirche und Kultur kamen, um zu gratulieren: CDU-Fraktionsvorsitzender Volker Kauder und Ex-Minister Klaus Töpfer, Erzbischof Hans-Josef Becker, Bischof Dr. Feige und Bischof Dr. Mussinghoff, Vertreter des Europarlamentes, des Bundes- und Landtages, der evangelischen und syrisch-orthodoxen Kirche. Jetzt ehrte man auch in Rom das ökumenische Engagement des koptisch-orthodoxen Generalbischofs für Norddeutschland und Abtes von Brenkhausen, Anba Damian. Am letzten Mittwoch wurde er vor 40.000 Pilgern in der Audienzhalle des Vatikans von Papst Franziskus persönlich empfangen. Michael Hesemann, den seit seinen Arbeiten an "Jesus in Ägypten" eine treue Freundschaft mit Bischof Damian verbindet, hatte die Begegnung mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche arrangiert.
„Ein junger Offizier der Schweizergarde begrüßte mich und führte mich in den vordersten Teil der Halle“, erzählt Anba Damian noch immer sichtlich bewegt. „Dort übergab er mich an einen päpstlichen Kammerherrn, der mich zu meinem Platz führte – nicht, wie ich gedacht habe, in die erste Reihe zu jenen, die den Papst am Ende kurz treffen sollten, auch nicht auf die Plätze neben ihm, die katholischen Bischöfen vorbehalten sind, sondern auf einen zentralen Sitz an vorderster Front, direkt gegenüber dem Thron des Papstes, dem absoluten Ehrenplatz also. Ich fragte mehrfach nach, ob das denn so richtig sei, doch man beruhigte mich: Man wollte mir als Vertreter einer Schwesterkirche auf besondere Weise die brüderliche Liebe des Papstes bekunden.“
Pünktlich um 9.30 Uhr morgens betrat der Papst die Audienzhalle und wurde jubelnd begrüßt. Nachdem er den Mittelgang passiert, dutzende Kinder gesegnet und geküsst hatte und tausende Selfies geschossen wurden, erblickte Franziskus den koptischen Bischof und ging direkt, mit breitem Lächeln, auf ihn zu. „Es war eine herzliche Begrüßung, als seien wir Brüder, die lange voneinander getrennt waren. Er umarmte mich, wir sprachen miteinander auf Deutsch, das er sehr gut verstand. Ich erzählte ihm von unserem Kloster und lud ihn ein, uns in Höxter zu besuchen. ‚Wir werden sehen‘, erwiderte Franziskus“ laut Anba Damian. Bis dahin aber hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche noch eine Bitte an den Bischof von der Weser: „Beten Sie für mich, ganz besonders in dieser schweren Zeit!“ Anschließend überreichte der schwarzgekleidete Bischof dem Mann in Weiß eine kostbare koptische Ikone von der Geburt Christi. „Ist die wirklich für mich?“, fragte Franziskus, offensichtlich beeindruckt von dem kostbaren Geschenk. „Die spontane Herzlichkeit und Volksnähe des Papstes waren ein echter Segen“, resümierte Anba Damian, „ich fühle, dass dieser Mann der katholischen Kirche gut tut.“
Am Nachmittag führte Hesemann den Bischof aus Höxter durch die Ausgrabungen unter dem Petersdom und zum historischen Petrusgrab. „Durch eine Öffnung in einer Mauer konnte ich die Gebeine des heiligen Petrus sehen, die man in Plexiglaskästen gelegt hat“, erzählt Bischof Damian. „Das war eine bewegende Begegnung mit dem Ursprung unserer Kirchen. Petrus hat Markus nach Alexandria geschickt, wo dieser unsere Kirche begründete. Unser koptischer Papst ist der Nachfolger des heiligen Markus. Am Vormittag hatte ich den Nachfolger Petri getroffen. Gab es ein schöneres Symbol für die tiefe Einheit unserer Kirche jenseits aller äußeren Trennung?“
Am nächsten Morgen konferierten Bischof Damian und Hesemann mit dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch: „Kardinal Koch empfing mich mit großer Herzlichkeit. Wir sprachen eine Stunde lang in großer Offenheit über die Lage der christlichen Minderheit in Ägypten. Was für ein kluger, bescheidener Mann, der im Auftrag des Papstes den Dialog mit den Kirchen führt und auch in unserer Kirche zurecht hochgeschätzt wird“, erklärte der koptische Bischof.
 

11. Juni 2018: Hesemann an der Universität Bayreuth


Hesemanns Dokumentenfunde über die Hintergründe des 1. Weltkriegs und der Novemberrevolution stießen auf das Interesse der akademischen Welt. So erhielt der Historiker eine Einladung von Prof. Dr. Hermann Hiery, Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte der Universität Bayreuth, und seinem Mitarbeiter Dr. Robert Schmidtchen, über diese Dokumentenfunde vor einem Doktorandenkolloquium zu referieren. Aufmerksam lauschten die ca. 20 Doktoranden den Ausführungen Hesemanns, bevor sie zahlreiche Fragen stellten. Ihr Fazit: Die Rolle der Freimaurerei in diesen historischen Prozessen darf nicht unterschätzt werden. Ihr Zeil war die Absetzung aller souveränen Monarchen - und ein Zurückdrängen des Einflusses der katholischen Kirche. Erst am 20. Dezember 2018 veröffentlichte Hesemann seine Erkenntnisse unter dem Titel "Die Freimaurer und der Erste Weltkrieg" in der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost":

"In diesem Monat gedachte die Welt des Kriegsendes vor hundert Jahren, nach dem erzwungenen Rücktritt des deutschen und der Verzichtserklärung des österreichischen Kaisers am 9. bzw. 11. November 1918. Dokumente, die ich unlängst im vatikanischen Geheimarchiv entdeckte, werfen ein neues Licht auf die Umwälzungen zu Ende des 1. Weltkriegs und die bislang von der Geschichtswissenschaft vernachlässigte Rolle der Freimaurerei.
 
Am 8. November 1918 schrieb der Vorsitzende der Fuldaer Bischofskonferenz, der Kölner Erzbischof Felix Kardinal von Hartmann, an den apostolischen Nuntius in München, Erzbischof Eugenio Pacelli, den späteren Papst Pius XII.:
 
„Se(ine) Majestät der Kaiser läßt mir soeben mittheilen, daß nach ihm gestern zugegangenen Nachrichten der Groß-Orient beschlossen habe, zunächst alle Souveräne, in erster Linie ihn, den Kaiser, abzusetzen, dann die Kathol. Kirche zu vernichten (?), den Papst zu internieren etc. und schließlich eine Weltrepublik unter Führung des amerikanischen Großkapitals auf den Trümmern der bisherigen bürgerlichen Gesellschaft aufzurichten. Die deutschen Freimaurer seien dem Kaiser treu (was sehr zu bezweifeln ist!) und hätten ihn das wissen lassen.
Auch England wolle die bisherige bürgerliche Ordnung aufrecht erhalten. Frankreich und America aber ständen ganz unter der Herrschaft des Großorients. Der Bolschewismus solle das äußere Werkzeug sein, die gewünschten Zustände herzustellen. Bei der großen Gefahr, die außer der Monarchie auch der katholischen Kirche drohe, sei es nothwendig, daß der deutsche Episkopat hierüber informiert sei und daß auch der Papst gewarnt werde.“
 
Dass der Kaiser dem Kardinal eine so wichtige Nachricht anvertraute, verwundert wenig. Kardinal von Hartmann, der einer alten Beamtenfamilie entstammte, war ein persönlicher Freund Wilhelms II. Bei Kriegsbeginn war er eigens vom Kaiser nach Rom geschickt worden, um vor Papst Benedikt XV. den deutschen Einfall in das neutrale (und katholische) Belgien zu rechtfertigen, gegen den der belgische Kardinal Desiré-Joseph Mercier energisch protestiert hatte. Der Papst verzichtete auf eine Verurteilung des Reiches, die Deutschlands Katholiken in eine Loyalitätskrise gestürzt hätte, und entschied sich für einen Kurs der strikten Neutralität.
In den Akten der Nuntiatur in München fand ich eine Reihe von Schreiben des Kardinals, alle sauber von seinem Sekretär auf der Schreibmaschine getippt. Hier aber hatte der Kölner Erzbischof von Hand geschrieben, vielleicht wegen der großen Eile, vielleicht, um den „Mitwisserkreis“ so klein wie möglich zu halten. Beides unterstreicht, welche Wichtigkeit er dieser vertraulichen Information zubilligte.
Unterstrichen wird die Brisanz des Briefes schon dadurch, dass er nur einen Tag vor dem Ausbruch der „Novemberrevolution“ verfasst wurde. Schon in den Wochen zuvor war es im ganzen Reich zu Arbeiter- und Soldatenaufständen gekommen, die in erster Linie von den Anhängern der SPD und der USPD angezettelt worden waren. Revolution lag also im ganzen Land in der Luft, während der Kaiser sich, um den Unruhen in Berlin zu entgehen, in das Hauptquartier der Obersten Heeresleitung nach Spa (Belgien) begeben hatte. Am Abend des 8. Novembers beschlossen SPD und USPD Streiks und riefen zu Massenversammlungen ein, um den Kaiser zum Rücktritt zu zwingen. Obwohl immer mehr Soldaten sich den Aufständischen anschlossen, zögerte der Kaiser noch. So verkündete der nur wenige Wochen zuvor berufene Reichskanzler Max von Baden, ohne eine Antwort aus Spa abzuwarten, auf eigene Faust: „Der Kaiser und König hat sich entschlossen, dem Throne zu entsagen.“
Fast panikartig floh Wilhelm II., der sich schändlich verraten fühlte, daraufhin in das niederländische Doorn, wo er erst am 28. November 1918 seine Abdankungsurkunde unterzeichnete. Das aufgefundene Dokument mag Aufschluss darüber geben, weshalb er so lange zögerte, auch wenn ihn gerade dieses Zögern die letzten Sympathien seiner Soldaten kostete.
Doch welche Rolle spielte der Geheimbund der Freimaurer in dieser Entwicklung? War der Kaiser wirklich vor einer Verschwörung gewarnt worden? Oder griff er in seiner verzweifelten Lage nach dem letzten Strohhalm, wollte er mit einer frei erfundenen Verschwörungstheorie den Papst auf seine Seite ziehen?
Erst durch weitere Recherchen im Vatikanarchiv stieß ich auf Dokumente, die den Hartmann-Brief in einen durchaus plausiblen Kontext stellen. Sie wurden dem päpstlichen Nuntius Eugenio Pacelli und seinem Vorgänger Andreas Frühwirth von einem deutschen Reichstagsabgeordneten übermittelt. Matthias Erzberger (1875-1921), Lehrer und Journalist aus Buttenhausen in Württemberg war ein prominentes Mitglied der katholischen Zentrumspartei. Kurz nach Kriegsausbruch richtete er einen Auslandsgeheimdienst ein und versuchte, Italien neutral zu halten. Nachdem er zunächst für einen Siegfrieden votierte, bewegte ihn Papst Benedikt XV. dazu, sich ab 1916 für einen Verständigungsfrieden einzusetzen. 1917 reichte er im Reichstag eine Friedensresolution ein. 1918 wurde er zum Leiter der Waffenstillstandskommission ernannt und unterschrieb am 11.11. den Waffenstillstand von Compiegne. In der jungen Weimarer Republik wurde er zum Minister ernannt und votierte für den Friedensvertrag von Versailles, was Angriffe seitens rechter Kreise und schließlich seine Ermordung zur Folge hatte.
Wie die Akten im Geheimarchiv zeigen, war Erzberger während des Krieges als regelrechter Agent für den Heiligen Stuhl tätig, der dem Vertreter des Papstes auch vertrauliche und geheime Dokumente übermittelte. So übersandte er am 3. August 1916 dem damaligen Nuntius Dr. Andreas Frühwirth „zu Ihrer streng vertraulichen Kenntnisnahme eine Aufzeichnung … aus der die verschiedenen Schritte zu entnehmen sind, die die italienische und französische Freimaurerei in allerletzter Zeit eingeleitet haben, um eine ihren Interessen offenbar noch zu früh kommende Friedensaktion im Keim
zu ersticken. Die Haupttendenz der bei den verschiedenen Besprechungen gefassten Beschlüsse richtet sich gegen den Heiligen Vater, gegen dessen etwaige Anteilnahme an den Friedensverhandlungen jetzt schon vorsorglich gearbeitet wird.“
 
Dem angelegten Geheimbericht zufolge „haben Ende Mai und neuerdings Anfang Juli 1916 Besprechungen zwischen Abgesandten der Grossoriente Paris und Rom stattgefunden, bei denen die Haltung der französischen und italienischen Freimaurerei gegenüber dem Friedensproblem erörtert wurden. Die Grundtendenz … in dem gemeinsamen Beschluss … (ist,) jede Friedensaktion, die jetzt und damit nach Ansicht der Beteiligten zu früh von irgendeiner Seite eingeleitet werden sollte, im Keime zu ersticken und ganz besonders gegen etwaige Schritte der Kurie rechtzeitig sowohl die Presse als die öffentliche Meinung von Italien und Frankreich mobil zu machen. Die gefassten Beschlüsse lauteten folgendermassen:
  1. Die italienische Freimaurerei müsse unverzüglich eine energische Aktion gegen den Vatican (und) gegen Benedikt XV. einleiten, wobei der Papst wegen seiner nicht unparteiischen Neutralität und unter Hinweis auf seine persönlichen Sympathien für die Zentralmächte angegriffen werden sollte.
  2. In Frankreich wie in Italien sei der Standpunkt zu vertreten, dass bei den Kabinetten der Entente auf den Ausschluss des Papstes von jeder Friedensconferenz hinzuwirken sei.
Zur Sicherung des Vollzugs dieser Abmachungen in Italien hat die französische Freimaurerei Anfang Juli dem Grossorient Rom weitgehendste materielle Unterstützung zugesagt. Auch hierbei stand der Hinweis auf die Notwendigkeit, die öffentliche Meinung gegen den Vatican und gegen eine von der kirchlichen Autorität kommende Friedensaktion mobil zu machen, im Vordergrund.“ 
 
Ein Jahr später, am 20. Juni 1917, mittlerweile war Eugenio Pacelli der neue Nuntius, staunte Erzberger, „wie sehr von der Freimaurerei für den Frieden gearbeitet wird, nachdem sie zuerst in den Krieg hetzte.“ In dem anliegenden Bericht heißt es, der Grossorient Paris habe im Januar 1917 beschlossen, mit Freimaurern der Mittelmächte Kontakt aufzunehmen und zusammenzuarbeiten. So fand in Genf ein Treffen statt, an dem neben Abgesandten des Grossorients die deutschen Freimaurer Fernau und Roesemeyer teilnahmen, die als „starke Eigenbrödler“ bezeichnet wurden, also kritisch waren.
War einer von ihnen der spätere Informant Wilhelms II.?
 
Noch brisanter ist ein Bericht, den Erzberger am 28. März 1918 Pacelli übersandte. Darin heißt es, Ernesto Nathan (1845-1921), der Großmeisters des Grande Oriente d’Italia (von 1896 bis 1904 und von 1917 bis 1919) und Bürgermeister der Stadt Rom (1907-13), ein fanatischer Republikaner und erklärter Feind der Kirche, habe „primär den Plan gehabt… in Deutschland eine ‚antiklerikale Bewegung‘, wenn nicht hervorzurufen, so doch vorzubereiten.“
Und weiter: „Innerhalb der Logen der Entente besteht Übereinstimmung darüber, dass es absolut unmöglich ist, den Krieg militärisch zu einem für uns siegreichen Ende zu führen, selbst wenn die amerikanischen Bedingungen erfüllt werden sollten. Es ist daher der einzig richtige Weg, den Sieg auf dem Weg einer inneren Erschütterung der habsburgischen Monarchie vorzubereiten. Gleichzeitig muss dasselbe in Deutschland verursacht werden. Da es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass die eiserne deutsche Disziplin es den ‚deutschen Bolschewikis‘ ermöglichen wird, eine Revolution herbeizuführen, so müssen andere, weniger gewalttätige Elemente des öffentlichen Lebens Deutschlands mobil gemacht werden.“
Insbesondere die Friedensbemühungen Benedikts XV. waren Nathan und dem ihm unterstehenden Großorient ein Dorn im Auge. So betont der Erzberger-Bericht, dass „man es … unter allen Umständen wünschenswert findet, sich der deutschen Logen zu versichern, um zu verhindern, dass der Papst, unter Ausnutzung der Stellung des (katholischen Reichskanzlers, des) Grafen Hertling und der Österreicher Unterwürfigkeit gegenüber dem hl. Stuhl es erreiche, die Friedensvermittlung in die Hand zu nehmen. In einem solchen Fall besteht nach der gleichen Quelle kein Zweifel daran, dass England Italien zum Verzicht auf jene Forderungen zwingen würde, ohne die die Verbündeten das Recht haben, den Artikel 15 des Londoner Vertrages als nicht mehr bestehend zu betrachten.“

Worum es in diesem ominösen „Artikel 15“ ging, hatte die Welt gerade erst erfahren.  
Nach der russischen Revolution hatte die Bolschewiken-Zeitung „Istwestija“ vom 15./28. November 1917 den Text eines Geheimvertrages zwischen England, Frankreich, dem zaristischen Russland und Italien veröffentlicht, der am 26. April 1915, also einen Monat vor Italiens Kriegseintritt (23.5.1915), unterzeichnet worden war. Nach Angaben des deutschen Auswärtigen Amtes (Schreiben an die Nuntiatur vom 26.6.1918) bestätigte der britische Lord Stanmore später die Authentizität des Geheimvertrages und verteidigte seinen Inhalt. Danach „wird es Italien überlassen, mit Unterstützung der Entente-Mächte die serbisch-kroatischen Gebiete Triest, Süd-Tirol, Albanien, griechische Inseln, Teile Klein-Asiens und Afrikas einzunehmen als Gegenleistung für ein Eingreifen Italiens mit den Waffen gegen Österreich-Ungarn und über die Nichtzulassung einer
Einmischung des Papstes zwecks Beendigung des Krieges.“ Der besagte „Artikel 15“ sichert Italien die Unterstützung durch Frankreich, England und Russland zu, wenn es „die Zulassung von Vertretern des Heiligen Stuhls bei irgend welchen diplomatischen Schritten über den Friedensschluss oder über die Regelung der mit dem gegenwärtigen Kriege zusammenhängenden
Fragen“ erfolgreich verhindert.

Tatsächlich wurde der Heilige Stuhl nach Kriegsende von allen Friedenskonferenzen ausgeschlossen.
Der Versuch Benedikts XV., den Heiligen Stuhl als Friedensmacht zu definieren, wurde dadurch praktisch zunichte gemacht – genau wie es die Freimaurer gefordert hatten. Der Vatikan war isoliert und zur politischen Bedeutungslosigkeit verdammt. Auch wenn das nicht ganz die „Vernichtung der katholischen Kirche“ war, von der Kaiser Wilhelm sprach, so war diese doch deutliches Ziel und Objekt freimaurerischer Agitation und Sabotage. So wäre es allzu leichtfertig, von Hartmanns Schreiben als kaiserliche Panikmache abzutun. Stattdessen stellt sich die Frage neu, welche Rolle die Freimaurerei tatsächlich beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs und bei den späteren Friedensverhandlungen spielte, die Europas Antlitz auf immer veränderten."
 

5. Juni 2018: "Die christlichen Wurzeln Europas"


WASSENBERG. „Die christlichen Wurzeln Europas“ lautete der Titel des Vortrags, mit dem der in der Pfarrei St. Marien bereits bekannte Buchautor und Referent Michael Hesemann dieses Mal nach Wassenberg gekommen war. Anlass war das 900-jährige Bestehen der Stiftskirche St. Georg am Fuße des Bergfrieds. Hier im Kaminzimmer freute sich Propst Thomas Wieners, nicht nur Hesemann, sondern auch eine große Zahl von Besuchern begrüßen zu können.

Schwieriger Spagat: Sein Thema sei kein einfaches, „da sich unser Kontinent in der schwersten Identitätskrise seit 1700 befindet“, schickte Hesemann seinem mehr als einstündigen Parforceritt durch die Geschichte vorweg. „Europa weiß nicht mehr, wer oder was es ist, was sein Erbe, was sein Auftrag und was seine Zukunft sind“, fügte er jedoch als sein Fazit schon gleich zu Beginn hinzu, ehe er sich daran machte, diese These zu begründen. Europa wolle heute einerseits Teil von Amerika sein, gleichzeitig aber den Islam integrieren und dabei noch offen sein für immer mehr Zuwanderung aus Afrika und dem Nahen Osten.
„Das an sich schon ist ein Spagat, der nur schwer gelingen kann. Dabei werde schnell vergessen, dass Europa eine „einmalige Identität“ habe, „die sich eben nicht im Einheitsbrei des Globalismus zerstampfen und verrühren lässt“. Doch wer nun an dieser Identität hänge, dem werde schnell vorgeworfen, er sei Nationalist, doch dabei gehe es gar nicht um eine Nation, sondern um einen Kulturraum, betonte Hesemann.

Dann blickte der Referent zunächst 1700 Jahre zurück zum Toleranzedikt von Mailand aus dem Jahre 313. Dadurch sei das Christentum zu einer legalen, vom Staat geschützten Religion geworden. Die Errungenschaften heute seien daher nicht nur auf den Nährboden der griechisch-römischen Welt zurückzuführen, „sondern eben gerade auf seine ‚Bewässerung‘ mit dem Wasser der Taufe, auf seine Befruchtung durch das Christentum“, erklärte Hesemann und nannte Bildung, Entwicklungshilfe, Menschenrechte und Sozialfürsorge als wichtige Stichworte. Ohne die Botschaft des Evangeliums sei dies nie denkbar gewesen, dass „eine Kultur der Gleichwertigkeit aller Menschen entstand, der Fürsorge und der Solidarität: Das verdanken wir einzig und allein dem Christentum!“

Angesichts dieser Errungenschaften sei es geradezu absurd, dass man heute versuche, sie unter den Teppich zu kehren, „so, als sei das Christentum ein Relikt der Vergangenheit, dessen man sich fast schon schämen müsse“.
In diesem Zusammenhang übte der Referent auch Kritik an der EU-Verfassung, was ihr Bekenntnis zu christlichen Werten betrifft. Das sei „merkwürdig vage“. Man wolle ja auch kein „Christenclub“ sein, „lieber ein vages Gebilde ohne eigene Identität, beherrscht von einer Diktatur des Relativismus, der Beliebigkeit. Nach allen Seiten hin hoffen, aber ohne harten Kern.“

Mit Blick auf die 900-jährige Geschichte von St. Georg erklärte er jedoch: „Wie kann man hier stehen und überhaupt zweifeln, dass die Grundlage, die Identität Europas Christentum ist?“ Dieses Gotteshaus sei ein „Monolith“, der alle Irrungen und Wirrungen der Jahrhunderte unbeschadet überstanden habe. So sollte auch Glaube sein. Europa sei „ein Leuchtfeuer des Glaubens und der Zivilisation in einer suchenden und irrenden Welt. Oder besser: Dazu sollten wir es wieder werden lassen.“

„Advokat der Menschenrechte“: Das sei kein Nationalismus, betonte Hesemann. „Nicht unser Volk ist besser als die anderen, sondern das, was der Welt am meisten dient.“ Ein Europa, das sich selbst aufgebe, zur Nordprovinz Afrikas oder zum Westausläufer des Orients werde, sei zu schwach, die Vision einer besseren Welt in diese Länder zu tragen. Die Flüchtlinge kämen doch im Glauben auf eine bessere Welt hier in Europa.

Daher gebe es die Pflicht, „dafür zu sorgen, dass es so bleibt und dass auch ihre Heimat besser wird, nicht dass sich ihre Probleme auch bei uns ausbreiten“, erklärte er. „Ein starkes, christliches Europa ist ein starker Advokat der Menschenrechte, der christlichen Freiheit, der Werte unserer Kultur und unseres Glaubens und der Nächstenliebe in der ganzen Welt.“ Dieser Schatz sei ein Erbe unserer Vorfahren. „Es ist unsere Pflicht, ihn für die Nachwelt zu erhalten. Das gilt für die St. Georgkirche genauso wie – und dort noch viel mehr – für unser christliches Europa.“

Kontroverse:  In der anschließenden Diskussion sah sich Hesemann dem Vorwurf ausgesetzt, in der ersten halben Stunde habe sein Vortrag geklungen, als habe er ihn von der AfD abgeschrieben. Er konterte mit lautstarker Unterstützung aus dem Publikum, er habe lediglich dazu aufgefordert, sich authentisch und mutig zum christlichen Glauben zu bekennen, ihn zu leben und vielleicht auch den muslimischen Nachbarn dafür zu begeistern. „Wenn jemand das als AfD-Parole bezeichnet, dann hat er weder die AfD noch mich verstanden!“
http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/heinsberg/plaedoyer-fuer-ein-selbstbewusstes-europa-im-wassenberger-bergfried-1.1917483

Hier sein Vortrag in voller Länge: index.php?aktion=seiten_auswahl&seiten_id=1174850

1. Juni 2018: Klosterjubiläum in Höxter-Brenkhausen

Brenkhausen (WB/iwas). Aus einer verfallenen Ruine ist ein blühendes und lebendiges Kloster im Herzen von Brenkhausen erschaffen worden. Gelebte Ökumene ist im Koptischen Kloster seit 25 Jahren selbstverständlich, denn hier leben Katholiken und Kopten unter einem Dach. Dieses Jubiläum soll vom 1. bis 3. Juni gebührend gefeiert werden.

Für die Einwohner des Ortes ist das Kloster Brenkhausen inzwischen zum Mittelpunkt des Dorfes geworden. Diese Verbundenheit zeigte sich zuletzt in der gemeinsamen Arbeit am Klosterweg, der 2017 aus der Zusammenarbeit von Freunden des Klosters und Brenkhäusern entstand (wir berichteten). Ein anderes Projekt, das gerade aktuell fertiggestellt wird, ist ein neues ägyptisches Restaurant mit internationaler Küche im benachbarten Markushaus. Es wird die Region sicher bereichern.

Das Programm begann am Freitag, 1. Juni, um 14 Uhr mit einem Rückblick von Prof. Dr. Klaus Töpfer und der ehemaligen Bürgermeisterin Dorothea Baumgarten. Weitere Highlights waren der Vortrag von Dr. h.c. Michael Hesemann "Jesus in Ägypten: Das Geheimnis der Kopten" und der Festakt zum Jubiläum in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist. Zahlreiche internationale Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft – wie zum Beispiel der Botschafter der Arabischen Republik Ägypten S.E. Dr. Badr Abdelatty, S.E. Metropolit Augoustinos, der Aachener Altbischof Dr. Heinrich Mussinghoff, der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder, André Kuper (MdL), Elmar Brok (MdEP), Christian Haase (MdB) und der Landrat Friedhelm Spieker waren dazu nach Brenkhausen gekommen.
 


Hesemann referiert bei der Eröffnungssitzung der Historikerkonferenz "Republik Armenien 100" im Großen SItzungssaal ("Konferenzhalle des Präsidenten der Akademie") der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien

25. Mai 2018: Hesemanns Vortrag eröffnet Fachtagung der Armenischen Akademie der Wissenschaften


Zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Republik Armenien 1918 veranstaltete die Nationale Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien (NAS-RA) vom 25.-26. Mai in Zusammenarbeit mit der Yerevan State University, die ebenfalls ihren 100. Gründungstag feierte, die Historikerkonferenz "Republic of Armenia - 100". Die Konferenz fand auf höchster Ebene Beachtung. So gingen Grußbotschaften des neuen armenischen Premierministers Nikol Pashinyan, des Präsidenten der Republik Artsakh (Berg-Karabach), Bako Sahakyan, des Katholikos der Armenisch-Apostolischen Kirche Karekin II. und des Katholikos des Großen Hauses Kilikien, Aram II., während Diaspora-Minister Mkhitar Hayrapetyan persönlich zur Konferenzeröffnung gekommen war. Nach den Eröffnungsansprachen des Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien, Prof. Dr. R. Martirosyan und des Rektors der Staatlichen Universität Jerewan, Prof. Dr. Aram Simonyan, hielten die beiden ausländischen Hauptreferenten ihre Vorträge, nämlich Prof. Dr. Giorgi Tcheishvili von der Staatsuniversität der Republik Georgien in Tblissi und Dr. h.c. Michael Hesemann.
Hesemanns Thema war "Papst Benedikt XV., der Vatikan und die Erste Republik Armenien". Sein Vortrag fand große Beachtung und führte zu einer Reihe von TV-Interviews, auch weil Hesemann der einzige geladene Referent aus Westeuropa war. Die Rolle der vatikanischen Diplomatie bei der Gründung der ersten armenischen Republik, wie sie von Hesemann und seinem Kollegen Dr. Mario Carolla untersucht und dokumentiert worden war, hatte bei den armenischen Historikern wohl auch mangels Zugang zu den Vatikanarchiven bislang noch keine größere Beachtung gefunden. Im Oktober 2016 hatte die NAS-RA in Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistung bei der Entdeckung und Auswertung der Dokumente über den Völkermord an den Armeniern in den Vatikanarchiven Hesemann die Ehrendoktorwürde verliehen. 

Hier sein Vortrag in voller Länge (in Englisch): index.php?aktion=seiten_auswahl&seiten_id=1175046