Michael Hesemann, Historiker und Autor
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5. November 2017: Hesemann in die Bruderschaft der Anima aufgenommen

Die deutsch-österreichische Nationalkirche S. Maria dell Anima gilt als das letzte Relikt des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Dort wurde Michael Hesemann am 5.11.17 in die ehrwürdige Bruderschaft der Santa Maria dell Anima aufgenommen. Dabei durfte er sich in das sechshundertjährige Bruderschaftsbuch eintragen, in dem sich auch der Hl. Pius X., der hl. Johannes Paul II. und Benedikt XVI. - ein Freund der Anima - verewigt hatten. 

Seit 1350 unterstützt die "Bruderschaft von S. Maria dell'Anima" die Arbeit der Anima, eines im 14. Jh.  gegründeten Hospizes für Pilger aus dem Heiligen Römischen Reich. Seit 1406 untersteht dieses Institut direkt dem Heiligen Stuhl. Dieses außerordentliche Privileg gab auch der Bruderschaft einen besonderen Rang. So finden sich von Anfang an hochrangige Mitglieder der päpstlichen Kurie und großer Familien des Heiligen Römischen Reiches in dieser Bruderschaft. Mitglied der Bruderschaft wurde man durch Eintragung ins Bruderschaftsbuch und durch Unterstützung der Anima. Das 17. und 18. Jahrhundert war eine Blütezeit der Anima und ihrer Bruderschaft. Neben hochrangigen Mitgliedern der päpstlichen Kurie, Künstlern, Handwerkern und Gewerbetreibenden, waren auch alle wichtigen deutschen Persönlichkeiten Mitglied der exklusiven Bruderschaft. Verschiedene Testamente sicherten mit Legaten und Immobilienstiftungen die Animabruderschaft. Eingetragene Mitglieder im Bruderschaftschaftsbuch waren unter anderem Kaiser Sigismund, Kaiser Friedrich III., Kaiser Karl V. Der heilige Papst Pius X. hat sich beim 500-Jahr-Jubiläum des Priesterkollegs der Anima ins Buch der Bruderschaft eingeschrieben. Eine weitere Eintragung im Bruderschaftsbuch ist die Unterschrift des heiligen Papstes Johannes Paul II. In Papst Benedikt XVI., der mit der Anima seit Beginn des II. Vatikanischen Konzils herzlich verbunden ist, wissen sich die Bruderschaft und das Priesterkolleg profund erkannt, wohlwollend gefördert und zukunftsreich orientiert.

Die Animabruderschaft hat heute ca. 180 Mitgliedern, darunter anderem Papst Emeritus Benedikt XVI., Kardinal Gerhard Ludwig Müller sowie weitere Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik. Um eine Mitgliedschaft kann man sich nicht bewerben. Wegen seiner historischen Wurzeln können nur Personen aus dem historischen deutschen Kulturraum Mitglied werden, d.h. Deutsche, Österreicher, Südtiroler, Deutschschweizer, Liechtensteiner, Luxemburger, Flamen und Niederländer. 

Anlässlich des diesjährigen Titelfestes von Santa Maria dell´Anima fand von 3. – 5. November 2017 das jährliche Bruderschaftstreffen 2017 statt.
Als festes Element auf dem Weg des Glaubens wurde am Samstag, dem 4. November, in der Sakristei, dem eigentlichen Ort der Bruderschaft, der jährliche Einkehrtag gehalten. In zwei zusammenhängenden, aber zeitlich getrennten Betrachtungen (1. Der Herr ist nicht im Sturm – 2. Der Herr kommt uns im Sturm entgegen) wurden wertvolle Anregungen und Impulse zu einem Leben aus dem Glauben gegeben. Von der biblischen Stelle über den Propheten Elija ausgehend hat Rektor Franz Xaver Brandmayr die Teilnehmer ermutigt sich zu fragen: was ist für mich die persönliche Gotteserfahrung? Es wurde auch unterstrichen, dass die besondere Zuwendung Gottes zum Menschen nicht nur ein Seiten- sondern Hauptthema ist. Das was uns persönlich staunen lässt ist die Nähe Gottes, die sich in seiner Liebe zu uns zeigt. Die Liebe Gottes ist sichtbar und greifbar. Wir müssen keine Angst vor den Stürmen des Lebens haben, weil Gottes Barmherzigkeit, Gottes Nähe in Jesus Christus für alle Zeit sichtbar geworden ist.

Der Nachmittag hat mit einem regen Austausch unter den Mitbrüdern und Mitschwestern zu den konkreten Schritten aus den angebotenen Vorträgen für den im Alltag gelebten Glauben begonnen. Die Diskussion in den kleinen Gruppen hat nicht nur die Verbundenheit miteinander belebt, sondern auch jeden einzelnen motiviert, die persönliche Glaubenserfahrung im alltäglichen Leben sichtbar zu machen.

Höhe- und Mittelpunkt des Titelfestes bildete die Feier der Sonntagsmesse anlässlich des Patroziniums. Rektor Franz Xaver Brandmayr zelebrierte gemeinsam mit den Priestern des Kollegs das Hochamt und hielt auch die Festpredigt. Neben den zahlreichen Mitgliedern der Bruderschaft feierten auch viele Mitglieder der Pfarrgemeinde mit. Als besondere Ehrengäste konnten Franc Kardinal Rode, Bischof Franz Tebartz-van Elst sowie die beim Vatikan akkreditierten Botschafter Österreichs, Deutschlands und der Schweiz begrüßt werden. In seiner Predigt legte Rektor Brandmayr das Evangelium der Hochzeit zu Kanaa aus und verdeutlichte dabei die besondere Rolle Mariens. Die Capella musicale Santa Maria dell´Anima übernahm unter der Leitung von Maestro Flavio Colusso die musikalische Gestaltung der Messe. Erstmals wurde dabei das von Maestro Colusso komponierte „Agnus Dei“ aufgeführt.Der Messe folgte die feierliche Aufnahme der neuen Mitglieder in die Bruderschaft, die sich dabei in das Bruderschaftsbuch eingetragen haben, unter ihnen auch Franc Kardinal Rode, Msgr. Michael Kahle und Dr. h.c. Michael Hesemann.

Beim Empfang auf der Terasse der Anima konnten die Festgäste dann miteinander ins Gespräch kommen. Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete das festliche Mittagessen.


Die Neuaufgenommenen der Bruderschaft der S. Maria dell'Anima, im Zentrum Kardinal Rode; Hesemann mit Rektor Dr. Brandmayr bei der Übergabe der Insignien der Bruderschaft nach seinem Eintrag in das Bruderschaftsbuch. 


Gespräch der Pave the Way Foundation mit Erzbischof Gallagher, Sekretär für die Beziehungen des Heiligen Stuhls mit den Staaten, im vatikanischen Staatssekretariat; v.l.n.r. Alan Way von der US-Chinesischen Gesellschaft, Vincent Levien, Sprecher der Diözese Brooklyn, MH, Gary and Meredith Krupp, Pater Angelo Ison von der Custodia Terra Santa, PTWF-Repräsentant für das Heilige Land, Ioanna Nicolau, PTWF-Repräsentantin für Griechenland

25. Oktober 2017: Audienz im vatikanischen Staatssekretariat


Seit neun Jahren ist Michael Hesemann als Historiker und deutscher Repräsentant für die Pave-the-Way-Foundation tätig, die sich für den interreligiösen Dialog und die Aussöhnung von Christen und Juden einsetzt. In dieser Funktion nahm er am 25.10. an einer Konferenz mit dem Unterstaatssekretär und "Außenminister" des Heiligen Stuhls, Erzbischof Paul Richard Gallagher, teil. Dabei ging es um die Flüchtlingsfrage, um die Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und Israel, die Beziehungen zu China und Papst Pius XII., dessen Akten das vatikanische Geheimarchiv wahrscheinlich im nächsten Jahr für Historiker zugänglich machen will.


13. Oktober: Positive Bilanz des Fatima-Jahres


Mit einem Vortrag im Haus des Deutschen Ordens in Frankfurt/Main vor über hundert Zuhörern ging für Michael Hesemann das Fatima-Jahr zuende. In Dankbarkeit blickt er zurück auf zehn Monate, in denen er sich bemüht hat, seinen Beitrag zur Verbreitung der Marienbotschaft zu leisten. Sein Buch "Das letzte Geheimnis von Fatima" wurde in Deutschland und Ungarn zum Bestseller. Seine 23 Vorträge in Deutschland, Österreich und Belgien, darunter in Darmstadt-Rossberg (4.4.), Würzburg (7.4.), Bregenz (8.4.), Kevealer (20.4. und 13.5.), Heroldsbach (22.4.), Opfenbach/Allgäu (27.4.), Oberstaufen (28.4.), Myhl (18.5.), Heede (21.5.), Fulda (17.6.), Moresnet/B (2.9.), Netphen (3.9.), Bonn (5.9.), Bad Godesberg (13.9.), Zell am Ziller (25.9.), St.Johann/Tirol (26.9.), Grein (27.9.), Neumarkt (28.9.), Linz (29.9.), Frankfurt (13.10.), Teltge/Münster (25.11.) und Krefeld (10.12.) zogen über 4000 Zuhörer an, mit Beiträgen auf kath.net einige hunderttausend Leser, mit Radiointerviews in Radio Maria und Radio Horeb sowie TV-Interviews auf KTV, EWTN und BIBEL TV erreichte er gut eine Million Zuhörer und Zuschauer. Persönlich besuchte er das portugiesische Marienheiligtum drei Mal, im Dezember 2016, im Juli 2017 und im September 2017, das letzte Mal mit einer Pilgergruppe der Gebetsstätte Heroldsbach, die Hesemann als das "deutsche Fatima" bezeichnete. "Während die deutschen Bischöfe zu sehr mit dem Reformationsjubiläum beschäftigt waren, also eine Scheidung feierten, hielt ich es für wichtiger, auf eine noch immer aktuelle Mahnung der Gottesmutter hinzuweisen, die, wie kein anderes Marienwunder, die Handschrift der göttlichen Vorsehung trägt und ohne jeden Zweifel beweist, dass Gott allein der Herr der Geschichte ist", erklärte der Historiker zum 100. Jahrestag des großen Sonnenwunders vor 100.000 Zeugen.


Fragment der Berliner Mauer auf dem Gelände des Heiligtums von Fatima

3. Oktober 2017: Hesemann-Appell zum Tag der deutschen Einheit im Fatima-Jahr


Zum Tag der Deutschen Einheit veröffentlichte Michael Hesemann den folgenden Appell an die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) auf Facebook: 

"Vergessen wir nie, dass wir die deutsche Einheit, das Ende des Kommunismus, den Fall der Mauer und die Bekehrung Russlands einzig und allein der Gottesmutter von Fatima zu verdanken haben. Ihre Botschaft inspirierte den hl. Johannes Paul II., am 25.3.1984 Russland und die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen, was der eigentliche Startschuss zu Gorbatschows Perestroika - er wurde innerhalb von einem Jahr danach gewählt - war. Die Mauer wurde am Jahrestag der Inhaftierung der Kinder von Fatima, am 13. August 1961, gebaut. Die erste, noch zögerliche "kleine Öffnung" fand an einem weiteren Fatima-Tag, dem 19. August 1989, statt, mit dem Paneuropa-Picknick an der Österreichisch-Ungarischen Grenze. Nach 40jähriger Bußzeit für die Verbrechen der Nazi-Zeit konnte wieder "zusammen wachsen, was zusammen gehört." Leider hat Deutschland Maria nie gedankt. Das Fragment der Berliner Mauer, das heute in Fatima steht (Foto), haben portugiesische "Gastarbeiter" dorthin gebracht. Meine Bitte an die DBK: 

1. Wir brauchen DRINGEND (nach 28 Jahren ist sie überfällig!) eine Dankwallfahrt der Deutschen Bischöfe und Katholiken nach Fatima, am besten 2019 zum 30. Jahrestag des Falls der Mauer.

2. Ein schönes Zeichen wäre auch eine Fatima-Kapelle an oder über der einstigen Berliner Mauer und/oder im einstigen Zonengrenzgebiet. 

3. Vor das Brandenburger Tor gehört eine Statue des hl. Johannes Pauls II., ohne den es nie geöffnet worden wäre! 

4. Eine weitere schöne Geste des Dankes an die Gottesmutter wäre eine jährliche Lichterprozession mit einer Statue der Fatima-Madonna durch das Brandenburger Tor.

Wie soll Deutschland den Segen Mariens empfangen, wenn es der Gottesmutter nicht einmal für das Wunder der Wiedervereinigung dankt? Gerade heute, drei Tage, nachdem das schändlichste Gesetz der deutschen Nachkriegsgeschichte (die Zulassung der Homo-"Ehe") in Kraft trat, bedarf es dringend einer Kehrtwende, wenn wir Deutschland noch retten wollen. Deutschland braucht Mariens Segen, Deutschland braucht Fatima! In diesem Sinne: allen einen gesegneten Tag der deutschen Einheit!"

30. September 2017: Zum 90. Geburtstag von Prof. Alma von Stockhausen


Am 30. September und 1. Oktober nahm Michael Hesemann im oberfränkischen Heroldsbach an den Feierlichkeiten zum 90. Geburtstag der bekannten deutschen Philosophin Prof. Dr. Alma von Stockhausen teil und hielt eine Laudatio auf die Begründerin der katholischen Gustav-Siewerth Akademie, zu deren Dozenten seit einigen Jahren auch Hesemann zählt. Hier ihr Text:

"Liebe Frau Professor von Stockhausen,
 
wer am Festtag des heiligen Kirchenlehrers Hieronymus geboren wurde, dem ist der Weg von der Philosophie zur Theologie praktisch in die Wiege gelegt. Aber wenn jemand dann noch im zehnten Jahr nach den Erscheinungen von Fatima das Licht der Welt erblickte, dann hat ganz offensichtlich auch die Gottesmutter ihre Hände im Spiel. So jedenfalls erkläre ich mir Ihren so erstaunlichen und gnadenreichen Lebensweg, der sie von Heede nach Heroldsbach führte, zu den beiden wichtigsten marianischen Gnadenorten im Deutschland des 20. Jahrhundert, in denen die Gottesmutter ihre Stimme gegen die beiden antichristlichen Ideologien der jüngeren Vergangenheit, den Nationalsozialismus und den Kommunismus, erhob.
Sie wurden am 30. September 1927 – im selben Jahr wie Papst Benedikt XVI. - in  Münster geboren, er im äußersten Südosten Deutschlands, Sie im äußersten Nordwesten. Ihr Vater war ein bekannter und tief gläubiger Rechtsanwalt, der Glauben Ihrer Eltern prägte Ihr Leben wie das Ihrer fünf Geschwister, von denen drei Priester wurden. Schon früh zogen Sie nach Aschendorf im Emsland nahe der holländischen Grenze. Der Nationalsozialismus war im katholischen Emsland nie stark verwurzelt, sodass Sie von einer tiefergehenden Indoktrination durch Hitlers Hassbotschaften verschont blieben. Doch als Sie zehn Jahre alt wurden, da öffnete sich in unmittelbarer Nähe Ihres Elternhauses buchstäblich der Himmel. Ein halbes Jahr, nachdem Papst Pius XI. sein Wort „Mit brennender Sorge“ an das ideologisch verblendete Deutschland richtete, am Allerheiligenfest 1937, erschien vier Mädchen in Heede im Emsland die Gottesmutter, insgesamt 105 Mal bis zum 3. November 1940. Sie offenbarte sich als „Königin des Weltalls und als Königin der armen Seelen“, was eine wunderbare Antwort auf den Darwinismus der Nationalsozialisten war. Hitler beanspruchte die Weltherrschaft, Maria aber war unendlich größer und mächtiger, denn sie herrscht über das gesamte Universum. Die NS-Ideologie propagierte das „Überleben des Stärkeren“ und forderte die erbarmungslose Vernichtung alles Schwachen, sprach von „Untermenschen“ und „lebensunwertem Leben“, das auch in einem KZ, einer Todesfabrik in der Nähe ihrer Heimat, ins Gas und das Feuer der Krematorien getrieben wurde. Hier aber solidarisierte sich die Königin des Universums mit den Kleinsten, Schwächsten, mit den „armen Seelen“, die im Fegefeuer ihrer Erlösung harren, um an der Hand der himmlischen Mutter in das Reich des Vaters geführt zu werden. Kein Wunder, dass die Kinder von Heede von der Gestapo verhört und eingeschüchtert, ja in eine Nervenklinik in Göttingen eingeliefert wurden, deren Gehirnwäscheversuch sie erfolgreich widerstanden. Ausgerechnet Ihr Vater, liebe Frau von Stockhausen, wurde vom Pfarrer von Heede, Rudolf Diekmann, gebeten, bei den Befragungen der Kinder dabei zu sein, sodass sicher etwas vom Licht dieser marianischen Offenbarung in dieser Zeit der Dunkelheit auch in Ihr Elternhaus schien und Ihre Eltern in ihrer Glaubensgewissheit bestätigte.
Das Gegenstück zu Heede ist Heroldsbach. In Heede erschien die Gottesmutter, um vor dem Krieg noch Seelen zu retten, in Heroldsbach, um einen neuen Krieg und neues Unheil zu vermeiden und dem Nachkriegsdeutschland den Weg zu weisen. Auch geographisch waren wir eben im Nordwesten, jetzt sind wir im Südosten der jungen Bundesrepublik Hier also erschien die Gottesmutter seit dem 9. Oktober 1949, also den Wiegentagen der beiden deutschen Staaten, die aus der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs und der Besatzungszeit hervorgegangen sind. Der Nationalsozialismus war besiegt, doch um den Preis, dass der Kommunismus ganz Europa teilte, ein eiserner Vorhang auch unser deutsches Vaterland spaltete. Es ist gewiss kein Zufall, dass es exakt 40 Jahre dauerte, bis „zusammenwuchs, was zusammengehörte“, um ausnahmsweise einmal Willy Brandt zu zitieren: 40 Jahre musste einst das Volk Israel in der Wüste büßen, weil es Gottes Gebot gebrochen hatte, 40 Jahre musste auch Deutschland büßen für die Verbrechen, die in seinem Namen begangen worden sind. In Heroldsbach erschien die Gottesmutter erst vier, später sieben und schließlich neun Sehermädchen, um durch sie einen Aufruf zu Gebet und Buße an das deutsche Volk zu richten. Damit sollte die Gefahr eines neuen Krieges, einer Invasion der kommunistischen Sowjets, abgewendet werden. Obwohl ihm viele folgten, wurde Heroldsbach zur Ursünde der deutschen Amtskirche, die, statt Mariens mütterliche Mahnung dankbar anzunehmen, der Gottesmutter den Krieg erklärte. Die Seherkinder wurden eingeschüchtert, der Sakramente beraubt, am Ende verhängte man über sie das Interdikt und erklärte alle „Berggläubigen“ für exkommuniziert. Erst nach der Wiedervereinigung wurde das Interdikt aufgehoben und Heroldsbach zur Gebetsstätte erklärt, wenn auch das negative Urteil über die Erscheinungen nach wie vor besteht. Doch welch unglaubliche Chance hatte hier das Bistum Bamberg verspielt, aus der Gnade von drei Jahren unglaublicher Wunder – bis hin zu einem Sonnenwunder wie in Fatima – zu schöpfen und sie zur Neuevangelisierung zu nutzen, die unser Land schon nach den dunklen Jahren des Nationalsozialismus und erst recht seit dem großen Glaubensabfall von 1968 so dringend braucht. Aber die Rücksicht auf die Ökumene, sprich: auf die protestantische Aversion gegen alles Übernatürliche, dominierte auch hier.
Es ist kein Zufall, sondern ein Wink der göttlichen Vorsehung, liebe Frau Professor von Stockhausen, dass Ihr Weg, der in Heede begann, zu Ihrem 90. Geburtstag ausgerechnet hier in Heroldsbach gewürdigt und gefeiert wird. Denn die wissenschaftliche Widerlegung der Irrlehre des Protestantismus und der auf Luther zurückgehenden deutschen Philosophie, die leider seit dem Krieg auch die katholische Theologie infiltriert hat, ist zu Ihrem großen Lebensthema geworden. Sie kamen also nach Heroldsbach mit dem Heilmittel für die Krankheit gewisser Kreise innerhalb unserer geliebten Kirche, die Protestantisierung. Und Sie fanden hier die wahre Inspirationsquelle aller großen Theologen und Heiligen, die ewige Anbetung der heiligen Eucharistie und die noch immer spürbare Präsenz, ja den Segen Mariens. Damit haben Sie einen wahren Jungbrunnen, eine Kraftquelle entdeckt, die uns hoffen lässt, dass wir noch viele große Inspirationen von Ihnen erwarten können, liebe Frau Professor von Stockhausen – sowohl in Bierbronnen, das mit seiner Fatima-Kapelle ein deutscher Ableger des großen Marienheiligtums Europas und Altars der Welt wurde, wie hier in Heroldsbach, dem deutschen Fatima. Darauf freuen wir uns, dafür wünschen wir Ihnen viel Kraft, Gesundheit und geistige Frische, vor allem aber Gottes reichen Segen – ad multos annos!   
Als Symbol für Ihre große Marienliebe möchte ich Ihnen diese russische Ikone schenken, die auf eine Vision von Prinz Andreas dem Gottliebenden (Andreij Bogoliubskij) vom 18. Juni 1155 zurückgeht. Die Gottesmutter erschien ihm auf dem Weg von Kiew nach Rostow und bat ihn, ihr an der Erscheinungsstätte eine Kirche zu bauen und sie dort so zu verehren, wie sie ihm erschienen war: Betend und lehrend, mit einer Schriftrolle in der einen Hand, auf der ein Gebet zu lesen ist, und der anderen Hand erhoben zum Orantengestus. Gibt es ein schöneres Symbol für Ihr Leben, liebe Frau Prof. von Stockhausen, als diese Symbiose von Gebet und Lehre unter der Anleitung Mariens?
 Und nun habe ich die ehrenvolle Aufgabe, Ihnen auch den Segen des Heiligen Vaters, Papst Franziskus, zu übergeben. Möge das Zentrum der Weltkirche auch in Zukunft so eng mit der Gustav Siewerth Akademie, Ihrem großen Lebenswerk, verbunden sein."

19. Juli: Hesemann antwortet auf Ratzinger-Verleumdung:

Als Co-Autor des Buches "Mein Bruder, der Papst" kennt Michael Hesemann den emeritierten Regensburger Domkapellmeister Dr. Georg Ratzinger sicher besser als die meisten deutschen Journalisten und Autoren. Umso mehr sah er es als seine Pflicht an, ihn zu verteidigen, als die deutsche Boulevardpresse übelste Verleumdungen über den Papstbruder veröffentlichte, bis hin zu der Unterstellung, er sei "ein notorischer Schläger" (BILD-Zeitung vom 18.7.). Die "Tagespost" und "kath.net" veröffentlichten seine Analyse, die wiederum von der "Jungen Freiheit" ausführlich zitiert wurde. Schließlich wurde Hesemann auch noch vom "Münchner Merkur" interviewt, was zu einer breitgefächerten Berichterstattung in den Zeitungen der Merkur-Gruppe führte. Hier seine Analyse in vollem Wortlaut:

"Domspatzen-Bericht entlastet Domkapellmeister Georg Ratzinger
Eine Analyse von Michael Hesemann

Zugegeben, es ist furchtbar, was der Untersuchungsbericht zu Fällen sexuellem Missbrauchs und körperlicher Gewalt im Internat der Regensburger Domspatzen zutage förderte. Doch ebenso infam ist, dass eine tendenziöse Berichterstattung den Bericht zur Verurteilung eines Mannes missbraucht, den dieser ausdrücklich entlastet. Nur weil die Causa durch ihn nicht nur zum Kampfmittel gegen die Kirche, sondern auch zum Frontalangriff gegen einen ihrer größten Söhne umfunktioniert werden kann, dessen Bruder Georg Ratzinger drei Jahrzehnte lang Chorleiter der Domspatzen war: Papst Benedikt XVI.

„Vorfälle von Gewaltausübung an Schutzbefohlenen bei den Regensburger Domspatzen“ lautet der Titel des 440-Seiten-Berichte, den der Regensburger Rechtsanwalt Ulrich Weber und der Auswerter Johannes Baumeister am 18. Juli der Presse präsentierten. Noch am Nachmittag erschienen die ersten Meldungen auf den Internet-Seiten der großen Tageszeitungen, die Aussagen der Autoren auf der Pressekonferenz wiedergaben. Die Mühe, den Bericht zunächst einmal zu lesen, hat sich offenbar kein Kollege gemacht. Nur so ist zu erklären, dass nicht nur die Boulevardpresse, sondern auch die ehemals renommierte FAZ behauptete: „Missbrauch bei Domspatzen - Bruder von Papst Benedikt XVI. beschuldigt.“

Zunächst ist einmal zu klären, welchen Zeitraum der Bericht umfasst, was er unter „Missbrauch“ versteht und wo sich die Fälle ereignet haben sollen. So wird gleich auf Seite 1 darauf hingewiesen, dass es um Fälle der Jahre 1945 bis 2015 geht, bei denen 547 ehemalige Domspatzen-Schüler betroffen sind; 500 von ihnen waren Opfer körperlicher und 67 sexueller Gewalt (in 20 Fällen traf beides zu). Für die sexuelle Gewalt werden neun Lehrpersonen verantwortlich gemacht. „Tatorte“ sind die Vorschule der Domspatzen in Etterzhausen und Pielenhofen sowie das Musikgymnasium. In beiden Fällen ereigneten sich die sexuellen Übergriffe zumeist in den 1960er und frühen 1970er Jahren. Insbesondere die Vorschule wurde von einer Reihe von Schülern als geradezu traumatisch empfunden. Hier waren die Haupttäter ein Direktor und ein Präfekt. Im Musikgymnasium waren die Verantwortlichen für die Fälle sexueller Gewalt (bis 1972) drei Internatsdirektoren und ein Präfekt. Bei den insgesamt neun Tätern fällt auf, dass nur drei von ihnen – ein Direktor und ein Präfekt der Vorschule sowie ein Direktor des Gymnasiums – längere Dienstzeiten aufzuweisen haben. Die anderen Täter sind ungewöhnlich schnell – nach 1-5 Jahren – wieder entlassen worden. Dieser Umstand allein deutet bereits darauf hin, dass bei Bekanntwerden der Fälle sehr wohl reagiert und offenbar konsequent entlassen wurde, dass aber drei höherrangige Täter offenbar in der Lage waren, durch Einschüchterung ihrer Opfer ihre Taten zu vertuschen. Von diesen neun Beschuldigten verrichteten fünf ihren Dienst Jahre vor der Einstellung des Domkapellmeisters Georg Ratzinger 1964, einer wurde ab 1966 an der Vorschule beschäftigt, ein Dritter war von 1970-72 als Präfekt am Gymnasium tätig. Tatsächlich arbeitete Ratzinger von 1964 bis 1994 als Chorleiter ausschließlich mit Schülern des Gymnasiums, mit den Vorschülern hatte er keinen Umgang. In die ersten acht Jahre seiner Dienstzeit fallen also lediglich die Sexualdelikte des Präfekten J., der nach zwei Jahren bereits entlassen wurde, und des Direktors L., der bis 1971 im Amt blieb.

Gerade diese ersten Jahre seiner Dienstzeit waren für Georg Ratzinger nicht einfach. Zunächst einmal musste er sich in Regensburg als neuer Domkapellmeister bewähren. Er kam aus Traunstein, aus der oberbayerischen Provinz also, und wurde von den „Großkopferten“ der Reichsstadt an der Donau teils herablassend, teils argwöhnisch beäugt. In seinem autobiografischen Interviewbuch „Mein Bruder, der Papst“ erklärt Ratzinger: „Für mich waren die ersten Jahre in Regensburg ziemlich schwer. Damals waren noch die beiden Neffen meines Vorgängers im Haus der Domspatzen aktiv… Die beiden vermittelten mir das Gefühl, ich sei irgendwie unwillkommen, wie ein fünftes Rad am Wagen. Es hat einige Jahre gedauert, bis sich das geändert hat.“ An einer anderen Stelle spricht er von einer „etablierten Herrschaft, die mich menschlich und künstlerisch unterdrückt hat, während mir die Energie fehlte, mich dagegen zu aufzulehnen.“ Selbst wenn er also von den Vorwürfen gegen die beiden Beschuldigten erfahren hätte, wäre er gar nicht in der Position gewesen, etwas zu ändern. Man hätte ihm nicht geglaubt, man hätte ihn eher als Querulanten empfunden, was Wasser auf den Mühlen seiner Gegner gewesen wäre. Hätte er etwas geahnt, hätte er zumindest mit Genugtuung verfolgen können, wie einer der Beschuldigten 1971, der andere, nach nur zweijähriger Anstellung, 1972 entlassen wurden. Doch dafür, dass er auch nur die leiseste Ahnung hatte, gibt es im ganzen, noch so ausführlichen Bericht nicht den geringsten Anhaltspunkt. Kein einziges Missbrauchsopfer behauptet, sich dem Chorleiter anvertraut zu haben. Nicht einmal die Eltern waren eingeweiht. „Ich habe mich nie getraut, mit meinem Vater oder meiner Mutter darüber zu sprechen“, sagte ein Betroffener stellvertretend für die anderen aus, „Es war mir ja alles sehr peinlich.“ (S. 327) Das wahre Problem bei der Aufklärung von sexuellem Missbrauch war und ist, dass die meisten Opfer aus Scham schweigen. Ein Chorleiter wurde ohnehin als natürlicher Verbündeter der Lehrer und damit der Täter gesehen, ihm hätten die betroffenen Schüler zuallerletzt vertraut. Eben das bestätigen auch die vernommenen Zeugen: „Bezüglich sexuellen Missbrauchs … sehe ich … keinen Fall, in dem ausgerechnet er rechtzeitige Erkenntnisse gehabt hätte und den jeweiligen Täter hätte aufhalten können. Ich halte es … auch für wirklich absurd, anzunehmen, dass sich ausgerechnet ihm … Buben eindringlicher bzw. klarer oder auch eher eröffnet haben, als gegenüber ihren Eltern, Internatsleitern, Vertrauenslehrern etc. Dass man mit ihm über Sex spricht … - undenkbar.“ (S. 380 f.)

Es ist also mehr als unwahrscheinlich, dass Georg Ratzinger je von den Missbrauchsfällen am Gymnasium, von denen es keinen einzigen nach dem Jahr 1972 gab, erfahren hatte. Es ist eher unwahrscheinlich, dass er die Fälle an der Vorschule mitbekam, mit deren Schülern er erst Jahre später Kontakt hatte. „In Regensburg hat man über die Etterzhausen-Zeit nicht gesprochen“ stellten kategorisch gleich mehrere Zeugen (S. 329f.) fest. Sie war „irgendwie tabu“ oder „nicht einmal mehr tabu, sie wurde völlig verdrängt.“ (S.330) Lediglich über Gewaltexzesse in Etterzhausen soll ihn ein Schüler 1970/71 „mehrfach unterrichtet“ haben, ein weiterer um 1993 „über die schlimme Zeit in Pielenhofen“. Gut möglich, dass er glaubte, der Schüler würde dramatisieren oder dass er zu sehr in der Welt der Musik lebte, um sich in pädagogische Fragen der Vorschule – mit der er de facto nichts zu tun hatte – einzumischen. Körperliche Gewalt kannte er auch aus seiner eigenen Schulzeit. Trotzdem schrieb er 1989 an den Direktor des Domspatzengymnasiums und informierte diesen davon, „dass in der Vorschule weiterhin die Prügelstrafe praktiziert werde“, wobei er auch auf die Gefahr negativer Presseveröffentlichungen hinwies.

Was sexuellen Missbrauch betrifft, ist Georg Ratzinger also von jeder Mitwisserschaft freizusprechen. So kann ihm auch nicht vorgeworfen werden, sie nicht verhindert oder zur Anzeige gebracht zu haben. Daher besteht auch kein Grund, seinen guten Namen mit diesen widerwärtigen Verbrechen in Verbindung zu bringen, wie es leider durch die Presse geschah.

Doch der Bericht beschränkt sich, wie gesagt, nicht auf die besagten 67 Fälle sexuellem Missbrauchs, die sich in den 70 Jahren zwischen 1945 und 2015 ereignet haben sollen, sondern eben auch – obwohl die Presse hier selten differenzierte – auch mit ca. 500 Fällen körperlicher Gewalt. Dass sich hier die Zustände an der Vorschule und dem Gymnasium der Domspatzen kaum von jenen anderer privater, staatlicher und kirchlicher Internate der 1940er bis 1970er Jahre unterschied, steht auf einem anderen Blatt. Allerdings muss gerechterweise eingestanden werden, dass wohl jeder, der vor 1980 eine deutsche Schule besuchte, zumindest Ohrfeigen/Backpfeifen und „Kopfnüsse“ am eigenen Leib erfahren oder zumindest aus nächster Nähe – beim Banknachbarn etwa – erlebt hat. Auch andere Internate als das der Domspatzen wurden von seinen Schülern als Gefängnis, ja sogar als „Konzentrationslager“ empfunden. Weshalb dieser Umstand häufiger bei kirchlichen als bei weltlichen Internaten thematisiert wird, steht auf einem anderen Blatt. Es war nun einmal so. Ziemlich unschön, aber ausnahmslos.

Auffallend ist an dem Bericht, dass praktisch alle zitierten Zeugen den Wechsel von der Vorschule auf das Domspatzen-Gymnasium in Regensburg geradezu als Erlösung empfanden. Auf S. 164ff. des Berichtes sind Begriffe wie „Paradies“, „Zuckerschlecken“, „bessere Welt“ und „Himmel“ in Verbindung mit Regensburg zu lesen. Nur ein einziger von Hunderten Zeugen war gegenteiliger Meinung. Das mag auch daran gelegen haben, dass es zwischen 1972 und 2015 am Domspatzen-Gymnasium in Regensburg nicht einen einzigen Fall sexuellen Missbrauchs mehr gegeben hat und sich die Körperstrafen zumindest seit den 1970er Jahren fast ausschließlich auf „Ohrfeigen und Kopfnüsse“ beschränkten (S.165). Ausschließlich in diesem Milieu wirkte Domkapellmeister Georg Ratzinger, dem der Bericht ganze acht Seiten widmet.

Obwohl der Darstellung die Krampfhaftigkeit anzumerken ist, mit der nach Verwerflichem gesucht wird, stellten ihm die allermeisten seiner Schüler ein überaus gutes Zeugnis aus. Er wird als „aufrichtig, kompetent und verständnisvoll“ (S. 212), „freundlich, ja liebevoll“ (ebd.), „warmherzig“ (ebd.), „sehr beliebt“ (ebd.) und „von allen Kindern geschätzt“ (ebd.) dargestellt, als jemand, der jeden Nachmittag „die bei ihm übriggebliebenen Kuchenstücke, Kekse und Bonbons“ mit den Kindern teilte. Dabei sei er aber auch ein „absoluter Perfektionist“ (S. 213) gewesen, der „voll mit der Musik auf(ging), das war sein Leben“. Immerhin: „Durch seine Leistungen wurden die Regensburger Domspatzen nie aus der Rangliste der Weltchöre verdrängt“ (ebd.). Lediglich ein gewisser Jähzorn (ebd.), ein aufbrausendes Wesen, das sich aber ebenso schnell wieder beruhigte, wurde kritisiert, aber auch als Ausdruck seines „leidenschaftlichen Wirkens“ und Perfektionismus (ebd.) verstanden. Dabei werden ihm selbst von den lautesten Anklägern allenfalls heftige Ohrfeigen, Ziehen an den Haaren, Werfen mit Stimmgabeln, Taktstöcken und dem Schlüsselbund sowie das Umwerfen eines Stuhls zur Last gelegt (S. 216). Als Körperstrafen 1980 an bayerischen Schulen verboten wurden, hielt auch er sich strikt daran. So musste der Bericht einräumen: „Trotzdem fällt im Gegensatz zu zahlreichen anderen Beschuldigten auf, dass viele Opfer die allgemeine Menschlichkeit von R.(atzinger) schätzten und deshalb in vielen Fällen trotz Gewalt sogar (sic!) positive Erinnerungen mit ihm verbinden.“ (S. 218)

Schon deshalb kommt auch der Bericht zu dem Fazit, dass man Ratzinger allenfalls „mangelnde Reaktionen bei Kenntnis von körperlichen Gewaltvorfällen“ vorwerfen könne. Eine Kenntnis der Fälle sexuellen Mißbrauchs schließt auch das Fazit des Berichtes, der ansonsten den Charakter einer Anklageschrift hat, kategorisch aus.
Es ist lediglich die antiklerikale Presse, die es versäumt, hier zu differenzieren. Es scheint ihr nicht ins Konzept zu passen, dass der erschreckende Bericht den prominentesten Involvierten praktisch gänzlich entlastet."

Das anschließende Interview:

https://www.merkur.de/welt/interview-domspatzen-bericht-entlastet-papst-bruder-georg-ratzinger-zr-8569733.html

13. Juli 2017: Zum Fatima-Jubiläum nach Fatima


Wenn schon nicht den 13. Mai (da hatte er einen Vortrag in Kevelaer) oder den 13. Oktober (Vortrag in Frankfurt und Buchmesse), so wollte Michael Hesemann doch zumindest den 100. Jahrestag der Offenbarung der drei Geheimnisse von Fatima am 13. Juli 1917 in dem portugiesischen Wallfahrtsort verbringen. Gemeinsam mit dem katholischen Publizisten Martin Lohmann nahm er an der abendlichen Lichterprozession und dem morgendlichen Pontifikalamt mit anschließender Prozession teil, traf den Historiker Carlos Evaristo und Oberst Christoph Graf von der Päpstlichen Schweizergarde, der ebenfalls, samt seiner Familie, zu diesem großen Jubiläum nach Fatima gepilgert war. Martin Lohmann veröffentlichte anschließend einen Bericht über Fatima ("Fatima ist kein Fake") in der Tageszeitung "Junge Freiheit". 

6. Juli 2017: Trauer um Kardinal Meisner


Mit dem Heimgang des großen Erzbischofs von Köln verlor auch Michael Hesemann einen wichtigen Unterstützer und Fürsprecher. Da war es Ehrensache, den zeitlebens so geschätzten Verstorbenen mit einem Nachruf zu ehren und natürlich am 15. Juli - gleich nach Hesemanns Rückkehr aus Fatima - zusammen mit den anderen Marienrittern von Jasna Gora an seiner beeindruckenden Bestattungsfeier teilzunehmen. In seinen Nachruf auf den Kardinal, der zum Urgestein der katholischen Kirche in Deutschland wurde, schrieb Hesemann:

"Manchmal gibt uns die Vorsehung einen kleinen Hinweis auf das Schicksal eines Menschen. Bei Benedikt XVI. etwa, der am Karsamstag geboren wurde, an diesem geheimnisvollsten aller Tage im Spannungsfeld zwischen Tod und Auferstehung. Oder bei Papst Franziskus, den man am Fatima-Tag wählte. Doch selten schreibt die „Hand Gottes“ so deutlich wie bei Joachim Kardinal Meisner, der am Weihnachtstag des 1933 geboren wurde – im „Heiligen Jahr der Erlösung“ für alle Katholiken, aber auch im Jahr der Machtergreifung Hitlers, dem Beginn des Nazi-Terrors für die Deutschen. Er kam also inmitten dieses Spannungsfeldes zwischen der antichristlichen Diktatur und der Friedensbotschaft des Erlösers zur Welt – und verbrachte sein Leben damit, standhaft wie ein alttestamentarischer Prophet vor den Gefahren der Gottlosigkeit zu warnen und das Evangelium zu verkünden.
So blieb er zeitlebens unbequem, ein wahrer „peregrinus“, was gerne als „Bürger des Himmels, aber Fremder auf Erden“ gedeutet wird: „Confitentes quia peregrini et hospites sunt super terram“, wie es im Hebräer-Brief (11,13) heißt. Immer alles andere als angepasst, so als habe er den genialen Titel des Prälat Imkamp-Buches „Sei kein Spießer, sei katholisch!“ schon acht Jahrzehnte vor dessen Erscheinen verinnerlicht. Ein Mahner wider den Zeitgeist, knorrig und wetterfest wie eine alte Eiche, an der sich folgerichtig das eine oder andere Wildschwein gerne kratzte. Er eckte an, man konnte ihn dafür lieben, aber auch hassen. Gleichgültig ließ er die wenigsten.(...) Der Ruhestand verlief ganz anders, als er ihn sich erhofft hatte. Einen Hund wollte er sich anschaffen und mit ihm die Eifel durchwandern, hatte er einmal in einem Interview gesagt. Daraus wurde leider nichts, die Knie machten nicht mehr mit. Doch verstummen sollte er nicht, im Gegenteil. Kardinal Meisner blieb wachsam, ein treuer Hüter des Glaubens, der auch im Alter öffentliche Prügel nicht scheute und selbst nicht die kritische Nachfrage in Rom. 
„…wir leben in einer Zeit der Verwirrung, und zwar nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch in der Kirche“ schrieb er mir noch am 29. Dezember 2016, wie recht er da hatte. Und ergänzte, allen Bischöfen ins Stammbuch und zugleich die Begründung für seine Unterzeichnung der „dubia“: „Der Hirt ist von Christus bestellt, die Herde vor Irrtum und vor Verwirrung zu bewahren.“ 
Er, der mit der Botschaft von Fatima enger verbunden war als jeder andere deutsche Bischof und Schwester Lucia, die Seherin, mehrfach getroffen hatte, hoffte damals sehr auf das Fatima-Jahr 2017 und darauf, „dass uns die Muttergottes in der Verwirrung und Sünde nicht untergehen lässt.“ Dass im gleichen Jahr die Bundesregierung die antichristliche Homo-„Ehe“ durchwinken würde, konnte er damals noch nicht ahnen. Doch seine letzten Worte, die er mir schrieb, sind dadurch umso aktueller geworden, ja sie klingen wie ein Vermächtnis, seine letzte Mahnung an unsere Zeit: „Seitdem in unserer Gesellschaft kaum noch das Schöpfungsgedächtnis vorhanden ist, hat man auch vergessen, wer und was der Mensch ist. Und darum geht es drunter und drüber, und man meint noch, den Menschen zu dienen.“ 
Einer, der wahrhaft Gott und den Menschen gedient hat, ist jetzt von uns gegangen. Er ist, wie er es verdient hat, friedlich eingeschlafen, das Brevier in der Hand. So sterben Heilige. Drei Tage zuvor hatte er in Bad Füssing noch Erzbischof Dr. Gänswein getroffen, der ihm Grüße und den Segen seines engen Freundes Papst emeritus Benedikt XVI. übermittelte. Seine liebste Mahnung, immer wenn er um seinen bischöflichen Segen gebeten wurde, lautete: „An Gottes Segen ist alles gelegen!“ Ja, lieber Kardinal Meisner, segnen Sie uns auch jetzt aus dem Haus des Vaters und beten Sie bei Gott für uns und die Kirche in Deutschland, unserem gemeinsamen irdischen Heimatland, das Gott zu vergessen scheint.
Denn dieser eine Trost bleibt: Wir haben jetzt einen neuen Fürsprecher im Himmel!"

Papst Benedikt XVI. schickte zur Trauerfeier eine Grußbotschaft, die von Erzbischof Dr. Georg Gänswein verlesen wurde und die auch Hesemann tief berührte:
"Wir wissen, dass es ihm, dem leidenschaftlichen Hirten und Seelsorger, schwerfiel, sein Amt zu lassen, und dies gerade in einer Zeit, in der die Kirche besonders dringend überzeugender Hirten bedarf, die der Diktatur des Zeitgeistes widerstehen und ganz entschieden aus dem Glauben leben und denken.
Aber umso mehr hat es mich bewegt, dass er in dieser letzten Periode seines Lebens loszulassen gelernt hat und immer mehr aus der tiefen Gewissheit lebte, dass der Herr seine Kirche nicht verlässt, auch wenn manchmal das Boot schon fast zum Kentern angefüllt ist." 

30. Juni 2017: Wegen Kritik an der Homo-"Ehe": Hesemann für drei Tage auf Facebook gesperrt


Michael Hesemann liebt es, mit spitzer Feder auch Ereignisse der Gegenwart zu kommentieren. Das führte zu der zweifelhaften Ehre, eines der ersten Opfer des neuen Zensurgesetzes des deutschen SPD-Innenministers und Merkel-Getreuen Heiko Maas zu werden. Nachdem Bundeskanzlerin Merkel kurz vor den Parlamentsferien mal eben das christliche Menschenbild zur Makulatur erklärte und in Deutschland die Homo-"Ehe" zuließ, kommentierte Hesemann: "Es geht darum, dass die Homos. auch Kinder adoptieren wollen, damit ihr Rollenspiel perfekt ist und sie diese in ihrem Sinn indoktrinieren können." Weil diese Äußerung angeblich gegen die Facebook-Gemeinschaftsstandards verstieß, wurde sie von Facebook gelöscht und Hesemann für drei Tage gesperrt, womit der Konzern wiederum gegen das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verstieß, das aber ohnehin gerade von Maas aus den Angeln gehoben worden war. Glücklicherweise fand Hesemann Unterstützung nicht nur durch hunderte FB-Freunde, sondern auch durch seine treue Hündin Lucy, die kurzerhand unter dem Motto "Wenn Deutschland vor die Hunde geht, müssen wir Hunde das Wort ergreifen" ihr eigenes FB-Profil einrichtete und ihrem Herrchen erlaubte, seine Zielgruppe auf diesem Weg zu erreichen.
So rechtfertigte der Autor noch am selben Tag seine umstrittene Äußerung: "Ich stehe zu dieser Aussage mit allen Konsequenzen, denn sie entspricht der Wahrheit. Natürlich geht es im Endeffekt um das Adoptionsrecht, wer etwas anderes behauptet, der lügt oder macht sich selbst etwas vor. Natürlich ist eine Homo"Familie" ein Rollenspiel, ein Versuch, die echte Familie (Vater, Mutter, eigene Kinder) zu kopieren, was nun einmal biologisch und damit natürlich nicht geht. Und natürlich werden diese Kinder von ihren Homo-Eltern im Sinne der Homo-Ideologie indoktriniert, oder glaubt jemand ernsthaft, sie würden christlich erzogen werden, also nach dem Katechismus der katholischen Kirche, der lehrt, dass gelebte Homosexualität "nicht in Ordnung", "in keinem Fall zu billigen" und Homosexuelle "zur Keuschheit gerufen" sind (KKK § 2357-9)? Dass eine solche Feststellung auf der klaren Grundlage der katholischen Lehre zur Sperrung bei Facebook führt, ist nicht nur ein klarer Verstoß gegen das verfassungsmäßige Recht auf Meinungsfreiheit, sondern auch gegen die Religionsfreiheit. Ich habe daher sofort dagegen protestiert. Es ist aber symptomatisch dafür, dass in Deutschland längst die Schwulibans, also Fanatiker der Homo-Ideologie, die keine andere Meinung dulden und uns Christen nur diffamieren und mundtot machen können, die Kontrolle übernommen haben. Armes Deutschland, wohin gehst Du?"

21. Juni 2017: Erinnerung an Armenien-Besuch von Papst Franziskus

Vor einem Jahr besuchte Papst Franziskus Armenien, die älteste christliche Nation der Welt. Er kam als Botschafter des Friedens und wurde von Zehntausenden gefeiert, die an den Strassen standen oder an den beiden Papstmessen, den beiden Friedensgebeten und dem Besuch des Papstes am Völkermord-Denkmal von Jerewan teilnahmen. Sie zeigten ihre Dankbarkeit dafür, dass Franziskus ein Jahr zuvor die gezielte Vernichtung von 1,5 Millionen Armeniern durch die Türken in den Jahren 1915/16 als "ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts" bezeichnet hat - und bei seinem Besuch 2016, diese Bezeichnung bekräftigte. 

Jetzt, zum ersten Jahrestag des Papstbesuches, kamen Armenier nach Rom, um dem Papst für seine Unterstützung zu danken, die letztendlich auch nach langem Ringen zur Verabschiedung der "Völkermord-Resolution" des Deutschen Bundestages führte, und ihm eine wertvolle Erinnerung an seine Reise in das Land jenseits des biblischen Berges Ararat zu überreichen: Ein Gemälde der armenischen Künstlerin Marietta Armena, das Franziskus mit der Friedenstaube in der Hand vor eben diesem Berg zeigt. 

Marietta Armena hat auf ihrem Werk den Papst als Person von großer spiritueller Ausstrahlung dargestellt, der eine Friedensbotschaft an die Menschheit verkörpert. Inspiriert hat sie nach eigenen Angaben, dass er „zu uns gehalten hat, dass er einen Gedenkgottesdienst für die Opfer des türkischen Völkermords an uns Armeniern gehalten hat und dass er sich bei seinem Besuch in Jerewan nach eigener Aussage wie ein Pilger im ältesten christlichen Land gefühlt hat“. Der Berg Ararat im Hintergrund des Gemäldes ist nicht nur der Ort, an dem Noahs Arche strandete, sondern gilt den Armeniern vor allem als Symbol für ihre Heimat - auch wenn er de facto bereits im türkisch besetzten Westarmenien liegt. Papst Franziskus hält auf dem Bild die rechte Hand segnend - oder mahnend - in die Höhe, auf der linken Hand hebt eine Friedenstaube zum Abflug an. Die Malerin, die sich, sensibilisiert durch die grausamen historischen Erfahrungen ihres Volkes, in vielen Projekten für Friedensarbeit engagiert, legt Wert darauf, dass es ihr nicht um ein armenisches Thema geht, sondern um eine Mahnung für den Frieden und dass sie Franziskus verehrt als einen Mann, der diese Friedensbotschaft wirkmächtig um den Globus schickt: "Mein Traum war, einmal von ihm gesegnet zu werden." Marietta Armena, in Jerewan geboren, lebt seit über 20 Jahren in Bremen und war national und international in etlichen Ausstellungen präsent. Seit vielen Jahren ist ihr das Thema Flucht/Vertreibung/Völkermord eine besondere künstlerische Herausforderung.

Auf Bitten von Azat Ordukhanyan, dem Vorsitzenden des "Armenisch-Akademischen Vereins 1864 e.V.", hatte Dr. h.c. Michael Hesemann die Begegnung der armenischen Delegation mit Franziskus im Rahmen der wöchentlichen Mittwochsaudienz des Papstes arrangiert. So lud Erzbischof Dr. Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, Marietta Armena, Azat Ordukhanyan und die Pressesprecherin des AAV, Ofelya Sargsyan, für den 21. Juni 2017 in den Vatikan ein, wo drei Karten für die "prima fila" auf sie warteten. Die Begegnung mit dem Oberhaupt der katholischen Kirche wurde für die drei orthodoxen Armenier zu einem bewegenden und unvergesslichen Erlebnis und einem Statement für die Ökumene. Dank ihnen hängt jetzt der Berg Ararat im Vatikan!
 

2.-4. Juni 2017: Danzig - auf den Spuren des Deutschen Ordens und der Solidarnosc


Die Ritter der Gottesmutter von Jasna Gora, denen Hesemann seit 2013 angehört, trafen sich zu Pfingsten 2017 in Gdansk (Danzig), um ihres verstorbenen Confraters Prälat Henryk Jankowski, Kaplan der Solidarnosc und geistlicher Führers des späteren polnischen Präsidenten Lech Walesa - ebenfalls Ritter des Ordens - zu gedenken. Das bot Hesemann nicht die Gelegenheit, die schöne alte Hansestadt Danzig zu besichtigen, die nach der fast völligen Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg liebevoll und detailgetreu wieder aufgebaut wurde. Auch ein Besuch am Denkmal des Solidarnosc-Aufstandes, am Denkmal des sel. Märtyrers Pfr. Jerzy Popieluszko sowie auf der Westerplatte, wo der Zweite Weltkrieg mit dem Beschuss eines polnischen Munitionslagers durch das deutsche Kriegsschiff "Schleswig Holstein" am 1.9.1939 begann, standen auf dem Programm. Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Marienburg, der größten Backsteinburg der Welt, die von 1309 bis 1457 Sitz des Hochmeisters und Machtzentrum des Deutschen Ordens war.


30./31. Mai 2017: Beim Gebetsfrühstück im Österreichischen Parlament

Im österreichischen Parlament hat das erste nationale Gebetsfrühstück in Österreich stattgefunden, zu dem auch Dr. h.c.  Michael Hesemann eingeladen wurde. An der nach US-Vorbild ausgerichteten Veranstaltung nahmen über 200 Gäste aus 27 Ländern teil; 36 Politiker aus vier verschiedenen Parteien hatten dazu eingeladen. Glaube und Religion spiele für den einzelnen Menschen sowie für die Gesellschaft im Ganzen eine wichtige und positive Rolle, so die Auffassung der Organisatoren, die bei dem Treffen besonders die überparteiliche und interkonfessionelle Zusammenarbeit hervorhoben.

Die beteiligten Politiker beteten darum, als Verantwortungsträger angesichts von Krieg, Terror, Streit und Gewalt zu Frieden und Versöhnung beitragen zu können. Weiteres Thema war das friedliche Miteinander der Religionen und Weltanschauungen, sowie die materiellen und geistigen Armen - wobei an die Situation einsamer, alleinstehender, depressiver oder von Stress geplagten Menschen erinnert wurde. Angesichts derer müsse die Politik für einen "gerechten und guten gesellschaftlichen Rahmen" sorgen. Gott wurde auch um das Wohl der Kinder und Familien sowie um die Weisheit in der Politik angerufen, wobei im letzten Punkt die selige Politikern Hildegard Burjan Erwähnung fand.

Trennung von Kirche und Staat bedeute nicht, dass das Christentum bzw. die Religionen keine politische Relevanz hätten, betonte die Wiener Gemeinderätin Gudrun Kugler als eine der Organisatoren in ihrer Ansprache. "Im Gegenteil: Christliche Werte wie beispielsweise Solidarität oder das christliche Menschenbild als Grundlage für ethische Entscheidungen sind eine Bereicherung für Politik und Gesellschaft" so die ÖVP-Politikerin. Auch in Zeiten zunehmender Säkularisierung seien Glaube und Religion für die Gesellschaft etwas Positives, was sich etwa im ehrenamtlichen Engagement, in der sinnstiftenden Funktion und im Zusammenhalt durch die Religion bemerkbar mache.

Auf die Wichtigkeit von Religionsfreiheit verwies ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka. Gerade die jüngsten Anschläge gegen Christen würden zeigen, "dass wir weiterhin entschlossen gegen Christenverfolgung und Menschenrechtsverletzungen sowie für Religionsfreiheit eintreten müssen".

Gebetsfrühstücke gibt es seit über 60 Jahren in den USA, wo seit Dwight Eisenhower alle Präsidenten teilgenommen haben. Auch in etlichen nationalen Parlamenten - u.a. in Berlin, Washington, Brüssel, Kiew und Jerusalem - bildeten sich in jüngerer Vergangenheit ähnliche Traditionen. Im Parlament in Wien gibt es seit 1981 regelmäßige kleinere Treffen von Abgeordneten zum Austausch und Gebet, an denen seit 2016 alle sechs Fraktionen vertreten sind. Über Parteigrenzen hinweg wolle man sich dabei "auf persönlicher Ebene finden" und zu einem respektvolleren Umgang miteinander beitragen, erklärte Josef Höchtl, Gründer dieser Gruppe, in der Katholiken, Protestanten und auch ein Moslem vertreten sind. 

Prominente Teilnehmer des ersten nationalen Gebetsfrühstücks waren u.a. Minister Andrä Rupprechter, Bundesrats-Präsidentin Sonja Ledl-Rossmann, der dritte Nationalratspräsident Nobert Hofer, ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka, Der Wiener SP-Demokratiesprecher Peko Baxant, die stellvertretende Klubobfrau des Team Stronach, Waltraud Dietrich, die Europaparlamentarier Barbara Kappel und Alojz Peterle, die Wiener ÖVP-Gemeinderätin Gudrun Kugler-Lang, die Verfassungsgerichtshofs- Vizepräsidentin Brigitte Bierlein und der Präsident der Akademie der Wissenschaften, Prof. Anton Zeilinger.

Die Religionsgemeinschaften waren vertreten u.a. durch die katholischen Weihbischöfe Franz Scharl und Stephan Turnovsky, den serbisch-orthodoxen Bischof Andrej Cilerdzic und den Freikirchen-Vorsitzenden Edwin Jung. Auch viele Mitglieder des Nationalrates, des Bundesrates, der Landtage und etliche Botschafter und Abgeordnete aus verschiedenen Ländern waren zugegen, darunter Robert Aderholt und Bob McEwen, zwei Mitglieder des USA-Repräsentantenhauses.


Dem Treffen vorausgegangen war eine Führung durch die Kapuzinergruft, in der sich auch das Grab der vor 300 Jahren geborenen Maria Theresia und des großen Otto von Habsburg befinden, durch das aktuelle Oberhaupt des Hauses Habsburg, SkkH Erzherzog Karl von Habsburg.

Hesemann nutzte die Gelegenheit zudem zu einem Besuch in der Wiener UNO-City und im Kloster der armenisch-katholischen Mechitaristen-Mönche, durch dessen eindrucksvolle Sammlungen ihn Pater Vahan führte.



24. Mai 2017: Begegnung mit Kardinal Sarah


Ein Buch, zu dem Papst emeritus Benedikt XVI. das Vorwort geschrieben hat (und den Autor als "geistlichen Lehrer, der aus der Tiefe des Schweigens mit dem Herrn, aus der inneren Einheit mit ihm spricht und so einem jeden von uns wirklich etwas zu sagen hat" preist) und das von seinem persönlichen Sekretär, Erzbischof Dr. Gänswein vorgestellt wird, ist dazu prädestiniert, das Buch des Jahres zu werden. Dieses Prädikat hat "Die Kraft der Stille" von Robert Kardinal Sarah sich redlich verdient. Ein Buch, das zu nicht weniger als zur Begegnung mit Gott einlädt. So war auch Michael Hesemann zur Buchvorstellung nach Rom gekommen, um dort den Kardinal, den viele schon für den nächsten Papst halten, persönlich zu erleben. Als kleine Anregung, vielleicht für ein drittes Buch, schenkte er ihm die englische Ausgabe von "Maria von Nazareth", versehen mit einer sehr persönlichen Widmung.

17. Mai 2017: Hesemanns Fatima-Buch in Ungarn ein Bestseller


Über 200 Besucher waren gekommen, als der ungarische Verlag "Magyar Nyugat Könyvkiado" Hesemanns Buch "Fatima titkai" (dt.: "Das letzte Geheimnis von Fatima") am 17. Mai im Prunksaal des Prämonstratenser-Gymnasiums zu Szombathely vorstellte. Es sprachen Dr. Ferenc Gyurácz, Geschäftsführer des Verlags "Magyar Nyugat", Phd. Dr. Gyula Perger, Pfarrer, Bistumsreferent und Direktor des Besucherzentrums der Diözese Szombathely und Fachlektor des Buches sowie sein Übersetzer Ferenc Laki. Da Dr. Hesemann aus terminlichen Gründen nicht kommen konnte, wurde seine Rede in ungarischer Übersetzung verlesen:

"Hochwürdige Herren,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
mit großer Freude erfuhr ich, dass heute die ungarische Ausgabe meines Buches „Das letzte Geheimnis von Fatima“ erscheint. Ich bedaure sehr, an der heutigen Buchpräsentation nicht teilnehmen zu können, möchte Ihnen aber gerne zukünftig für Vorträge u.a. zur Verfügung stehen. Bitte erlauben Sie mir jedoch zumindest auf diesem Wege ein paar Worte zu der nicht zu unterschätzenden Bedeutung der Botschaft von Fatima, die vor genau 100 Jahren offenbart wurde, für unsere Zeit.

1. Ich betrachte Fatima als den beeindruckendsten und wirkmächtigsten Eingriff Gottes in unsere Geschichte seit der Zeit der Apostel. Seine Botschaft, offenbart durch die Jungfrau Maria, bestätigt nichts weniger als den freien Willen des Menschen, seine Verantwortung für seine Zukunft. Alle authentischen Botschaften, Warnungen und Prophezeiungen sind Einladungen Gottes, sie mitzugestalten. So wichtig ist die menschliche Würde, so mächtig ist Gottes Liebe für uns! Er hat uns in Seiner Barmherzigkeit zu Seinen Partnern gemacht, mitverantwortlich für unsere Zukunft. Wenn wir Marias Aufruf zum Gebet, zur Buße und zur Umkehr folgen, können wir alles Böse überwinden. 

2. Zeit und Ort dieser Erscheinungen sind providentiell und offenbaren, dass  sie "von oben" orchestriert wurden. Diese Tatsache allein beweist, dass die deistische Hypothese falsch ist, der Glaube, dass Gott zwar irgendwo in weiter Ferne existiert, aber passiv und nicht an uns interessiert ist. 1917 feierten die Protestanten den 400. Jahrestag der Reformation und es war Luther, der behauptete, dass der Mensch keinen freien Willen habe, dass Gott gut und böse durch den Menschen wirkt und dass "Glaube allein" uns Erlösung bringt, dass keine guten Taten, keine Gebete oder Wallfahrten dazu nötig sind. Aber Luther wurde von der Jungfrau von Fatima widerlegt, die uns einlädt, täglich den Rosenkranz zu beten, an fünf aufeinanderfolgenden Samstagen die Sühnekommunion zu empfangen und den Papst und die Bischöfe bittet, Russland und die Welt ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen, um seine Bekehrung zu bewirken und den Frieden zu erlangen. 1917 feierte zudem die Freimaurerei den 200. Jahrestag der Gründung ihrer ersten Großloge in London im Jahre 1717. Die freimaurerische Ideologie basiert nicht nur auf dem Deismus, sondern auch auf der gnostischen Häresie der Selbsterlösung und der Aufklärung und verfolgt eine dezidiert antikatholische Agenda. Eben in jenem Jahr 1917 erlebte Maximilian Kolbe, einer der größten Heiligen des 20. Jahrhunderts, eine Freimaurer-Prozession in Rom mit dem Slogan "Satan muss im Vatikan herrschen. Der Papst wird sein Sklave sein." auf dem Banner. Ein Jahr später wurde Kaiser Wilhelm II. von deutschen Freimaurern gewarnt, dass der Grand Orient der Freimaurer alle souveränen Monarchen in Europa zur Abdankung zwingen wollte - was tatsächlich 1918 geschah – und beabsichtige, die katholische Kirche zu zerstören und Europa unter die Kontrolle des amerikanischen Großkapitals zu bringen, wie es in einem Dokument heißt, das ich im Vatikanischen Geheimarchiv gefunden habe. Der Bolschewismus sei das Instrument der Freimaurerei, um dieses Ziel zu erreichen. In der Tat war 1917 auch das Jahr der russischen Revolution, die in einer massiven Verfolgung der Kirche endete, aber auch des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg, das Jahr also, in dem die beiden Supermächte geboren wurden, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts für die nächsten 74 Jahre prägten. Zudem war es das Jahr der Befreiung Jerusalems und der Beginn einer neuen (Un)Ordnung im Nahen Osten. In der Tat, und da bin ich mir mit einer ganzen Reihe renommierter Historiker einig, war 1917 das Schicksalsjahr schlechthin des 20. Jahrhunderts.  Doch von all dem hatten die drei Hirtenkinder von Fatima, die gerade 7, 8 und 10 Jahre alt waren und weder lesen noch schreiben konnten, keine Ahnung gehabt. Ja sie haben nicht einmal verstanden, was die „Frau, in Licht gekleidet“ überhaupt meinte, als sie davon sprach, „Russia“ würde ihre Irrtümer verbreiten; sie glaubten, es sei eine sündige Frau, für deren Bekehrung sie beten sollten. Von einem Land dieses Namens hatten sie noch nie gehört. 

3. Die schiere Tatsache, dass die Gottesmutter von Fatima in ihrer Botschaft in groben Zügen die ganze Geschichte des 20. Jahrhunderts offenbarte, was weit über den geistigen Horizont und das Vorstellungsvermögen der Kinder hinausging, beweist doch, dass diese Botschaft tatsächlich vom Himmel kam und nicht etwa ihrer Fantasie entsprang. Die Gottesmutter gab ihnen nicht weniger in die Hand als den Schlüssel, den Lauf der Geschichte zu verändern! Dieser Schlüssel besteht aus drei Teilen: Gebet, Sühne, Weihe! In ihrer Botschaft, die sie den Hirtenkindern am 13. Juli 1917 offenbarte, machte die Gottesmutter sehr deutlich, dass sämtliche Kriege und Katastrophen die Resultate unserer Sünden sind: "Wenn die Menschen nicht aufhören, Gott zu beleidigen" würde ein neuer Krieg ausbrechen, der "Hungersnot und Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters“ zur Folge habe: „Um das zu verhindern, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz… zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören." Das bedeutet, dass Gott in seiner Barmherzigkeit das Schicksal der Welt in unsere Hände legte! Und tatsächlich kam es, wie es vorhergesagt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg lebte die Menschheit weiter, als ob Gott nicht existieren würde, sie hörte nicht auf, ihn zu beleidigen. In Russland, Spanien und Mexiko verursachte der Bolschewismus die schwersten Verfolgungen der Kirche. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus - wie von der Jungfrau von Fatima vorausgesagt nach einem "unbekannten Licht in der Nacht", einer ungeheuren Aurora borealis, die noch im Mittelmeerraum sichtbar war, "während des Pontifikats von Pius XI", was sich offensichtlich auf Hitlers Einmarsch in Österreich sechs Wochen nach dem Nordlicht bezog. Mitten in diesem Krieg, am 31. Oktober 1942, weihte Papst Pius XII. in seiner Radio-Botschaft an die portugiesische Nation tatsächlich Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens, wenn auch nicht, wie von der Gottesmutter verlangt, gemeinsam mit allen Bischöfen. Doch trotzdem geschah ein Wunder. Innerhalb von drei Tagen nach der Weihe begann die Schlacht von el-Alamein und erwies sich als die erste Niederlage von Hitlers bis dahin unbesiegter Armee im Zweiten Weltkrieg. Wie Sir Winston Churchill später erklärte: "Vor Alamein hatten wir nie einen Sieg, nach Alamein hatten wir nie eine Niederlage." Die Schlacht von Stalingrad begann drei Wochen später. Der Krieg beendete die schwerste Verfolgung der Kirche in Russland, aber nicht die Ausbreitung des Kommunismus. Erst 1984, nach dem Attentat auf dem Petersplatz am 13. Mai 1981, dem 74. Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima, das er nur durch ein Wunder überlebt hatte, weihte Papst Johannes Paul II. Russland und die Welt gemeinsam mit allen Bischöfen dem Unbefleckten Herzen Mariens. Zu diesem Zeitpunkt war eines der drei Hirtenkinder von Fatima, Lucia, noch am Leben; sie starb erst 2005. Sie war zunächst in den Orden der Dorotheenschwestern, dann, 1948, in den Karmel von Coimbra eingetreten und hatte zeitlebens Visionen und Botschaften der Gottesmutter empfangen. Sie glaubte, auf der Grundlage dieser Botschaften, dass der Dritte Weltkrieg, ein verheerender Atomkrieg, im Jahr 1985 ausgebrochen wäre, wenn die Weihe nicht zuvor stattgefunden hätte. Doch stattdessen kam 1985, ein Jahr nach der Weihe, Michail Gorbatschow an die Macht und begann seine Perestroika. 1988 wurden alle Freiheiten der Kirche wiederhergestellt, 1991 brach die kommunistische Sowjetunion zusammen. Was folgte, war das größte Wunder unserer Zeit. Das atheistische, materialistische Sowjetrussland bekehrte sich und wurde wieder orthodox! 

4. Kommen wir noch auf das vieldiskutierte „Dritte Geheimnis“ von Fatima zu sprechen. Das "Dritte Geheimnis" ist eine Vision von einer Prozession von Gläubigen, Laien und kirchlichen Würdenträgern, angeführt von einem ganz in weiß gekleideten Papst, durch eine zerstörte Stadt, vorbei an tausenden Leichen und schließlich einen steilen Berg hinauf, der von einem Kreuz gekrönt wird. Als sie seinen Gipfel erreichen, erscheinen Soldaten mit Schusswaffen und Pfeilen und töten den Papst und die Gläubigen. Im Jahr 2000 glaubte Kardinal Ratzinger, die Vision würde symbolisch die Verfolgungen der Kirche im 20. Jahrhundert darstellen, gipfelnd in dem Attentat auf Papst Johannes Paul II.. Doch schon ein Jahr später, nach dem 11. September 2001, war man sich  nicht mehr sicher, ob sie sich nun wirklich nur auf die Vergangenheit oder vielleicht doch auch auf die Zukunft bezieht. Die Christenverfolgung hat weltweit einen neuen, tragischen Höhepunkt erreicht, der "islamische Staat" erklärte der „Nation des Kreuzes“ und "Rom" offen den Krieg. Russland hat sich zwar bekehrt, aber leider nicht der Rest der Menschheit, im Gegenteil. Im Westen verdunstet der Glaube, werden himmelschreiende Verbrechen wie die Millionen von Abtreibungen praktiziert, wird die antichristliche „Gender“-Doktrin propagiert und der schiere Hedonismus gelebt. Deshalb können wir in der Tat neue „Strafgerichte“ erwarten, die doch nichts anderes sind als die Resultate unseres gottlosen, sündhaften Handelns. Wie Papst Benedikt XVI. auf seiner Pilgerreise nach Fatima 2010 erklärte: "Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.

5. Ich glaube, Papst Franziskus ist der dritte "Fatima-Papst". Der erste, Pius XII., empfing am 13. Mai 1917, ausgerechnet am Tag der ersten Erscheinung also, seine Bischofsweihe aus den Händen von Papst Benedikt XV. und war es, der 1942 erstmals Russland weihte. Später, 1950, hatte er in den vatikanischen Gärten an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine Vision des Sonnenwunders. Der zweite war natürlich Johannes Paul II. , der am 13. Mai 1981 das Attentat überlebte und die endgültige Weihe Russlands 1984 vollzog. Papst Franziskus wurde am 13. März 2013, einem Fatima-Tag also, gewählt und weihte am 13. Mai 2013 sein Pontifikat der Gottesmutter von Fatima. Am 13. Oktober 2013 ließ er das Gnadenbild von Fatima nach Rom einflogen, um diese Anvertrauung in ihrer Gegenwart zu wiederholen. Am 12./13. Mai 2017 schließlich pilgerte er nach Fatima „um der heiligen Jungfrau das irdische und jenseitige Schicksal der Menschheit anzuvertrauen“ und die Seherkinder Jacinta und Francisco heilig zu sprechen.  Während seines Pontifikats erreichten die Verfolgung der Christen und die Gefahr eines Dritten Weltkriegs einen neuen Höhepunkt. Deshalb hat Papst Franziskus uns alle am 7. Mai 2017, während seines wöchentlichen Regina Coeli-Gebets am Sonntag, erneut eingeladen, jeden Tag den Rosenkranz "für den Frieden" zu beten. Er weiß, wie groß die Gefahr für uns alle ist und der Ruf nach Gebet, Buße und Bekehrung aus Fatima dringender und aktueller denn je.Ich wäre glücklich, wenn mein Buch weite Verbreitung in Ihrem wunderbaren Land finden würde. Ich danke Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen und Ihrem geliebten Heimatland Ungarn Gottes reichen Segen!"

Die Buchpräsentation fand landesweit große Beachtung, hier einige Presseberichte:
http://www.frisss.hu/minifrisss/megjelent-michael-hesemann-fatima-titkai-cimu-konyve
http://www.martinus.hu/hirek/7249/megjelent-michael-hesemann-fatima-titkai-cimu-konyvenek-magyar-kiadasa-szombathelyi-bemutato-majus-17-en
http://www.magyarkurir.hu/hirek/megjelent-michael-hesemann-fatima-titkai-cimu-konyve
http://vaol.hu/civil/konyvbemutato-a-fatimai-jelenesek-centenariuman-1836451

Der Erfolg: Schon nach einer Woche meldete Übersetzer Laky dem Autor: "Die Nachfrage ist groß, die erste Auflage wird bald (noch im Mai) vergriffen sein." 

13. Mai 2017: Hesemann spricht in Kevelaer über Fatima 

„Fatima widerlegt die größte Lüge unserer Zeit, die Einbildung, dass Gott nicht existiere.“ Dies betonte der Historiker und Autor Dr. h.c. Michael Hesemann in einem Vortrag bei einer Veranstaltung von KIRCHE IN NOT am 13. Mai im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer.

Dieses Datum war bewusst gewählt, denn vor genau 100 Jahren ist die Muttergottes drei Hirtenkindern im portugiesischen Dorf Fatima erstmals erschienen.

Im Mittelpunkt seines Vortrags erläuterte Hesemann, dass der Ort Fatima und der Zeitpunkt der Marienerscheinungen die „Handschrift der göttlichen Vorsehung“ tragen würden. Wissenschaftlich fundiert ordnete er die Ereignisse der Erscheinungen historisch ein.

Das Jahr 1917 sei unter mehrfacher Hinsicht ein „Schlüsseljahr des 20. Jahrhunderts“: Mit dem Kriegseintritt der USA wurde der Krieg in Europa zum Ersten Weltkrieg; durch die Oktoberrevolution begann der Aufstieg der UdSSR zur Weltmacht und mit der Absetzung des Zaren die Umwandlung Europas und der politische Siegeszug der Freimaurerei.Die Gründung der ersten Großloge war genau 200 Jahre zuvor erfolgt, im Jahr 1717. Die Freimaurerei verfolgt ein entschieden antikirchliches Programm.

Aber auch Portugal sei kein zufälliger Ort der Erscheinungen. In dem westeuropäischen Land gab es Anfang des 20. Jahrhunderts eine Revolution durch Freimaurer gegen die Kirche und die kirchliche Tradition.
„Die Tage des portugiesischen Katholizismus seien gezählt, frohlockte man in Kreisen der Revolutionsregierung. Doch sie hatten bekanntlich die Rechnung ohne die Gottesmutter gemacht“, so Hesemann.

Der Ortsname Fatima geht auf eine muslimische Frau mit diesem Namen zurück, die einen christlichen Fürsten heiratete, der gegen die maurischen Besatzer kämpfte. Sie konvertierte zum Christentum und nahm den Namen Oureana an. Das Dorf, das das Ehepaar vom König als Geschenk erhielten, trug diesen Namen und heißt heute Ourem – ein nahe gelegener Ort des heutigen Fatima. Nach dem frühen Tod der Frau ging der Ehemann in ein Kloster. Seine Frau wurde im nahe gelegenen Dorf beigesetzt, das später den Namen Fatima erhielt.

„Hinter all dem spricht die göttliche Vorsehung in deutlicher Sprache zu uns“, fasst Hesemann zusammen. Mit den drei Elementen Gebet, Sühne und Weihe habe die Gottesmutter den Schlüssel weitergegeben, um die Geschichte der Menschheit zu verändern. In der Folge dieser Botschaft wurden 1942 und 1984 von den damaligen Päpsten die Welt dem Herzen Mariens geweiht.

Die Welt dem Herzen Mariens geweiht Das Resultat wenige Jahre später war der Untergang des atheistischen Sowjetrusslands. „Ich bewundere das russische Volk für seine Rückkehr zum Glauben seiner Väter, während zeitgleich hier im Westen der Glauben zu verdunsten droht. Ich erinnere daran, dass die Botschaft von Fatima eine ganz deutliche Warnung beinhaltet: Wenn sich die Menschen von Gott abkehren, wenn sie fortfahren, ihn zu beleidigen, wird es weitere Kriege und Katastrophen geben“, sagte Hesemann.  

Hier der komplette Text seines Vortrages:
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Welchen Einfluss die Fatima-Madonna und deren Botschaften auch in der Neuzeit hat, stellte der emeritierte Bischof von Hongkong, Joseph Kardinal Zen Ze-kiun, in einem Podiumsgespräch auf der gleichen Veranstaltung heraus. Ein Bildnis der Muttergottes von Fatima darf zum Beispiel nicht nach China eingeführt werden, andere Muttergottes-Darstellungen seien dagegen unproblematisch, so der Kardinal.

„Die Regierung hat Angst vor der Muttergottes von Fatima. Ihre Botschaften gelten als antikommunistisch. Unsere Liebe Frau hatte Recht: Der Kommunismus ist etwas Furchtbares. Die Menschen in China leben heute in Armut und in einem Heidentum, in dem es nur noch um Geld und Macht geht“, so Kardinal Zen. Wiederholt betonte er im Podiumsgespräch, dass es der Kommunistischen Partei vielmehr um Kontrolle und Machterhalt ginge als um die kommunistische beziehungsweise marxistische Lehre. „Doch echter Fortschritt kann sich nicht ohne Freiheit durchsetzen.“ Dieser Einfluss der staatsführenden Partei betrifft auch die Kirche. Die Regierung wolle eine von Rom unabhängige Kirche, so Kardinal Zen. Doch das ist nicht möglich, weil die katholische Kirche universal ist. Heute leidet die Kirche vor allem unter politischen Schikanen.„Die Kommunistische Partei hat alle Macht. Die offizielle Kirche ist ein Sklave. Sie ist nicht frei“, stellte er fest. Die vom kommunistischen Staat gegründete „Chinesische Katholische Patriotische Vereinigung“ überwacht das kirchliche Leben der Katholiken. Romtreue Katholiken, die sich der staatlichen Kontrolle entziehen, können ihren Glauben nur eingeschränkt in einer Art „Untergrundkirche“ leben. Dennoch steigt die Zahl der Gläubigen. Am 24. Mai ist der Weltgebetstag für die Kirche in China, den Papst Benedikt XVI. 2007 eingeführt hatte. Damals hatte er einen Brief an die chinesischen Katholiken gerichtet. Kardinal Zen bezeichnete diesen Papstbrief als ein „Meisterwerk“, da er von einem klugen Gleichgewicht geprägt sei: Er habe die katholische Lehre, aber auch das politische Umfeld im Blick. Doch der Brief sei leider nicht richtig beachtet worden, bedauerte Kardinal Zen. Er wurde in China falsch übersetzt und sehr einseitig interpretiert, es würden oft nur Halbsätze zitiert. Dennoch ist er sich sicher: „Nur durch Gebet bewirkt man eine Umkehr, nicht allein mit Politik.“ Die Veranstaltung endete mit einem Gottesdienst in der Basilika, der von Wallfahrtsdirektor und dem designierten Weihbischof Rolf Lohmann zelebriert wurde, und einer Lichterprozession vor der Gnadenkapelle in Kevelaer. (Bericht und Foto: Kirche in Not)


Um die Einladung von "Kirche in Not" annehmen zu können, hatte Hesemann auf seine geplante Teilnahme am Papstbesuch in Fatima und der Heiligsprechung der beiden Seherkinder Jacinta und Francisco, für die er bereits Flug und Hotel gebucht hatte, verzichtet. "Ich opfere diese Erfüllung eines Herzenswunsches auf für die Bekehrung Deutschlands, um die wir alle die Gottesmutter bitten müssen", erklärte er in Kevelaer. 

Tatsächlich widmete Hesemann sich im Fatima-Jubiläumsjahr 2017 intensiv der Verbreitung der Botschaft der Gottesmutter und hielt Vorträge in Darmstadt-Rossdorf (4.4.), Würzburg (7.4.), Bregenz/Österreich (8.4.), Kevelaer (20.4. und 13.5.), Heroldsbach (22.4.), Opfenbach (27.4.), Oberstaufen (28.4.), Myhl (28.5.), Heede (21.5.), Overath (9.6.) und Fulda (17.6.)... (Fortsetzung folgt). 


Hesemann in Fatima, Hesemann mit Deborah Castellano Lubov und "Inside the Vatican"-Herausgeber Robert Moynihan

12. Mai 2017:  „In Fatima legte Gott das Schicksal der Welt in unsere Hände“


Die US-Vaticanista Deborah Castellano-Lubov ("ZENIT", "Inside the Vatican") interviewt Dr. h.c. Michael Hesemann, Autor des Bestsellers „Das letzte Geheimnis von Fatima“.

- Dr. Hesemann, Sie gehören zu den meistgelesenen Autoren zum Thema Fatima, Ihr aktuelles Buch „Das letzte Geheimnis von Fatima“ und sein Vorgänger, „Das Fatima-Geheimnis“, wurden in vier Sprachen zu Bestsellern. Warum sind die Erscheinungen, die sich vor genau hundert Jahren ereigneten, immer noch aktuell?

Hesemann: Ich betrachte Fatima als den beeindruckendsten und wirkmächtigsten Eingriff Gottes in unsere Geschichte seit der Zeit der Apostel. Seine Botschaft, offenbart durch die Jungfrau Maria, bestätigt nichts weniger als den freien Willen des Menschen, seine Verantwortung für seine Zukunft. Alle authentischen Botschaften, Warnungen und Prophezeiungen sind Einladungen Gottes, sie mitzugestalten. So wichtig ist die menschliche Würde, so mächtig ist Gottes Liebe für uns! Er hat uns in Seiner Barmherzigkeit zu Seinen Partnern gemacht, mitverantwortlich für unsere Zukunft. Wenn wir Marias Aufruf zum Gebet, zur Buße und zur Umkehr folgen, können wir alles Böse überwinden.

- Was macht Sie sicher, dass Fatima tatsächlich ein solcher Eingriff Gottes war?

Hesemann: Zeit und Ort dieser Erscheinungen sind providentiell und offenbaren, dass sie "von oben" orchestriert wurden. Diese Tatsache allein beweist, dass die deistische Hypothese falsch ist, der Glaube, dass Gott zwar irgendwo in weiter Ferne existiert, aber passiv und nicht an uns interessiert ist. 1917 feierten die Protestanten den 400. Jahrestag der Reformation und es war Luther, der behauptete, dass der Mensch keinen freien Willen habe, dass Gott gut und böse durch den Menschen wirkt und dass "Glaube allein" uns Erlösung bringt, dass keine guten Taten, keine Gebete oder Wallfahrten dazu nötig sind. Aber Luther wurde von der Jungfrau von Fatima widerlegt, die uns einlädt, täglich den Rosenkranz zu beten, an fünf aufeinanderfolgenden Samstagen die Sühnekommunion zu empfangen und den Papst und die Bischöfe bittet, Russland und die Welt ihrem Unbefleckten Herzen zu weihen, um seine Bekehrung zu bewirken und den Frieden zu erlangen. 1917 feierte zudem die Freimaurerei den 200. Jahrestag der Gründung ihrer ersten Großloge in London im Jahre 1717. Die freimaurerische Ideologie basiert nicht nur auf dem Deismus, sondern auch auf der gnostischen Häresie der Selbsterlösung und der Aufklärung und verfolgt eine dezidiert antikatholische Agenda. Eben in jenem Jahr 1917 erlebte Maximilian Kolbe, einer der größten Heiligen des 20. Jahrhunderts, eine Freimaurer-Prozession in Rom mit dem Slogan "Satan muss im Vatikan herrschen. Der Papst wird sein Sklave sein." auf dem Banner. Ein Jahr später wurde Kaiser Wilhelm II. von deutschen Freimaurern gewarnt, dass der Grand Orient der Freimaurer alle souveränen Monarchen in Europa zur Abdankung zwingen wollte - was tatsächlich 1918 geschah – und beabsichtige, die katholische Kirche zu zerstören und Europa unter die Kontrolle des amerikanischen Großkapitals zu bringen, wie es in einem Dokument heißt, das ich im Vatikanischen Geheimarchiv gefunden habe. Der Bolschewismus sei das Instrument der Freimaurerei, um dieses Ziel zu erreichen. In der Tat war 1917 auch das Jahr der russischen Revolution, die in einer massiven Verfolgung der Kirche endete, aber auch des Eintritts der Vereinigten Staaten in den Ersten Weltkrieg, das Jahr also, in dem die beiden Supermächte geboren wurden, die die Geschichte des 20. Jahrhunderts für die nächsten 74 Jahre prägten. Zudem war es das Jahr der Befreiung Jerusalems und der Beginn einer neuen (Un)Ordnung im Nahen Osten. In der Tat, und da bin ich mir mit einer ganzen Reihe renommierter Historiker einig, war es das Schicksalsjahr schlechthin des 20. Jahrhunderts. Doch von all dem hatten die drei Hirtenkinder von Fatima, die gerade 7, 8 und 10 Jahre alt waren und weder lesen noch schreiben konnten, keine Ahnung gehabt. Ja sie haben nicht einmal verstanden, was die „Frau, in Licht gekleidet“ überhaupt meinte, als sie davon sprach, „Russia“ würde ihre Irrtümer verbreiten; sie glaubten, es sei eine sündige Frau, für deren Bekehrung sie beten sollten. Von einem Land dieses Namens hatten sie noch nie gehört. 
Die schiere Tatsache, dass die Gottesmutter von Fatima in ihrer Botschaft in groben Zügen die ganze Geschichte des 20. Jahrhunderts offenbarte, was weit über den geistigen Horizont und das Vorstellungsvermögen der Kinder hinausging, beweist doch, dass diese Botschaft tatsächlich vom Himmel kam und nicht etwa ihrer Fantasie entsprang. Die Gottesmutter gab ihnen nicht weniger in die Hand als den Schlüssel, den Lauf der Geschichte zu verändern!

- Was war dieser Schlüssel?

Hesemann: Gebet, Sühne, Weihe! In ihrer Botschaft, die sie den Hirtenkindern am 13. Juli 1917 offenbarte, machte die Gottesmutter sehr deutlich, dass sämtliche Kriege und Katastrophen die Resultate unserer Sünden sind: "Wenn die Menschen nicht aufhören, Gott zu beleidigen" würde ein neuer Krieg ausbrechen, der "Hungersnot und Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters“ zur Folge habe: „Um das zu verhindern, werde ich kommen, um die Weihe Russlands an mein Unbeflecktes Herz… zu verlangen. Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören." Das bedeutet, dass Gott in seiner Barmherzigkeit das Schicksal der Welt in unsere Hände legte! Und tatsächlich kam es, wie es vorhergesagt wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg lebte die Menschheit weiter, als ob Gott nicht existieren würde, sie hörte nicht auf, ihn zu beleidigen. In Russland, Spanien und Mexiko verursachte der Bolschewismus die schwersten Verfolgungen der Kirche. Dann brach der Zweite Weltkrieg aus - wie von der Jungfrau von Fatima vorausgesagt nach einem "unbekannten Licht in der Nacht", einer ungeheuren Aurora borealis, die noch im Mittelmeerraum sichtbar war, "während des Pontifikats von Pius XI", was sich offensichtlich auf Hitlers Einmarsch in Österreich sechs Wochen nach dem Nordlicht bezog. Mitten in diesem Krieg, am 31. Oktober 1942, weihte Papst Pius XII. in seiner Radio-Botschaft an die portugiesische Nation tatsächlich Russland dem Unbefleckten Herzen Mariens, wenn auch nicht, wie von der Gottesmutter verlangt, gemeinsam mit allen Bischöfen. Doch trotzdem geschah ein Wunder. Innerhalb von drei Tagen nach der Weihe begann die Schlacht von el-Alamein und erwies sich als die erste Niederlage von Hitlers bis dahin unbesiegter Armee im Zweiten Weltkrieg. Wie Sir Winston Churchill später erklärte: "Vor Alamein hatten wir nie einen Sieg, nach Alamein hatten wir nie eine Niederlage." Die Schlacht von Stalingrad begann drei Wochen später. Der Krieg beendete die schwerste Verfolgung der Kirche in Russland, aber nicht die Ausbreitung des Kommunismus. Erst 1984, nach dem Attentat auf dem Petersplatz am 13. Mai 1981, dem 74. Jahrestag der ersten Erscheinung von Fatima, das er nur durch ein Wunder überlebt hatte, weihte Papst Johannes Paul II. Russland und die Welt gemeinsam mit allen Bischöfen dem Unbefleckten Herzen Mariens. Zu diesem Zeitpunkt war eines der drei Hirtenkinder von Fatima, Lucia, noch am Leben; sie starb erst 2005. Sie war zunächst in den Orden der Dorotheenschwestern, dann, 1948, in den Karmel von Coimbra eingetreten und hatte zeitlebens Visionen und Botschaften der Gottesmutter empfangen. Sie glaubte, auf der Grundlage dieser Botschaften, dass der Dritte Weltkrieg, ein verheerender Atomkrieg, im Jahr 1985 ausgebrochen wäre, wenn die Weihe nicht zuvor stattgefunden hätte. Doch stattdessen kam 1985, ein Jahr nach der Weihe, Michail Gorbatschow an die Macht und begann seine Perestroika. 1988 wurden alle Freiheiten der Kirche wiederhergestellt, 1991 brach die kommunistische Sowjetunion zusammen. Was folgte, war das größte Wunder unserer Zeit. Das atheistische, materialistische Sowjetrussland bekehrte sich und wurde wieder orthodox!

- Aber es gibt doch Stimmen, die daran zweifeln, dass die Weihe gültig war und dass Russland tatsächlich bekehrt wurde ...

Hesemann: Nun, tatsächlich gibt es einige Fatima-Verschwörungstheoretiker. Sie glauben auch, dass Schwester Lucia durch eine Doppelgängerin ersetzt wurde und verweisen als Beweis auf alte Fotos, die sie beim Lächeln zeigen. Tatsächlich sehen ihre Zähne auf Fotos aus den 1930er Jahren anders aus als auf Aufnahmen aus der Zeit nach 1950. Doch das hat den einfachen Grund, dass sie 1947/8 an einer Kieferentzündung litt, weswegen man alle ihre Zähne zog und durch Künstliche ersetzte. Doch ihre Verwandten, die Sr. Lucia ihr ganzes Leben lang im Kloster besuchten, bezeugen, dass sie stets dieselbe war. Die gleichen Verschwörungstheoretiker behaupten auch, dass die Weihe ungültig sei, obwohl Sr. Lucia immer wieder schriftlich wie mündlich und sogar vor laufender Kamera, von ihrem Dolmetscher Carlos Evaristo gefilmt, das Gegenteil erklärte. Ich interviewte letztes Jahr ihre Nichte, die sie regelmäßig besuchte, und sie bestätigte mir, dass Sr. Lucia immer sagte: "Unsere Liebe Frau hat versprochen, dass Russland sich bekehren würde, und schau, was geschehen ist: es hat sich bekehrt!" Tatsächlich ist es die beeindruckendste Bekehrung der Geschichte. In Russland wurden seit 1990 über 29.000 Kirchen neu eröffnet, also im Schnitt drei an jedem Tag des Jahres! Wo auf der Welt hat es so etwas schon einmal gegeben? Die Zahl der Klöster wuchs von 15 auf 788, die Zahl der Gläubigen von unter 50 Millionen in 1990 auf über 113 Millionen heute. 82% aller Russen bezeichnen sich heute als gläubige, orthodoxe Christen. Der russische Staat stellt etatmäßig jedes Jahr über 100 Millionen Euro für den Bau oder die Renovierung von Kirchen, die von den Kommunisten zerstört oder missbraucht worden sind, zur Verfügung. Die 500 theologischen Seminare des Landes – vor 30 Jahren gab es gerade einmal zwei - sind voller junger Männer, die ihrer Berufung folgen. Ich wurde persönlich Zeuge dieser religiösen Wiedergeburt Russlands, als ich im vergangenen Jahr St. Petersburg und Moskau besuchte. Ich hörte orthodoxe Gesänge direkt auf dem Roten Platz. Man hatte die Kathedrale Unserer Lieben Frau von Kazan, die von Stalin zerstört worden war, wieder aufgebaut und seitdem werden alle dort zelebrierten Liturgien und Gebete fünfmal am Tag mit Lautsprechern auf den Platz übertragen. Lenin dreht sich sicher in seinem Mausoleum herum – das ist schon fast ein Exorzismus!

- Im Jahr 2000 veröffentlichte der Vatikan den dritten Teil des Geheimnisses von Fatima. Manche behaupten, dass es nicht vollständig war, dass es sogar ein viertes Geheimnis gäbe. Was ist Ihre Meinung dazu?

Hesemann: Das ist noch so eine Verschwörungstheorie. Sr. Lucia selbst bestätigte, dass es vollständig veröffentlicht worden ist, dass es kein viertes Geheimnis gibt. Die große Frage aber ist, ob die Interpretation des Jahres 2000 stimmt. Das "Dritte Geheimnis" ist eine Vision von einer Prozession von Gläubigen, Laien und kirchlichen Würdenträgern, angeführt von einem ganz in weiß gekleideten Papst, durch eine zerstörte Stadt, vorbei an tausenden Leichen und schließlich einen steilen Berg hinauf, der von einem Kreuz gekrönt wird. Als sie seinen Gipfel erreichen, erscheinen Soldaten mit Schusswaffen und Pfeilen und töten den Papst und die Gläubigen. Im Jahr 2000 glaubte Kardinal Ratzinger, die Vision würde symbolisch die Verfolgungen der Kirche im 20. Jahrhundert darstellen, gipfelnd in dem Attentat auf Papst Johannes Paul II.. Doch schon ein Jahr später, nach dem 11. September 2001, war man sich nicht mehr sicher, ob sie sich nun wirklich nur auf die Vergangenheit oder vielleicht doch auch auf die Zukunft bezieht. Die Christenverfolgung hat weltweit einen neuen, tragischen Höhepunkt erreicht, der "islamische Staat" erklärte der „Nation des Kreuzes“ und "Rom" offen den Krieg. Russland hat sich zwar bekehrt, aber leider nicht der Rest der Menschheit, im Gegenteil. Im Westen verdunstet der Glaube, werden himmelschreiende Verbrechen wie die Millionen von Abtreibungen praktiziert, wird die antichristliche „Gender“-Doktrin propagiert und der schiere Hedonismus gelebt. Deshalb können wir in der Tat neue „Strafgerichte“ erwarten, die doch nichts anderes sind als die Resultate unseres gottlosen, sündhaften Handelns. Wie Papst Benedikt XVI. auf seiner Pilgerreise nach Fatima 2010 erklärte: "Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich."

- Heute reist Papst Franziskus zum hundertsten Jahrestag der ersten Erscheinung nach Fatima und wird dort die beiden Seherkinder Jacinta und Francisco, die 1919 und 1920 starben, heiligsprechen. Worin liegt die besondere Bedeutung dieses Besuchs?

Hesemann: Ich glaube, Papst Franziskus ist der dritte "Fatima-Papst". Der erste, Pius XII., empfing am 13. Mai 1917, ausgerechnet am Tag der ersten Erscheinung also, seine Bischofsweihe aus den Händen von Papst Benedikt XV. und war es, der 1942 erstmals Russland weihte. Später, 1950, hatte er in den vatikanischen Gärten an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine Vision des Sonnenwunders. Der zweite war natürlich Johannes Paul II. , der am 13. Mai 1981 das Attentat überlebte und die endgültige Weihe Russlands 1984 vollzog. Papst Franziskus wurde am 13. März 2013, einem Fatima-Tag also, gewählt und weihte am 13. Mai 2013 sein Pontifikat der Gottesmutter von Fatima. Am 13. Oktober 2013 ließ er das Gnadenbild von Fatima nach Rom einflogen, um diese Anvertrauung in ihrer Gegenwart zu wiederholen. Während seines Pontifikats erreichten die Verfolgung der Christen und die Gefahr eines Dritten Weltkriegs einen neuen Höhepunkt. Deshalb hat Papst Franziskus uns alle vor ein paar Tagen, während seines wöchentlichen Regina Coeli-Gebets am Sonntag, erneut eingeladen, jeden Tag den Rosenkranz "für den Frieden" zu beten. Er weiß, wie groß die Gefahr für uns alle ist und der Ruf nach Gebet, Buße und Bekehrung aus Fatima dringender und aktueller denn je.

- Trotzdem wird das Thema „Fatima“ ausgerechnet in Ihrer Heimat, dem deutschsprachigen Raum, eher stiefmütterlich behandelt, während das „Reformationsjubiläum“ groß gefeiert wird. Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Hesemann: Ja, das ist wirklich bedauerlich. Als ob eine Scheidung ein Grund zum Feiern wäre. Doch leider wird unter „Ökumene“ hierzulande oft nur eine Anpassung an den Protestantismus verstanden und Marienfrömmigkeit dabei als hinderlich empfunden. Dabei verdanken wir der Gottesmutter von Fatima nicht weniger als unsere Wiedervereinigung, die doch erst durch Gorbatschows Perestroika möglich wurde. Nicht umsonst steht auf dem Gelände des Heiligtums von Fatima ein Stück der Berliner Mauer. Auch 100 Jahre Patrona Bavaria und 375 Jahre Kevelaer-Wallfahrt wären gute Gründe zum Feiern und zur Erinnerung an das segensreiche Wirken der Gottesmutter. Dabei hatte Schwester Lucia, die Seherin von Fatima, 1940 eine Vision, in der es explizit um Deutschland ging, das damals unter der Terrorherrschaft der Nazis stand. Als sie eines Tages vor dem Allerheiligsten ganz besonders auch für die Bekehrung Deutschlands betete, hörte sie eine Stimme: „Deutschland wird zu meiner Herde zurückkehren, aber dieser Moment nähert sich sehr langsam. Er nähert sich – das ist sicher – aber langsam, sehr langsam.“ Beten und hoffen wir also, dass dieses Fatima-Jubiläum und auch der heutige Papstbesuch dazu beitragen, dass Deutschland die Botschaft der Gottesmutter wieder neu entdeckt.

- Danke, Herr Dr. Hesemann."

11. Mai 2017: Hesemanns Dokumentenfund sorgt weltweit für Schlagzeilen


Im Februar 2014 hatte Dr. h.c. Michael Hesemann, der als einer von rund 500 Historikern Zugang zum Vatikanischen Geheimarchiv hat, die Akten der Apostolischen Nuntiatur in München durchstöbert, um mehr über die Aktivitäten von Erzbischof Eugenio Pacelli zu erfahren, der von 1917-1929 Nuntius in Deutschland, dann Kardinalstaatssekretär und schließlich - unter dem Namen Pius XII. - Papst wurde. Dabei stieß der Historiker auf ein Handschreiben des Kölner Erzbischofs Felix Kardinal von Hartmann, eines engen Vertrauten von Kaiser Wilhelm II., an den Nuntius:

„Der Erzbischof von Cöln
Cöln, den 8. November 1918
Exzellenz!
Se(ine) Majestät der Kaiser läßt mir soeben mittheilen, daß nach ihm gestern zugegangenen Nachrichten der Groß-Orient beschlossen habe, zunächst alle Souveräne, in erster Linie ihn, den Kaiser, abzusetzen, dann die Kathol. Kirche zu vernichten (?), den Papst zu internieren etc. und schließlich eine Weltrepublik unter Führung des amerikanischen Großkapitals auf den Trümmern der bisherigen bürgerlichen Gesellschaft aufzurichten. Die deutschen Freimaurer seien dem Kaiser treu (was sehr zu bezweifeln ist!) und hätten ihn das wissen lassen.
Auch England wolle die bisherige bürgerliche Ordnung aufrecht erhalten. Frankreich und America aber ständen ganz unter der Herrschaft des Großorients. Der Bolschewismus solle das äußere Werkzeug sein, die gewünschten Zustände herzustellen. Bei der großen Gefahr, die außer der Monarchie auch der katholischen Kirche drohe, sei es nothwendig, daß der deutsche Episkopat hierüber informiert sei und daß auch der Papst gewarnt werde.“ Soweit die Mittheilung von Sr. Majestät.
Ich habe geglaubt, verpflichtet zu sein, sie Euerer Excellenz zur Kenntniß zu bringen, und muß (Eurem) weisem Ermessen überlassen, ob Sie die Mittheilung nach Rom weiter geben wollen. Das stürmische Verlangen der Sozialdemokraten, der Kaiser solle abdanken, gibt der Nachricht eine gewisse Bestätigung. Gott schütze uns und seine hl. Kirche in diesen furchtbaren Wirren! (…)
In ausgezeichneter Verehrung
Euer Excellenz ergebener
Felix Card. de Hartmann.“


Der brisante Inhalt dieses höchst vertraulichen Dokumentes und sein - aus heutiger Perspektive - geradezu prophetischer Charakter sorgte jetzt weltweit für Schlagzeilen. Hesemann hatte, in einem Interview über die Ereignisse von Fatima im Jahr 1917, aus diesem Dokument zitiert und damit die Neugierde der deutschstämmigen US-Journalistin Dr. Maike Hickson erregt. Die schrieb Hesemann an, der ihr gerne eine Kopie des von Hartmann-Briefes zukommen ließ, und interviewte den Historikern. Ihr Bericht, auf der konservativ-katholischen website "OnePeterFive" veröffentlicht,
https://onepeterfive.com/secret-1918-vatican-archive-document-reveals-freemasonic-plot-to-destroy-throne-and-altar/
machte Furore - und wurde weltweit zitiert oder übernommen, etwa in
Italien: https://benedettoxviblog.wordpress.com/2017/05/19/intervista-con-il-dottor-michael-hesemann-esperto-di-fatima-lodio-e-lambizione-provocano-la-guerra-distruttiva-questa-visione-orribile-e-stata-interrotta-dalla-voce-dolce-di-maria/
Frankreich: http://desiebenthal.blogspot.de/2017/05/eglise-catholique-illuminati-franc.html
http://blog.catholicapedia.net/tag/maike-hickson/
http://lesalonbeige.blogs.com/my_weblog/2017/05/une-lettre-de-1918-%C3%A9voque-un-complot-de-la-franc-ma%C3%A7onnerie-en-vue-de-d%C3%A9truire-les-monarchies-et-leg.html
Kanada: https://www.catholicanada.com/2017/05/19/interview-with-dr-michael-hesemann-fatima-expert/
Spanien: http://comovaradealmendro.es/2017/05/documento-secreto-1918-del-archivo-vaticano-revela-plan-masonico-destruir-trono-altar/
Südkorea: https://thoisuthoicuoi.com/2017/05/21/tai-lieu-luu-tru-bi-mat-vatican-nam-1918-tiet-lo-hoi-tam-diem-am-muu-pha-huy-ngai-va-ban-tho/


25. April 2017: 2500 Euro für Flüchtlingskirche

Mit einem Scheck über EUR 2500,-- unterstützen die Prinz Gharios Stiftung und Dr. h.c. Michael Hesemann ihr erstes Projekt auf deutschem Boden: Den Bau einer Kirche für christliche Flüchtlinge im Flüchtlingslager Borgentreich bei Warburg.

"Auf das Projekt machte uns der koptische Bischof Anba Damian aufmerksam, der seit 24 Jahren das koptisch-orthodoxe Kloster in Brenkhausen leitet", erklärte Stiftungsvorstand Hesemann. "Er betreut das Flüchtlingslager, in dem auch Kopten und syrische Christen leben, als Seelsorger. Bislang gab es dort keine Möglichkeit, mit ihnen die Liturgie im orthodoxen Ritus zu feiern. Jetzt soll ein ehemaliges Mehrzweckgebäude zu diesem Zweck saniert und umgestaltet werden. Das Konzept überzeugte uns, denn wir halten es für einen wichtigen Bestandteil der Willkommenskultur, auch christlichen Flüchtlingen die Ausübung ihres Glaubens und ihrer Tradition zu ermöglichen."

Die im Juni 2013 gegründete Prinz Gharios Stiftung setzt sich für die Christen des Nahen Ostens ein - in ihrer alten wie in ihrer neuen Heimat. "Im Orient stand die Wiege unseres Glaubens. Darum sind wir ihnen auf besondere Weise verbunden", erklärt der Historiker und Autor, "ihre Tradition ist so wertvoll, weil sie das Erbe der ersten Christen erhalten hat. Wir dürfen nicht zulassen, dass sie Krieg und Terror zum Opfer fällt."

Der Gründer und Namensgeber der Stiftung, Prinz Al-Nu'man Gharios el-Chemor, stammt von einem christlichen Fürstengeschlecht aus dem Libanon ab. Seine Vorfahren flohen vor über hundert Jahren vor dem Völkermord der Osmanen an der christlichen Minderheit nach Brasilien. Seine Organisation ist als NGO an den Vereinten Nationen akkreditiert. Zudem arbeitet er eng mit den Oberhäuptern der großen orientalischen Kirchen und mit Würdenträgern des Vatikans zusammen. Er fordert: "Geben wir gemeinsam den Christen des Nahen Ostens wieder eine Zukunft!"

Für das deutsche Projekt sammelte die Stiftung Spenden auf einem Charity-Dinner in Zons bei Düsseldorf und einem Benefizkonzert im Campo Santo Teutonico, der deutschen Enklave im Vatikan.

Symbolträchtig war der Termin, zu dem Hesemann die Spenden dem Bischof aus Ägypten überreichte: Es war das Fest des hl. Markus, den die Kopten als Begründer ihrer Kirche verehren.



Albert Weiler (MdB, CDU), Arthur Abraham, Archimadrit Hayr Serovpé IsakhanyanMichael Hesemann

24. April 2017: Gedenkfeier für die Opfer des Völkermordes


Auf Einladung Seiner Exzellenz, des Botschafters der Republik Armenien in Deutschland, Hon. Ashot Smbatyan, nahm Dr. h.c. Michael Hesemann an der zentralen Gedenkfeier zum 102. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern (genauer gesagt: Der Deportation der Notablen von Konstantinopel) im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums teil.

die von der Armenischen Botschaft in Deutschland, der Diözese der Armenischen Kirche in Deutschland, des Zentralrats der Armenier in Deutschland (ZAD), der Armenischen Gemeinde zu Berlin und der Armenischen Kirchen- und Kulturgemeinde Berlin organisiert wurde. Der Veranstaltung wohnten der Apostolische Nuntius in Deutschland, S.E. Erzbischof Nikola Eterović, in Deutschland akkreditierte Botschafter, Diplomaten, Bundestags- und Landtagsabgeordnete, hochrangige Amtsinhaber der Bundesregierung und des Auswärtigen Amtes, Politiker, Journalisten, Vertreter der armenischen, griechischen, jüdischen, assyrischen Gemeinden bei.  

Es sprachen die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags – Edelgard Bulmahn, der Botschafter Ashot Smbatyan, das Vorstandsmitglied des Zentralrats der Armenier in Deutschland (ZAD) Ani Smith-Dagesyan und der Präsident der Technischen Universität Hamburg Prof., Dr. Garabed Antranikian.

Botschafter Smbatyan betonte in seiner Ansprache, dass die Anerkennung und die Verurteilung des Genozids an den Armeniern zur Vorbeugung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beitragen, was heutzutage angesichts der Ereignisse im Nahen Osten sehr aktuell ist.

Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgten bekannte armenische Musiker – die Cellisten Mikayel Hakhnazaryan, Hayk Sukiasyan und der Pianist Zhora Sargsyan. 

Der Gedenkabend wurde mit dem Vaterunser abgeschlossen, das von Archimandrit Serovpé Isakhanyan gebetet wurde.

Am 24. April gab es Konzert in München zum Gedenken der Opfer des Genozids an den Armeniern unter der Schirmherrschaft des Chansonniers Charles Aznavour, bei dem armenische Musiker Werke der armenischen und deutschen Komponisten aufgeführten haben. 

Begrüßungsansprachen hatten der Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und der Botschafter Ashot Smbatyan an die Konzertteilnehmer gerichtet. Am 24 April wurden Gedenkveranstaltungen auch in Hamburg, Köln, Stuttgart abgehalten.  

Besonders freute sich Hesemann über das Wiedersehen mit Arthur Abraham, der zwei Tage zuvor in Erfurt einen seiner wichtigsten Kämpfe gewonnen hatte. "Das habe ich nur dem Papst zu verdanken, der mir meinen Gürtel gesegnet hat", erklärte er stolz und bat Hesemann ausdrücklich, dem Heiligen Vater für die Audienz im Januar noch einmal zu danken. 


16. April 2017: Ein ganz und gar österlicher Mensch - Hesemann gratuliert Papst em. Benedikt XVI. zum 90. Geburtstag


Er war und ist einer der großen Wegweiser seines Lebens. So war es Ehrensache für Dr. h.c. Michael Hesemann, den Papst, der einmal als Kirchenlehrer gelten wird, zu seinem 90. Geburtstag zu gratulieren - mit einer Laudatio auf der Internet-Seite kath.net (siehe: http://www.kath.net/news/59252) und auch, ein wenig später, am 26. Mai, persönlich an der Lourdes-Grotte in den vatikanischen Gärten. Hier seine Würdigung des Jahrtausend-Theologen:
 
Es war Karsamstag und bitterkalt, als Joseph Alois Ratzinger am 16. April 1927 in Marktl am Inn geboren wurde. Es ist Ostersonntag, wenn er am 16. April 2017 in Rom seinen Geburtstag feiert und das 9. Jahrzehnt seines reichen Lebens vollendet. Der eine Tag ist der stillste, kontemplativste des Kirchenjahres, der andere sein höchstes, freudvollstes Fest. Das ist mehr als ein Zufall. Das Spannungsfeld zwischen Karsamstag und Ostersonntag ist das Symbol schlechthin für das Leben dieses so außergewöhnlichen Menschen. Eines Mannes schließlich, der im Jahrhundert der größten Gottesferne das Licht des Auferstandenen immer intensiver in seinem Herzen spürte, der in immer klareren Konturen den Herrn erkannte und ihm zueilte, bis er die Wahrheit des leeren Grabes zur Botschaft seines Lebens machte und damit zum Nachfolger Petri wurde.

Selbst sein Geburtsort zeugte von einem solchen Spannungsfeld: Marktl liegt praktisch auf halber Strecke zwischen Braunau am Inn, dem Geburtsort des Gottesfeindes Adolf Hitler, und Altötting, dem Heiligtum der Gottesmutter, die stets das Böse besiegt. In seinem Geburtsjahr jährten sich die Marienerscheinungen von Fatima zum zehnten Mal, doch nur zwölf Jahre sollte es bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges dauern. Und über seiner ganzen Kindheit, von der Einschulung bis zum Kriegsabitur, lag der Schatten des teuflischen Nationalsozialismus, vor dem ihm nur das konsequent katholische und antinazistische Elternhaus bewahrte und dem es doch nicht gelang, das Licht des bayerischen Katholizismus in seiner barocken Schönheit zum Erlöschen zu bringen. Dieses Licht entzündete schon früh in Joseph Ratzinger die Liebe zur Kirche und das nicht zu bändigende Verlangen, trotz aller Schwierigkeiten und dem Zeitgeist zuwider Priester werden zu wollen – zu einem Zeitpunkt, als dies die sichere Garantie dafür war, bestenfalls verspottet, sicher diskriminiert und wahrscheinlich sogar eines Tages verfolgt zu werden. Weder die Schrecken des Krieges noch die Nachkriegsjahre mit ihrem Wirtschaftswunder und dem Nachholbedarf an Konsum konnten ihn von diesem „geraden Weg“ – der ihm schon im Elternhaus gewiesen wurde, sein Vater las die gleichnamige, katholische Zeitung des Märtyrerjournalisten Fritz Michael Gerlich - abbringen. So wurde er Priester und Mahner wider den Zeitgeist, vor allem aber Theologe, wohl der größte unserer Zeit, um der Lüge vom Tode Gottes die Wahrheit des leeren Grabes entgegenzusetzen.

So wurde die Geburt am Karsamstag zum Omen seines Lebens. Schließlich entspricht kein anderer Tag im Kirchenjahr so sehr dem Wesen des Theologen. Es ist der große Tag der Contemplatio, der Stille, des Innehaltens, des Betrachtens, des zu verstehen Versuchens – wie die Jünger des Herrn, von denen Johannes (20,9) schreibt: „Noch hatten sie die Schrift nicht verstanden, dass er von den Toten auferstehen musste.“ Als Historiker mag ich mich jetzt auf glattes Parkett begeben, aber ich wage zu behaupten: Dieser Versuch, das Geschehen von Golgota zu begreifen, war die eigentliche Geburtsstunde der Theologie.
War Gott tot? Hatte Er sie ein für alle Male verlassen? Waren sie vielleicht sogar einer Illusion, einem Irrtum gefolgt, hatten sie zu viel erwartet von diesem Jesus von Nazareth, auf den sich all ihre Hoffnung fokussiert hatte und dessen geschundener Leichnam jetzt in der tiefen Finsternis einer Grabhöhle lag? All diese Gedanken haben wohl die Jünger Jesu, die vor den Schrecken des Karfreitags geflohen waren, an diesem ersten Karsamstag, dem 8. April des Jahres 30 n.Chr., bewegt, ja verwirrt und doch nahmen sie nicht völlig von ihnen Besitz. Etwas tief in ihrem Herzen muss ihnen Hoffnung geschenkt haben, sonst hätten sie nicht in Jerusalem ausgeharrt, hätten die Frauen sie am Ostermorgen nicht in ihrem Versteck gefunden, wären gleich als scheinbar Gescheiterte in ihre Heimat, nach Galiläa, zurückgekehrt. Ein schwacher Schimmer vom Licht des Ostermorgens, so kann man vermuten, schien bereits in ihre Herzen und vertrieb die tiefste Finsternis der Trauer und Gottverlassenheit.

Doch ist dieser Karsamstag nicht die perfekte Metapher für unsere Gegenwart? Für eine Zeit, in der wir leben, als ob Gott tot wäre, als habe noch kein Engel die Osterbotschaft verkündet? Die immer leerer werdenden Kirchen, der allmählich verdunstende Glaube sind dafür traurige Zeugen. Regierungen, die sich bemühen, alle Zeichen der Identität unserer abendländisch-christlichen Kultur im Dienste einer falsch verstandenen Toleranz und Rücksichtnahme aus dem öffentlichen Leben zu verbannen, die gleichzeitig Ideologien wie „Gender“ propagieren, die diametral zum christlichen Menschenbild stehen, das Gräuel des millionenfachen Mordes an Ungeborenen, den Bruch des Naturrechts und die antichristliche Homo-„Ehe“ legitimieren, lassen erahnen, welch tiefe Finsternis über Europa aufgezogen ist. Bischöfe, die beim Besuch der heiligen Stätten in Jerusalem prophylaktisch das Kreuz verstecken, wiederholen die dreifache Leugnung des Petrus, jetzt aber ohne die Tränen der Reue. Eine Theologie schließlich, die sich historisch-kritisch nennt, stattdessen aber ideologisch negiert, verneint die Wunderkraft und Göttlichkeit des Erlösers und wird zur Abbruchbirne des Glaubens, dessen Lauheit die Krise der Kirche gebiert. Und doch ist weder Polen noch Europa und schon gar nicht das katholische Bayern verloren, wie uns Papst Benedikt ausgerechnet in seiner wunderbaren Kontemplation über das Turiner Grabtuch aus dem Jahre 2010 versichert: „Dies ist das Geheimnis des Karsamstags: Genau von dort, in der Dunkelheit des Todes des Sohnes Gottes, kommt das Licht einer neuen Hoffnung, das Licht der Auferstehung.“ In dieser grandiosen Metapher also für unsere zweifelnde, irrende, suchende Zeit wurde er geboren, um selbst etwas vom Licht dieser neuen Hoffnung zu verkünden in seinem einzigartigen theologischen Lebenswerk. Allen voran tat er dies mit seiner Spätwerk-Trilogie „Jesus von Nazareth“, mit der er der „Theologie des Karsamstages“, der Zweifel und des Suchens, eine wahre „Theologie des Ostermorgens“, der Glaubensgewissheit im Licht der Wahrheit, entgegensetzt. War die historisch-kritische Exegese eine Sklavin der Naturwissenschaften und ihres materialistischen Menschenbildes, wurde die Theologie mit Joseph Ratzinger wieder zur Königin der Wissenschaften, denn der Wissenschaftler sucht noch nach der Wahrheit, während der (ratzingerianische) Theologe längst ihr Mitarbeiter, ihr Cooperator, geworden ist.

Am Ostersonntag, dem Tag der Erfüllung des göttlichen Versprechens, als Er den Sieg über den Tod verkündete, wird Joseph Ratzinger als Papst Benedikt XVI. also 90 und blickt der eigenen Vollendung entgegen. Es ist, als würde die Handschrift der göttlichen Vorsehung uns darin sein wahres Wesen erkennen lassen: das eines ganz und gar österlichen Menschen, der Seiner Kirche wieder Mut und Hoffnung geschenkt hat und immer noch schenkt! Und mit dem wir, voll Freude am Glauben und Zuversicht, wieder den alten Ostergruß der Kirche durch die Welt schallen lassen können: Christus ist auferstanden, er ist wahrhaft auferstanden! Als Papst hat er die Weltkirche Ihm entgegen geführt, als betender Emeritus steht er Ihm täglich gegenüber. Ad multos annos, Heiliger Vater, auf dass das Licht der Wahrheit nie verlöscht!  
 

3. April 2017: Die drei Päpste des 21. Jahrhunderts


Um sich dem (politischen) Wirken der drei Päpste des 21. Jahrhunderts anzunähern, hatte das Politische Bildungsforum Rheinland-Pfalz der Konrad-Adenauer-Stiftung zu einem Forum nach Mainz eingeladen.

In seiner Begrüßung stellte Karl-Heinz B. van Lier, Leiter des Politischen Bildungsforums Rheinland-Pfalz, fest: „2017 wird Luther alle Rekorde der deutschen Erinnerungskultur brechen“.

Auch wenn der Reformator die Kirche und die Welt verändert habe gelte es, in diesem Jahr nicht das Wirken der katholischen Kirche zu vergessen. Die Veranstaltung habe es sich zum Ziel gemacht, so van Lier weiter, die Wirkmächtigkeit der drei Päpste des 21. Jahrhunderts in den Blick zu nehmen. Diese spiegelten in besonderer Weise die Breite der katholischen Kirche wider, die als Sinnstifterin und Interpretationsagentur regelmäßig die moralischen Fragen und den Zustand der Welt diskutiere. Die referierenden Autoren könnten, so der Landesbeauftragte für Rheinland-Pfalz abschließend, das Wirken und die Kraft der Päpste für das Publikum verständlich aufschließen.

Papst Johannes Paul II. sei, so der römische Journalist und Autor Marco Politi, der erste geopolitische Papst der Weltgeschichte und zeitgleich ein politischer Leader gewesen. Ziel dieses „politischen Papstes“ war es, das Zentrum der katholischen Kirche von Rom aus in die Provinzen zu tragen. Sein Wirken habe vor allem einen sozialen Aspekt gehabt, vor allem dann, „wenn eigentlich stimmlose Situationen durch den Blick des Papstes Beachtung in der Welt fanden“.

Stets, so die Bewertung Politis, habe Johannes Paul II. eine starke Glaubensbotschaft in die Welt getragen: „In 27 Jahren war er Förderer der neuen Evangelisation, aber auch ein Fürsprecher für Menschenrechte, vor allem der Religions- und Gewissensfreiheit, der Zusammenarbeit der abrahamitischen Religionen und einer Globalisierung mit menschlichem Gesicht“.

Er habe alles Betrachtete in einen historischen Rahmen gesetzt und das kommunistische System als morsch erachtet, erklärt Marco Politi die Rolle Johannes Pauls II. bezüglich des Zerfalls des Ostblocks. Der Papst selbst habe später von sich einmal gesagt: „Der Kommunismus war morsch wie ein Baum. Ich habe nur den morschen Baum geschüttelt, aber nicht den Kommunismus im Ostblock zu Fall gebracht“. Zudem habe sich der politische Papst nie als Gegenspieler des Regimes positioniert, sondern stattdessen immer auf die Identität der Nation abgehoben und sei so nie in Konflikt mit den Machthabern geraten. In diesem positiv aufbauenden Sinne habe sein Wirken einen Einfluss auf Solidarnosc gehabt, so das Urteil des Autors. Nach dem Zerfall des Ostblocks war Johannes Paul II. seinem geschichtsphilosophischen Denken folgend nicht von den Vorteilen des Wegfalls einer der beiden Supermächte überzeugt und sah vielmehr die Gefahr einer realen kapitalistischen Ideologie.

Auch als religiöser Leader habe Johannes Paul II. Weltpolitik betrieben. „Vor allem in Afrika hat er häufig die Vertreter der Traditionsreligionen getroffen, die bis dahin als Heiden wahrgenommen wurden“, erläuterte Politi. Das erste von ihm initiierte Weltgebetstreffen in Assisi im Jahr 1986 sei ein weltpolitisches Ereignis gewesen und eine „Anerkennung der Würde einer jeden zu Gott betenden Gemeinschaft. Das öffentliche Leiden Johannes Pauls II. am Ende seines Lebens sei nicht nur ein religiöses, sondern auch ein säkulares Signal dafür, dass das Leiden eines jeden Menschen Sinn habe, beschloss der Referent seine Ausführungen.

Als unbekannten und verkannten Papst versteht der Journalist und Autor Peter Seewald Papst Benedikt XVI.: „Joseph Ratzinger hat eine Jahrhundertbiografie vorzuweisen und wurde dennoch häufig als schlechte Wahl dargestellt. Man wirft ihm vor, dass nichts von ihm bleiben werde“. Doch der Herausgeber der Interviewbücher mit dem theologischen Papst stellt eine Gegenthese auf: Benedikt XVI. sei das Beste gewesen, was der katholischen Kirche nach Johannes Paul II. hätte passieren können. Kein Besserer, so die Auffassung Seewalds, wäre nach Johannes Paul II. geeignet gewesen das Amt des Pontifex zu bekleiden. Und weiter: „Vermutlich wird Ratzinger einstmals als größter Kirchenlehrer der Geschichte wahrgenommen werden, der je auf dem Stuhl Petri Platz genommen hat“.

Während der NS-Zeit habe Ratzinger erlebt, dass man nicht nur eine Überzeugung haben müsse, sondern auch den Mut, diese innere Überzeugung zu erklären und dafür einzustehen, gab der Referent zu bedenken. Viele Kritiker Benedikts XVI. hätten ihm vorgeworfen, er habe sich vor allem nach dem 2. Vatikanischen Konzil vom Kritiker zum Konservativen gewandelt. Dazu Seewald: „In Wirklichkeit wich er nie von seinem Weg ab, er änderte nie die Richtung seiner Theologie“.

Die Karriere Joseph Ratzingers sei eher nur seine persönliche Tragödie gewesen, so die Interpretation des Journalisten. „Sein Ziel war die Erneuerung und die Festigung seines Glaubens. Für leere Gesten und Effekthascherei war er nie zu haben“ und so sei Benedikt XVI. „zum Scharnier zwischen der Welt von gestern und der Welt von morgen“ geworden. In der Summe also sei er ein echter Pontifex, ein Papst, der auf Verstand und Vernunft setzte, ohne ein kalter Pragmatiker zu werden, erläuterte Seewald.

Der theologische Papst habe viele Reformen in Gang gesetzt, die nun von seinem Nachfolger weitergeführt würden. Und: „Benedikt XVI. arbeitete im Stillen. Er war beispielsweise der erste grüne Papst, denn es genügte ihm nicht, es bei allgemeinen Umweltthemen zu belassen. Vielmehr sah er die Existenz einer christlichen Ökologie“.

Aber ist Ratzinger „nur“ ein Theologe? „Nein“, so die Ansicht Seewalds, „das ist zu kurz gegriffen“. Benedikt XVI. habe sich immer als Hirten gesehen, seine schönste Zeit sei wohl die als Pfarrer in München gewesen. „Er war ein Papst der leisen Töne und bestach durch seine noble Art, denn ihm ging es um die Einfachheit im Glauben“, meint der Referent. Abschließend resümierte Peter Seewald das Pontifikat Joseph Ratzingers: „Auch, wenn er nie eine eigene Lehre oder theologische Schule entwickelt hat, so ist eine Konstante seines Lebens der Hang zur Impulsgebung und seine Besonderheit die Akzeptanz des Umstands, dass alles, was wir tun, unvollkommen ist. Daher wird seine Wirkung von Generation zu Generation größer und deutlicher werden“.

Im Vergleich zu den vorherigen Darstellungen sei es schwierig, so Dr. h.c. Michael Hesemann, den amtierenden Papst zu bewerten und sein Wirken einzuordnen. Ein Papst der Überraschungen sei Franziskus als erster Pontifex des postfaktischen Zeitalters. Bei ihm unterscheide sich das medial vermittelte Bild des privaten Papstes noch stärker von dem öffentlichen Bild als bei seinem Vorgänger Benedikt XVI., stellt der Historiker fest.

Bei der Betrachtung des Pontifikats von Franziskus stelle sich vor allem die Frage nach den Armen, um die sich Franziskus verstärkt kümmere. „Die vielgenannte Kirche der Armen in Südamerika ist bei uns völlig fremd“, erklärt Hesemann. Und weiter: „Für Franziskus sind die Gläubigen in Südamerika die Armen und so hat der Papst eine Antipathie gegen jede Art fürstlicher Zeichen, da für ihn die Monarchie mit Unterdrückung und Hedonismus zu tun habe“. Aus dieser Prägung heraus werde von Franziskus eine tiefe, gelebte und unintellektuelle Volksfrömmigkeit praktiziert. „Zu Johannes Paul II. kamen die Menschen, um ihn zu sehen, zu Benedikt XVI., um ihn zu hören, und zu Franziskus, um von ihm berührt zu werden“, erläuterte der Autor. Mit einem Gerücht sei jedoch aufzuräumen: Franziskus sei kein Arbeiter-Papst, wie es vielfach dargestellt würde. Die Familie, erklärte Hesemann, sei nicht vor Armut nach Argentinien geflohen, sondern hatte vielmehr ein gutbürgerliches Dasein.

Weiter kritisierte der Referent die Berichterstattung über den amtierenden Pontifex. Diese sei oberflächlich und versuche, Franziskus gegen seinen übermächtigen Vorgänger auszuspielen. Sein Stil sei keine Distanzierung, sondern ein Ausdruck seiner Identität: „Ein Papst, der keine roten Schuhe trägt, ist noch lange keine rote Socke“. Franziskus` Ziel sei eine bodenständige und weltliche Kirche und eben keine Kirche der Funktionäre, lautet die Interpretation Hesemanns. Franziskus sei eher ein Papst der Kompromisse und nicht der Revolutionär, zu dem ihn viele Betrachter stilisierten. „Er kreiert Glaubwürdigkeit, indem er selbst versucht, die Dinge vorzuleben nach dem Motto: Sage nicht, was du von einem anderen Menschen erwartest, lebe es vor!“. Der Papst habe den Mut zur Aussprache unangenehmer Wahrheiten, sei aber kein Modernisierer, lautete das Fazit des Historikers über die bisherige Amtsführung von Papst Franziskus. Abschließend hielt Hesemann fest: „Er ist der Dorfpfarrer des globalen Dorfes, ein Praktiker des Glaubens“.

Der Fernsehjournalist Walter Janson interviewte im Anschluss an die Vorträge die Co-Autoren des Buches „Pontifex – Drei Päpste“. Reinhild Rössler und Benno Klee sind zugleich die Sprecher des ‚Mediennetzwerks Pontifex‘, das in Fragen des Glaubens als Ansprechpartner in erster Linie für junge Gläubige und vor allem auch über die sozialen Medien zu Verfügung stehen will. Laut Rössler sei die Initiative zunächst aus der ‚Generation Benedikt‘ hervorgegangen, aber das Pontifikat von Papst Franziskus berge viel Kontinuität. Reinhild Rössler kritisierte die vorherrschenden Differenzen vor allem in der deutschen katholischen Kirche und verband mit dieser Kritik gleichzeitig den Wunsch nach mehr Einigkeit: „Kirche ist am überzeugendsten, wenn sie einig ist. Und nur dann kann sie auch junge Menschen ansprechen“. Benno Klee erläuterte die Absicht des Buches: „Es ist ein Weg, die Fragen des Lebens von jungen Menschen beantwortet zu bekommen“. Vor diesem Hintergrund nehme er von Papst Franziskus durchaus auch Signale des Aufbruchs wahr.

In der abschließenden Diskussionsrunde kamen zwei Aspekte zum Tragen, die als große Klammer die Betrachtung der drei Päpste des 21. Jahrhunderts umfassten. Erstens: Kontinuität ist nicht immer ein unbedingter Vorteil - das haben die betrachteten Pontifikate deutlich werden lassen. Und zweitens: Es ist nicht möglich abschließend darüber zu urteilen, welcher der Drei der größere oder bedeutsamere Papst war oder ist. (Bericht KAS)


Diskutierten über die drei Päpste des 3. Jahrtausends: Michael Hesemann, Moderator, Peter Seewald, Marco Politi (Fotos: Jessica Krämer)


11. Januar 2017: Mit Arthur Abraham in Rom


Der Historiker und der Champ: Als Dr. h.c. Michael Hesemann auf einem Empfang der armenischen Botschaft in Berlin am 22. September 2016 den armenisch-deutschen Boxer Arthur Abraham kennen lernte, war es Sympathie "auf den ersten Blick". "Danke, Arthur Abraham! Er meinte eben zu mir: 'Ich bin so stolz auf Sie, so stolz, dass ein Deutscher dieses Buch ("Völkermord an den Armeniern") schrieb'. Und ich bin stolz, Sie zu kennen - einen herzensguten, gläubigen, bescheidenen und sehr sympathischen Box-Champion - einen echten Armenier halt!", schrieb Hesemann später auf FACEBOOK. Es folgte ein Treffen in Berlin am 16. November 2016, in dem Hesemann dem doppelten Mittelgewicht-Champion ein Exemplar seines Armenier-Buches widmete: "Ob mit der Feder oder mit der Faust: Ein Kampf für Armenien ist immer ein gerechter Kampf. Gott segne Sie, Armenien und alle seine Kämpfer!" So erfuhr er auch von Abrahams größtem Traum: Einmal Papst Franziskus zu treffen, ihm für seine ermutigende "Völkermord"-Ansprache und seinen Besuch in Armenien zu danken und sich seinen Champion-Gürtel von ihm segnen zu lassen. Hesemann versprach, sich für ihn zu verwenden, denn es sprach viel für Abraham: Er ist ein gläubiger Christ, der in engem Kontakt zum armenischen Katholikos Karekin II. steht, er ist ein immer fairer und integrer Sportler und ein Mensch mit einem großen Herzen: Seit Jahren baut die "Arthur Abraham Stiftung" Schulen, Waisenhäuser und Sportstätten in Armenien. Und tatsächlich wurden Abraham und der Sängerin Sarah Ego, die im Dezember im Campo Santo Teutonico ein Benefizkonzert für verfolgte syrische Christen gab (siehe Bericht unten), von Erzbischof Dr. Georg Gänswein, Präfekt des Päpstlichen Hauses, eine persönliche Begegnung mit dem Papst im Rahmen der wöchentlichen Generalaudienz ermöglicht. So kam es für Abraham und Ego am 11. Januar 2017 zu einer unvergesslichen Begegnung in der "prima fila". Ego übergab dem Papst eine DVD mit der Aufnahme ihres "Vaterunsers", das sie auf dem Konzert am Campo Santo sang. Abraham schenkte ihm seine Boxhandschuhe vom WM-Kampf - und sein Gürtel wurde gesegnet. Der Sportler später: „Das war für mich großartig. Es war mir eine große Ehre, ihn zu treffen, das gibt mir jetzt viel Kraft ... Ich habe dem Papst von meiner Karriere als Boxer erzählt und dass ich sehr gläubig bin. Zum Abschied hat mir der Papst alles Gute für mein weiteres Leben gewünscht. Das war ein ganz besonderer Moment für mein Leben und meine Karriere". Hesemann, der den Boxer und die schöne Sängerin in Rom empfangen und zur Audienz geführt hatte, zeigte Arthur Abraham anschließend den Vatikan und das Kolosseum. Dort drehte der Boxer ein Interview mit dem Sat 1-Sportmagazin "Ran", das exklusiv vom einer Papstaudienz berichtete. Hesemann: "Es war beeindruckend, mit welcher Freundlichkeit und Engelsgeduld Abraham mit Menschen umging, die ihn erkannten und ansprachen. Für jeden seiner Fans hatte er ein freundliches Wort. Er liebt die Menschen und ist stets bescheiden und warmherzig. Ein echtes Vorbild!" Anschließend empfing Vartan Karapetian, Kulturattache der Armenischen Botschaft am Heiligen Stuhl, die Gruppe zum Essen. 

http://www.ran.de/boxen/video/arthur-abraham-sein-besuch-bei-papst-franziskus-clip
http://www.bild.de/sport/mehr-sport/boxen/jetzt-kann-der-papst-boxen-49734896.bild.html


13. Dezember 2016: Hesemann in Fatima

Das Kirchenjahr beginnt und endet bekanntlich mit dem Christkönigsfest. Daher war der 13.12.16 tatsächlich der erste Fatima-Tag des Fatima-Jahres 2016/17, der Hundertjahrfeier der wichtigsten Marienerscheinung der europäischen Kirchengeschichte die, wie kein anderer himmlischer Eingriff im 20. Jahrhundert Geschichte schrieb. Grund genug für Michael Hesemann, dessen Buch "Das letzte Geheimnis von Fatima" gerade erschien (mit der ungarischen Ausgabe in Vorbereitung), der Erscheinungsstätte erneut (und zum sechsten Mal) einen Besuch zu erstatten. Pünktlich zur Lichterprozession am Vorabend des "Fatima-Tages", am 12.12., traf Hesemann im "Santuario" auf dem Gelände der "Cova da Iria" ein. Am nächsten Tag nahm er an der zweiten, mittäglichen Prozession, dem Rosenkranzgebet um 12.00 Uhr und der Heiligen Messe in der "Rosenkranz-Basilika" an den Gräbern der Seherkinder Jacinta, Francisco und Lucia teil. Zudem stand ein Besuch der neuen Dreifaltigkeitskirche mit ihrem symbolischen Petrusgrab, einer Ausstellung zum Erscheinungsjubiläum und eine Vorsprache im Rektorat auf dem Programm, wo er ein Exemplar seines Buches übergab.

Am 14. Dezember traf sich Hesemann mit dem Journalisten und Fatima-Experten Dr. Carlos Evaristo, der als persönlicher Dolmetscher von Schwester Lucia tätig war und diese mehrfach interviewte. Evaristo ist zudem Großkanzler diverser Ritterorden des Hauses Braganca, engster Vertrauter SkH D. Duarte, Herzog von Braganca und Oberhaupt des portugiesischen Königshauses sowie Kurator der königlichen Lipsanothek (Reliquiensammlung) und Direktor des Museums (und königlichen Pantheons) der Burg Ourem. Zusammen mit Evaristo besuchte Hesemann das Dorf Aljustrel und die Häuser der Familien der Seherkinder und traf den Neffen und die Nichte von Sr. Lucia, die 2005 im Karmel von Coimbra verstarb. Hesemann nahm die Gelegenheit wahr, die 91jährige Maria Rosa dos Santos, zu den großen Streitpunkten der Fatima-Diskussion interviewen. So bestätigte ihm die Nichte, die ihre Tante mehrfach im Kloster besuchen durfte, dass nach Ansicht von Sr. Lucia die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz Mariens durch Papst Johannes Paul II. 1984 gültig war und "dass sich Russland bekehrt" habe. Zum Dritten Geheimnis sagte sie: "Das Geheimnis ist für den Papst. Ich habe ihm geraten, es nicht zu veröffentlichen. Als er es trotzdem veröffentlichte, war das auf eigene Verantwortung." Zum Inhalt habe sie immer nur gesagt: "Das Geheimnis handelt vom Heiligen Vater." Es sei aber alles veröffentlicht worden. Zuvor habe Maria Rosa ihre Tante einmal gefragt: "Werden die Menschen glücklich oder traurig sein, wenn sie das Geheimnis erfahren" und Sr. Lucia habe nur geantwortet: "Einige werden glücklich, andere traurig sein." Dass trotz des eingetroffenen Versprechens Mariens von der Bekehrung Russlands noch kein Frieden herrscht, führte die Seherinnen-Nichte auf den Unglauben zurück. "Der Grund, weshalb die Situation so ist, wie sie ist, ist der, dass die Menschen nicht auf die Botschaft Unserer Lieben Frau gehört haben, dass sie nicht den Rosenkranz beten und nicht zur Heiligen Messe gehen." Wie fasst sie die Botschaft von Fatima zusammen? "Es wäre wunderbar, wenn wir genau das tun würden, worum uns die Gottesmutter in Fatima gebeten hat. Doch wie viele Menschen machen das?"

Anschließend führte Dr. Evaristo Hesemann erst zu den Stätten der Engelserscheinungen von 1916. Dann besuchte man gemeinsam die umfangreiche Reliquiensammlung der "Königlichen Lipsanothek", zu der auch Reliquien der Seherkinder von Fatima und des der "Fatima-Päpste" Pius XII. und hl. Johannes Paul II. gehören.  

Hesemann interviewt Maria Rosa dos Santos: https://www.youtube.com/watch?v=NEANcKr5s30




 

8. Dezember 2016: "Maria von Nazareth" erscheint in den USA, "Das letzte Geheimnis von Fatima" in Deutschland


Kurz vor Weihnachten erschien Hesemanns fünftes Buch in den USA, die US-Ausgabe von "Maria von Nazareth" unter dem Titel "Mary of Nazareth" im größten und renommiertesten katholischen Verlag des Landes, Ignatius Press. Es folgten Interviews mit diversen US-Radioshows, darunter "Morning Glory" (EWTN Radio, 8.12.2016), "The Drew Mariani Show" (Relevant Radio, 8.12.), "Mary's Touch" (Relevant Radio/Immaculate Heart Radio, 7.12.), "The Miracle Hunter" (Relevant Radio, 15.12.), "Spirit Mornings" (Spirit Catholic Radio, 12.12.), "John Leonetti in the Morning" (Iowa Catholic Radio, 19.12.), "Take 2 with Jerry and Debbie" (EWTN Radio, 19.12.), "GRN Alive" (Guadalupe Radio, 15.12.), "The Kyle Heimann Show" (Redeemer Radio Indiana, 16.12.), "The Sunrise Morning Show" (ETWN Radio, 20.12.), "Morning Air" (Relevant Radio, 21.12.), "The Bishop's Radio Hour" (Immaculate Heart Radio, 29.12.), "Wake Up!" (Catholic Community Radio, 4.1.2017), "The Busted Halo Show" (Sirius XM Radio - The Catholic Channel), "In Person with Dina Marie" (Mater Dei Radio, 20.1.), "Meet the Author" (Radio Maria National, 26.1.) und ein TV Interview mit "Rome Reports" (12.1.2017).

https://youtu.be/Wvj_hPYbXT0
http://spiritcatholicradio.com/Audio/Spirit%20Mornings%20Archives/Spirit%20Mornings%20Current%20Week/12-16-16%20-%20Michael%20Hesemann%20-%20Book%20-%20Mary%20of%20Nazareth.mp3.
https://soundcloud.com/ewtn-radio/morning-glory-for-thursday-december-8th-2016-with-jon-leonetti
http://relevantradio.streamguys.us/DM%20Archive/DM20161208c.mp3.
http://relevantradio.streamguys.us/MH%20Archive/MH20161218.mp3

Rezensionen:
http://www.catholicculture.org/commentary/articles.cfm?id=702
https://www.catholicculture.org/commentary/articles.cfm?id=704.

Ebenso erschien sein 43. Buch auf Deutsch, "Das letzte Geheimnis von Fatima", mit einem Vorwort von Joachim Kardinal Meisner und einem Nachwort von Kurt Kardinal Koch, eine pünktlich zum Fatima-Jubiläum 2017 aktualisierte und um ca. 100 Seiten erweiterte Neuausgabe seines Bestsellers "Das Fatima-Geheimnis". Das erste Exemplar übergab Hesemann bereits am 3. Dezember 2016 dem emeritierten Papst Benedikt XVI. Zu dem neuen Buch gab er kath.net im Januar 2017 ein Interview:
http://www.kath.net/news/58197
 

2. Dezember 2016: Benefizkonzert im Campo Santo Teutonico


Fast hundert Besucher kamen am 2. Dezember in die Kirche der Schmerzhaften Gottesmutter auf dem Gelände des Campo Santo Teutonico, der deutschen Enklave im Kirchenstaat, um der Sängerin Sarah Ego ("Eliyo") zu lauschen. Organisiert worden war das Konzert von Michael Hesemann im Auftrag der Prinz Gharios Stiftung, moderiert wurde es von Martin Lohmann. Ziel des "Ökumenischen Weihnachtskonzertes: Zwischen Orient und Okzident" war es, auf das Schicksal der Christen im Nahen Osten hinzuweisen und etwas von der Kultur der syrisch-orthodoxen Christenheit in das Zentrum der katholischen Weltkirche zu bringen - an einen historischen Ort, dorthin, wo die ersten Märtyrer im Zirkus des Nero hingerichtet wurden, wo Verfolgte, Juden und Nazigegner, im Zweiten Weltkrieg Unterschlupf fanden. So sang Sarah Ego, selbst aus Nordmesopotamien stammend, auf bezaubernde Weise Weihnachtslieder der syrischen Christen, aber auch das "Vaterunser" und das "Ave Maria" auf Aramäisch, in der Sprache Jesu - und dazu einige der beliebtesten deutschen und amerikanischen Weihnachtslieder.  

RADIO VATICAN berichtete: http://de.radiovaticana.va/…/weihnachtskonzert_in_d…/1276643

Hesemanns Ansprache: 
"Hochwürdigste und hochwürdige Herren,
Ehrwürdige Schwestern,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
 
vor über 2000 Jahren verhießen die Engel in Bethlehem den Frieden auf Erden für alle Menschen Seiner Gnade. Dass wir uns dieses Friedens nicht erfreuen können, mag daran liegen, dass wir so leben, als ob es Gott nicht gäbe. Der einzige Weg zum Frieden also ist, dass wir uns Seiner Gnade und Seiner Barmherzigkeit vergewissern und diese unter die Menschen tragen.
Das ist umso wichtiger in jener Region, in der Gott Mensch geworden ist, dem Heiligen Land, ja dem ganzen Nahen Osten, der Geburtsstätte des Christentums. Dort werden heute oder besser: nach wie vor Christen um ihres Glaubens willen verfolgt. Ihnen gebührt unsere Solidarität, unsere brüderliche Liebe und Verbundenheit.
Darum ist es für mich eine ganz besondere Freude, dass wir hier heute abend mit der freundlichen Genehmigung des Campo Santo Teutonico und seines hochwürdigsten Herrn Rektor Dr. Fischer an die Lage der Christen im Nahen Osten erinnern dürfen – an ihre Liebe zum Herrn und ihre Freude auf die Heilige Nacht der Menschwerdung und die damit verbundene Verheißung des nach wie vor leider fernen Friedens. Eine Sehnsucht, die wahrhaft adventlich ist, klingt in ihren oft eine gewisse Traurigkeit wiederspiegelnden Liedern wieder.
Aber wir wollen nicht nur ihr Weihnachten kennenlernen, wir wollen mit ihnen Weihnachten feiern. Und wenn unterschiedliche Familien zusammen feiern, singt man auch mal die Lieder der einen, dann wieder der anderen Familie.
Daher ist es mir eine ganz besondere Freude, dass wir heute eine Sängerin hier begrüßen dürfen, die wahrhaft eine Brückenbauerin zwischen West und Ost, Orient und Okzident ist, da sie beide Welten in sich vereint und ihre Lieder kennt und singen kann wie keine andere: Sarah Ego, die mein Confrater Martin Lohmann gleich noch vorstellen wird. Daher fördert die Prinz Gharios Stiftung diese junge Künstlerin als Kulturbotschafterin der syrisch-orthodoxen Christenheit.
Zuvor ein Wort zur Prinz Gharios Stiftung. Wir sammeln heute abend für christliche Flüchtlinge aus Syrien, die nach Deutschland gekommen sind und sich kaum etwas mehr wünschen als eine Kirche, in der sie nach ihrem Ritus beten und Liturgie feiern können. Für alles sorgt man in Deutschland, aber nicht für das seelische Heil christlicher Flüchtlinge. Der koptische Bischof Damian war es, der uns auf diesen Notstand hingewiesen hat und eine solche Kirche in einem Flüchtlingslager bei Warburg einrichten möchte. Dazu möchten wir unseren Anteil leisten.
Prinz Gharios entstammt dem ältesten christlichen Königsgeschlecht, den Ghassaniden. Seine Familie, die Familie Gharios, gehört heute noch zu den führenden Familien des Libanons und stammt in direkter Linie von den Scheichs El-Chemor ab, die noch heute ihren Palast in Kfarhata bewohnen. Sie regierten von 1211 bis 1747 nacheinander zwei christliche Scheichtümer im Libanon, ihr Oberhaupt trägt noch heute den Titel Scheich, also Fürst, El-Chemor. Die Urgroßeltern von Prinz Gharios flohen zwar nach Brasilien, wo auch er aufwuchs, aber seine Familie hat ihn längst wieder aufgenommen und anerkannt. Ebenso wird er anerkannt von Kardinal Rai, dem Patriarchen der maronitischen Kirche und von Fouad Twal, dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem, der Prinz Gharios nach gründlicher Prüfung seiner Abstammung durch das päpstliche Staatssekretariat als „Königliche Hoheit Prinz Gharios al Ghassaniyah“ in den Ritterorden vom Heiligen Grab aufnahm. Er ist also von kirchlichen Autoritäten anerkannt und wurde von 13 Nationen für seine humanitäre Arbeit ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr, ihn heute abend hier in Rom begrüßen zu dürfen.
Ganz herzlich grüßen soll ich Sie von Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, der gemeinsam mit uns zu diesem Abend eingeladen hatte. Er hat es in Newark/New Jersey infolge des LUFTHANSA-Streiks nicht mehr pünktlich zu seinem Flieger geschafft und bittet dafür um Verständnis und Entschuldigung. Herzlich grüßte uns auch die Botschafterin der Bundesrepublik Deutschland in Rom, Frau Dr. Wasum-Rainer, die heute nachmittag leider andere Verpflichtungen hat. An ihrer Stelle möchte ich ihre Kanzleichefin, Frau Marion Hinsberger, hier ganz herzlich begrüßen.
Noch einmal danke ich Dr. Fischer und dem Vorstand des Campo Santo Teutonico für ihre Bereitschaft, uns diese Möglichkeit heute abend zu geben, gemeinsam mit syrisch-orthodoxen Christen auf Weihnachten hinzufeiern. Das ist wahre Ökumene, wie sie Vorbild sein sollte – Ökumene des Blutes, wie Papst Franziskus sagen würde. Gott segne Sie dafür.
Welch passenderen Ort gibt es für dieses Konzert der Solidarität mit den neuen Märtyrern als diese ehrwürdige und traditionsreiche Stätte, deren Boden selbst vom Blut der ersten Märtyrer getränkt ist, weil hier einst der Zirkus des Nero stand. Und der auch so vielen Flüchtlingen im 2. Weltkrieg Zuflucht bot, Juden wie Katholiken, darunter auch, dieser Ausflug in meine Familiengeschichte sei erlaubt, meinem eigenen Onkel, Hofrat Prof. Dr. Rainer M. Herkenrath, ein Neffe wiederum Ihres legendären Amtsvorgängers Msgr. Hermann M. Stoeckle.
Danke Ihnen allen für Ihr Kommen. Falls unsere wunderbare Sängerin auch Ihr Herz für Syriens Christen öffnet, wären wir dankbar für eine  großherzige Spende, die zu 100% an Bischof Damian gehen wird. Bitte beachten Sie auch unsere Info-Folder, auf denen unsere Kontonummer angegeben ist. Dort finden Sie auch die website unserer Stiftung angegeben. Für jede Spende schon jetzt von Herzen ein Vergelt’s Gott. Möge der Herr es Ihnen reich belohnen!
Jetzt aber darf ich den „waschecht“ katholischen Journalisten und TV-Moderator Martin Lohmann hier begrüßen, der Ihnen allen kein Unbekannter ist..."




Kurz nach der Papstaudienz und vor einem Empfang im Staatssekretariat: RTL-Moderator Wolfram Kons und Dr. h.c. Michael Hesemann im Vatikan

30. November 2016: Für den RTL Spendenmarathon in Rom

Als Hesemann im Mai 2013 zu Recherchen für sein Buch "Papst Franziskus" in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires reiste, bewegte ihn die große Armut in den Elendssiedlungen rund um das Stadtzentrum, aber auch das unermüdliche Engagement katholischer Priester aus dem Umfeld des ehemaligen Erzbischofs Jorge Mario Kardinal Bergoglio, diese Not zu mildern. Hesemann versprach, zu helfen - und stellte den Kontakt zur RTL-Stiftung her. Schließlich drückte er mit dem Moderator des RTL-Spendenmarathons, Wolfram Kons, neun Jahre lang die Schulbank. 2015 schließlich recherchierte und drehte ein RTL-Team in Buenos Aires, während Hesemann den Kontakt zum Vatikan herstellte; Kons wurde von Papst Franziskus in Audienz empfangen, der Heilige Vater segnete das Projekt. Im November 2015 wurde es den RTL-Zuschauern vorgestellt, die so großzügig spendeten, dass EUR 150.000 nach Buenos Aires transferiert werden konnten - zum Bau einer Schule in der Villa 21, einem der ärmsten Viertel der Stadt.
Anfang September 2016 waren die Bauarbeiten bereits abgeschlossen, konnte in Beisein von Kons die Schule eröffnet werden. Am 26. November wurde beim 21. RTL-Spendenmarathon berichtet. Vier Tage später flog Kons mit Hesemann nach Rom, wo er erneut eine Papstaudienz hatte. Dort dankte der Heilige Vater dem Moderator für sein Engagement und segnete eine Krippenfigur des Jesus-Kindes, die Kons von den Kindern der neuen Armenschule geschenkt worden war; auch sie wurde auf RTL versteigert, der Erlös wird für die Ausstattung der Schule verwendet.

http://wirhelfenkindern.rtl.de/cms/papst-franziskus-bedankt-sich-bei-rtl-wir-helfen-kindern-und-den-rtl-zuschauern-4051097.html

19./20. November 2016: Hesemann gratuliert Kardinal Osoro

Wieder in Rom nahm Hesemann am Konsistorium, der Ernennung der neuen Kardinäle und den Feierlichkeiten zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit teil. Eine besondere Freude war für ihn die Begegnung mit dem neu kreierten Kardinal Carlos Osoro Sierra, Erzbischof von Madrid, dem er persönlich gratulierte und ein Geschenk überreichte. Hesemann kennt Osoro seit dessen Zeit als Bischof von Oviedo in Asturien, sein Foto schmückt die Rückseite des Bestsellers "Das Bluttuch Christi". 2009 berief ihn Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Valencia, wo er auch der Bruderschaft der Ritter vom Santo Caliz vorstand, der Hesemann angehört. Hesemann überbrachte Grüße von der Bruderschaft und vom "Centro Espanol de Sindonologia", dem spanischen Zentrum für Grabtuchforschung, dessen Ehrenmitglied Hesemann ist.
 

27. Oktober 2016: Konferenz im Staatssekretariat des Vatikans - Begegnung mit Israels Minister Ayoob Kara


Seit 2008 ist Dr. h.c. Michael Hesemann als Historiker und deutscher Repräsentant für die Pave the Way Foundation des New Yorker Juden Gary Krupp tätig, die sich für den interreligiösen Dialog und die Aussöhnung von Juden und Christen einsetzt. Auch in diesem Jahr nahm er wieder an diversen Aktivitäten der Stiftung teil.
Am 26. Oktober begleitete er eine hochrangige jüdische Delegation unter Leitung des israelischen Ministers für regionale Zusammenarbeit, Hon. Ayoob Kara und des prominenten israelisch-amerikanischen Rabbiners Shlomo Riskin sowie des Aktivisten David Nekrutman vom "Center for Jewish-Christian Understanding and Cooperation" zur Papstaudienz.
Einen Tag später nahm er an einer Konferenz der Israelisch-Amerikanischen Delegation mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin teil. Besprochen wurde u.a. die zukünftige Zusammenarbeit zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl, das zur Unterzeichnung stehende Abkommen zwischen den beiden Staaten, die Aufnahme christlicher Flüchtlinge in Israel und der Stand der Freigabe des Aktenmaterials zum Holocaust im vatikanischen Geheimarchiv. Auch eine zweite Konferenz mit Kardinal Kurt Koch in den Räumen des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen und ein Gespräch mit dem Apostolischen Admininistrator für das Lateinische Patriarchat in Jerusalem, Erzbischof P. Pierbattista Pizzaballa OFM standen auf dem Programm, ebenso ein Besuch in der Israelischen Botschaft am Heiligen Stuhl und in Rom und ein Empfang durch den neuen Botschafter, Hon. Oren David.


Armenien, 21.10.2016: Nationale Akademie der Wissenschaften zeichnet Historiker Michael Hesemann mit der Ehrendoktorwürde aus

Fünf Jahre lang forschte der in Düsseldorf geborene, in Neuss aufgewachsene Historiker und Autor Michael Hesemann (52) in den Archiven des Vatikans nach Dokumenten zum „Urverbrechen des 20. Jahrhunderts“, dem Völkermord an den Armeniern, dem 1.5 Millionen Menschen zum Opfer fielen. Dabei machte er 3000 Seiten bis dahin unveröffentlichter interner Berichte ausfindig, die nach Ansicht der Fachwelt die Diskussion um das Geschehen von 1915-16 um eine völlig neue Perspektive bereichern. Sein Buch „Völkermord an den Armeniern“ erschien 2015 und wurde zum Bestseller; Übersetzungen in vier Sprachen (Englisch, Russisch, Rumänisch und Armenisch) sind in Vorbereitung. Unmittelbar nach seinem Erscheinen, im April 2015, sprach auch Papst Franziskus öffentlich vom „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“, eine Formulierung, die er bei seinem Besuch in Armenien im Juni 2016 wiederholte. Sie wiederum ermutigte auch den deutschen Bundestag, sich im Juni 2016 in einer Resolution zu der deutschen Mitschuld als Mitwisser und damaliger Verbündeter des Osmanischen Reiches zu bekennen. Die heutige Türkei dagegen bestreitet, dass es ein Völkermord war und reagierte mit heftigen Protesten auf die Papstansprache und die Bundestagsresolution.
Besonders in Armenien fand Hesemanns Entdeckung große Beachtung. Der Historiker wurde bereits in diverse Fernsehsendungen eingeladen, hielt Vorträge an der Akademie der Wissenschaften, dem Genozid-Museum an der Völkermord-Gedenkstätte und der Diplomatenschule von Jerewan. Jetzt wurde seine Arbeit auf ganz besondere Weise geehrt. Am Freitag, 21. Oktober wurde ihm von der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien im Büro des Präsidenten der Akademie, Prof. Dr. Radik M. Martirosyan (80) „in Anerkennung seiner Verdienste für die historische Forschung über dieses dunkelste Kapitel in der Geschichte des armenischen Volkes“ die Ehrendoktorwürde verliehen. Zu den ersten Gratulanten gehörten der Vizepräsident der Akademie, Prof. Dr. Yuri Shoukourian und der Leiter des Instituts für Orientalische Studien, Prof. Dr. Ruben Safrastyan sowie, als Vertreter der katholischen Mechitharistenkongregation, Pater Vahan Hovagimian.  

„Die Fakten liegen jetzt auf dem Tisch“, erklärte Hesemann in seiner Dankesansprache, „auch jene Dokumente, die ich entdeckte, sprechen eine eindeutige Sprache. Es war ein Völkermord. Wir sind den Opfern gegenüber verpflichtet, dass ihnen Gerechtigkeit widerfährt. Das armenische Volk als ihre Nachkommen hat, genau wie die deutschen Opfer der Schoah, einen Anspruch auf Wiedergutmachung. Deutschland ist nach dem Zweiten Weltkrieg erst dadurch wieder zu einem respektierten Mitglied der Völkerfamilie geworden, dass es offen zu seiner Schuld stand und den Staat Israel demonstrativ unterstützte und großzügig entschädigte. Es wäre der Türkei zu wünschen, dass sie den Mut findet, den gleichen Weg zu gehen.
Bis dahin haben wir einen Auftrag, den uns die Geschichte erteilt hat. Er besteht darin, das schreckliche Geschehen so sauber und vollständig zu dokumentieren und ein Vergessen und Verschweigen für alle Ewigkeit unmöglich zu machen. Das sind wir den 1,5 Millionen Opfern, den Märtyrern der armenischen Nation und ihres Glaubens, schuldig. Ich habe versucht, meinen Beitrag dazu zu leisten. Möge das, was dabei zutage kam, auch bei Ihnen und vielen jungen Historikerkollegen auf fruchtbaren Boden stoßen.
Voller Demut und Dankbarkeit verneige ich mich vor Ihnen und der großen armenischen Nation. Möge die Wahrheit uns alle frei machen: die einen, ihre Schuld zu gestehen und die anderen, ihnen zu vergeben. Ich danke Ihnen und wünsche Ihnen und Ihrem Land dazu Gottes reichen Segen!“

Link: Der vollständige Text von Hesemanns lectio magistralis "
Die 'Völkermord'-Resolution des Deutschen Bundestages und die Dokumente des Vatikans – eine Reflektion" an der NAS-RA:
index.php?aktion=seiten_auswahl&seiten_id=1160121

Um der nächsten Generation armenischer Historiker die Möglichkeit zu geben, den von ihm gehobenen Quellenschatz für ihre Studien und Arbeiten zu nutzen, übergab Hesemann der Akademie Kopien der 1100 wichtigsten Dokumente, die Grundlage seines Buches waren.


Anschließend gab Hesemann eine Pressekonferenz in den Räumlichkeiten der russischen Nachrichtenagentur SPUTNIK und ein Interview auf Sputnik Radio. Organisiert hatte sie die SCHOOL OF PUBLIC DIPLOMACY unter Leitung von Tigran Shadunts, für die Hesemann zwei Tage zuvor in den Räumen des "Russischen Zentrums für Wissenschaft und Kultur in Jerewan" ein Seminar über seine Forschungen im Vatikanarchiv und die Versuche der vatikanischen Diplomatie, den Genozid zu stoppen, gehalten hatte.


Der Autor später auf FACEBOOK: "Danke, Armenien! Heute wurde ich von der staatlichen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien für meine Arbeit über den Völkermord an den Armeniern mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet. Voll Freude und Dankbarkeit umarme ich dieses wunderbare Volk und verneige mich demütig vor seinen 1,5 Millionen Märtyrern!"
 

11. Oktober 2016: Hesemann hält Vorlesung an der Orthodoxen Akademie in St. Petersburg


Auf Einladung des Leiters der Russisch-Orthodoxen Akademie in St. Petersburg, Pater Ilia Makaroff, hielt Michael Hesemann eine dreistündige Vorlesung zum Thema "Christliche Reliquien: Die Geschichte ihrer Verehrung und die Frage nach ihrer Authentizität" vor Studenten und Priesteramtsanwärtern. Hesemann plädierte für eine sorgfältige Prüfung von Reliquien, da gerade Russland in den letzten Jahren von einer Reihe skrupelloser Fälscher – leider auch einem Subdiakon aus Novara und einem Monsignore aus Rom, der mittlerweile nach Ferrara „Strafversetzt“ wurde – mit dubiosen oder eindeutig gefälschten Reliquien buchstäblich überschwemmt worden war, zum finanziellen Nutzen der „Lieferanten“. Gleichzeitig rief er zu einem „wahrhaft ökumenischen Kreuzzug zur Rettung echter Reliquien“ auf, da unzählige authentische Heiligengebeine seit dem Zweiten Vaticanum und den damit einhergehenden „aggiornamento“ der Kirche auf dem Antiquitätenmarkt landeten. Sie vor Missbrauch und Profanisierung zu schützen, ja quasi zu „retten“ und einer neuen Verehrung – ob nun im Westen oder in Russland – zuzuführen sollte unser aller Ziel sein.
Zu diesem Zweck hat die Orthodoxe Akademie ein "Zentrum zur Erforschung christlicher Reliquien" unter Leitung von Mikhail Arteev gegründet, das Hesemann als Experte beratend unterstützt.

Hier der Link zu Hesemanns St. Petersburger Vorlesung:
index.php?aktion=seiten_auswahl&seiten_id=1160253
Seinen Bericht über seine gesamte, achttägige Russlandreise finden Sie hier:
index.php?aktion=seiten_auswahl&seiten_id=1160271


29. September 2016: Hesemann als Ehrenmitglied von "We are Christians" ausgezeichnet

Am Rande eines Charity-Dinners der Prinz Gharios Stiftung aus Anlaß des 43. Geburtstages SkkH Prinz Gharios von Ghassan al-Nu'man VIII wurde Michael Hesemann von Josef Gabriel die Ehrenmitgliedschaft in der Aramäischen Hilfsorganisation "We Are Christians e.V." verliehen. Damit sollte sein "vielfältiges Engagement für die Christen des Nahen Osten" ausgezeichnet werden, wie Gabriel in der kurzen Laudatio erklärte. "We Are Christians" setzt sich seit 2014 auf besondere Weise für die christlichen Flüchtlinge aus dem syrischen Bürgerkrieg ein. http://wearechristians.de/we-are-n/ 

Über das von Hesemann organisierte Charity-Dinner schrieb der Journalist Georg Dietlein:

Prinz Gharios Stiftung geht an den Start:
Hilfe für die verfolgten Christen im Nahen Osten

Haben Sie schon einmal einen arabischen Prinzen getroffen, der Christ ist? Wussten Sie, dass es ein arabisches Kaiser- und Königshaus gibt, das bereits im dritten / vierten Jahrhundert christlich wurde und seitdem tapfer für den christlichen Glauben im Nahen Osten kämpft? Und wussten sie, dass dieses älteste christliche Adelshaus aus dem Nahen Osten den Lauf der Zeiten überstanden hat und sich auch heute noch für die Christen im Nahen Osten engagiert?

Die Rede ist von Prinz Gharios El-Chemor von Ghassan Al-Numan VIII., einem jungen (43), gebildeten Prinzen aus dem Nahen Osten. Er ist Hausherr des kaiserlichen und königlichen Geschlechts der Ghassaniden, die von biblischen Zeiten an zunächst in Yemen und bis 1747 ein Scheichtum im Libanon regierten. Da seine Urgroßeltern vor den Repressalien durch die Osmanen fliehen mussten, wurde Prinz Gharios in Brasilien geboren, wohnt in den USA und Jordanien, ist aber eigentlich immer auf Reisen: Er trifft sich mit dem Papst, mit orthodoxen und orientalischen Patriarchen, mit Politikern und anderen wichtigen Entscheidungsträgern. Seine Mission: Helft den verfolgten Christen im Nahen Osten! Und wie kann das gelingen? Durch Bildung, durch Dialog, indem sich alle orientalischen Christen verbünden und auch die Christen in Europa etwas für ihre Glaubensbrüder im Nahen Osten tun – ideell und finanziell.

Seinen 43. Geburtstag feierte Prinz Gharios, dem Deutschland besonders am Herzen liegt, ganz bewusst in Deutschland, und zwar in der mittelalterlichen erzbischöflichen Zollfestung Zons bei Düsseldorf. Eingeladen hatte hierzu die neu gegründete Prinz Gharios Stiftung, die die zahlreichen Aktivitäten des Prinzen im Nahen Osten unterstützt. Hinter der Stiftung stehen nicht ganz unbekannte Persönlichkeiten aus dem deutschen Katholizismus: Vorstand der Stiftung ist der bekannte Historiker und Buchautor Dr. h.c. Michael Hesemann, sein Stellvertreter ist der bekannte Publizist und Moderator Martin Lohmann, der von Prinz Gharios zum Statthalter des Sankt-Michaels-Ordens in Deutschland berufen wurde. Dieser Ritterorden geht auf die lange Tradition der Ghassaniden zurück, die von Anfang an zu den Beschützern der Heiligen Stätten im Heiligen Land gehören und gehörten, aber auch auf den byzantinischen Kaiser Nikephorus I., der ein Ghassanide war. Im 7. Jahrhundert war die arabische Königsfamilie vor den anstürmenden Muslimen nach Konstantinopel geflohen, erst nach dem verhängnisvollen 4. Kreuzzug kehrte sie in den Libanon zurück.

Dem ökumenischen Sankt-Michaels-Orden gehören bereits bedeutsame Persönlichkeiten an, u.a. der koptische Papst Tawadros II., der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel Bartholomeos, die Kardinäle Rai, Koch, Sandri, Burke, die Bischöfe Laham, El Hage, Madi, Prinzessin Shariffa Bdour von der jordanischen Königsfamilie sowie diverse jordanische Minister. Der Ritterorden unterstützt genauso wie die Prinz Gharios Stiftung die verfolgten Christen im Nahen Osten. Die Prinz Gharios Stiftung ist ökumenisch durch und durch. So passt es sehr gut, dass der evangelische Theologe Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher (Bonn) die Aufgabe des Präsidenten der Königlich-Ghassanidischen Akademie der Wissenschaften übernommen hat. Damit geht ein starkes ökumenisches Team an den Start.

Eigens angereist war zur Geburtstagsfeier des Prinzen der Generalbischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Deutschland, S. Em. Bischof Anba Damian, für dessen Betreuung der christlichen Flüchtlinge aus Nordafrika die Spenden des Abends gingen. Ein besonderes Highlight des Abends war die Sängerin Sarah Ego (23), die dem Abend mit orientalischer Musik aus ihrer assyrischen Heimat seinen Glanz verlieh. Besonders unter die Haut ging das Vater unser (Abun d’beschmayo) sowie das Ave Maria (Schlom Lech Maryam), das Sarah Ego auf Aramäisch, der Sprache Jesu, vortrug. Die bekennende Christin, die eigentlich Popmusik an der Hochschule Osnabrück studiert, arbeitet zur Zeit an ihrem neuen Album „Ave Maria“, dessen Erlös der Prinz Gharios Stiftung zufließt. Als eine der ersten Damen gehört auch sie dem St. Michaels-Orden an.

Der festliche Abend bot ausreichend Gelegenheit, um den Prinzen und seine Projekte näher kennen zu lernen. Die humanitären Projekte des Prinzen im Nahen Osten zielen auf eine Entradikalisierung der dortigen Bevölkerung. Der Schlüssel dazu lautet: Gebt den Menschen Bildung und Arbeit! Auf diese Weise gelingen kleine, aber nachhaltige Schritte zur Unterstützung der Christen im Nahen Osten. Zugleich setzt sich der Prinz für die Errichtung eines Rates der Orientalischen Christen ein (Oriental Christian Council), der sich als runder Tisch orientalischer Christen und UNO-Berater für die Belange der orientalischen Christen aller Konfessionen einsetzt. Hierbei sind dem Prinzen bereits erste Erfolge gelungen. Inzwischen hat das Souveräne Kaiser- und Königshaus von Ghassan offiziellen Beraterstatus als NGO an der UNO inne.

Auch in Deutschland konnte Prinz Gharios bereits wichtige Kontakte zu Mitgliedern des deutschen Bundestages knüpfen, mit denen er zusammenarbeitet. Spätestens seit der Flüchtlingskrise scheinen auch wir Deutschen verstanden zu haben, dass irgendetwas (oder besser: sehr viel) im Nahen Osten nicht stimmt. Besonders leiden darunter unsere christlichen Glaubensbrüder und –schwestern, die wir leider allzu oft vergessen. Die Prinz Gharios Stiftung hat es sich zum Ziel gesetzt, dieses Thema gründlich anzupacken und echte Hilfe zu leisten.

Auf dem Benefizdinner hielt Hesemann die folgende Rede, in der er auch auf die Geschichte der Stiftung einging:

"Nun fragen viele von Ihnen bestimmt: Warum feiert Prinz Gharios von Ghassan, Oberhaupt des ältesten christlichen Königshauses der Welt, Nachkomme einer Dynastie christlich-arabischer Kaiser und Könige, seinen 43. Geburtstag, so wunderschön es am Rhein auch ist, ausgerechnet hier in Deutschland?
Die Geschichte ist schnell erzählt. Vor gut 15 Monaten, im Juni 2015, begegnete ich ihm das erste Mal in Rom, als er in Beisein des koptisch-orthodoxen Erzbischofs von Boston und New York, Metropolit Anba David, ein weiteres Mal in die Ewige Stadt kam, dieses Mal, um Kardinal Koch vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen zu treffen. Ich hatte für Anba David die Begegnung arrangiert, auf die ein Empfang im vatikanischen Staatssekretariat und eine Begegnung mit dem Heiligen Vater – für Prinz Gharios die dritte – folgte. Dort schilderte Seine Hoheit erst mir und dann dem Kardinal seinen Plan zur Errichtung eines Rates der Orientalischen Christen, eine Idee, die mir sofort logisch und vielversprechend erschien. Ich erlebte das hohe Ansehen, das Prinz Gharios bei einer Reihe von Kardinälen und Patriarchen genießt und Kardinal Koch empfahl eine Zusammenarbeit.  Zugleich erwähnte der Kardinal eine Konferenz zum Thema Christenverfolgung im evangelikalen Seminarzentrum Schönblick, auf der er einen Vortrag halten würde. Ich empfahl den Veranstaltern, Prinz Gharios einzuladen, was zu seinem ersten Besuch in Deutschland führte. Vor einem Publikum von über tausend Zuhörern überzeugte, ja begeisterte er.  Nicht nur Volker Kauder, der ebenfalls auf dem Kongress sprach, sondern auch der international bekannte Theologe und Menschenrechtler Prof. Dr. Thomas Schirrmacher wurden auf ihn aufmerksam und durch sie das politische Berlin. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion lud Prinz Gharios im vergangenen Juni auf ein erstes Symposium ein, vor zwei Wochen ein zweites Mal zu einer internationalen Parlamentarierkonferenz zum Thema Religionsfreiheit. Diese positive Reaktion aus Deutschland inspirierte den Prinzen, hier eine Infrastruktur zu schaffen, um seiner Arbeit, bislang auf Los Angeles und Amman konzentriert, ein drittes Standbein zu verschaffen, um enger auch mit deutschen Regierungskreisen kooperieren zu können. So gründeten wir im Juni dieses Jahres in Bonn, in der Villa Stengel, die Prinz Gharios-Stiftung, bewusst nach deutschem Recht, wo über jede einzelne Spende Rechenschaft abgelegen werden muss. Dem Stiftungsvorstand gehören so renommierte Männer wie Martin Lohmann, Dr. Rüdiger von Stengel und Prof. Thomas Schirrmacher an. Ein erfahrener Stiftungsanwalt, Christoph Konopka, überwacht akribisch, dass jeder Euro, den Sie spenden, nur dem Stiftungszweck zugute kommt. Alle Mitarbeiter sind rein ehrenamtlich tätig.
Warum brauchen wir die Prinz Gharios Stiftung gerade jetzt? Der Nahe Osten betrifft Deutschland seit der Flüchtlingswelle vor einem Jahr wohl oder übel mehr als jedes andere Land Europas, ja vielleicht der Welt. Und ich denke, wir sind uns alle einig, dass es nur eine nachhaltige Lösung der Flüchtlingskrise gibt: Nämlich die Fluchtursachen zu beseitigen.
Als Christen haben wir eine besondere Verantwortung nicht nur für die christlichen Flüchtlinge, die nach Deutschland gekommen sind, sondern umso mehr  noch für die Christen, die in den Bürgerkriegsgebieten  geblieben sind. Wenn sie auch noch abwandern, blutet der christliche Orient aus. Wir müssen um jeden Preis verhindern, dass die Wiege der Christenheit bald „christenfrei“ wird. Und darum müssen wir auf jede nur denkbare Weise den Christen in der Region unter die Arme greifen und ihnen Mut, Kraft und Möglichkeiten geben, dass sie auch in ihrer Heimat eine Zukunft haben. „Lasst uns … allen Gutes, besonders aber den Glaubensgenossen“, rät der heilige Paulus im Galaterbrief (6,10). Eben das ist auch das Motto der Prinz Gharios-Stiftung. Niemand wird ausgeschlossen, im Gegenteil – die Bildungsinitiativen, die wir planen, kommen eben auch jungen Muslimen zugute. Aber besonders am Herzen liegen uns unsere Brüder und Schwestern im Glauben.
Es war eine besondere Fügung, dass Prinz Gharios nur einen Tag nach der Gründung unserer Stiftung aus New York die Nachricht erhielt, dass seine Dachorganisation, das Souveräne kaiserlich-königliche Haus von Ghassan, unter eben diesen Namen an den Vereinten Nationen offiziell als NGO mit Beraterstatus akkreditiert wurde. Wir können fortan also auch auf politischer Ebene effizient arbeiten. Und es ist eine weitere besondere Fügung, dass er diesen September und damit auch seinen heutigen Geburtstag aufgrund der Einladung der Konrad Adenauer Stiftung und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion ausgerechnet in Deutschland verbringt. So kam uns spontan die Idee, die Gründung unserer Stiftung und seinen 43. Geburtstag in kleinem Rahmen mit so lieben und wertvollen Weggefährten von uns allen zu feiern. Das musste sehr kurzfristig geschehen, weil die Stiftung erst im August von den Steuerbehörden als gemeinnützig anerkannt worden war. So feiern wir heute in kleiner Besetzung. Unsere politischen Freunde aus Berlin konnten leider nicht kommen, weil der Termin in die Sitzungswoche des Deutschen Bundestages fällt.
Ich möchte Ihnen allen danken, dass Sie gekommen sind, um heute ein neues Kapitel in der Geschichte der überkonfessionellen christlichen Zusammenarbeit inmitten der Verfolgung, der Ökumene des Blutes, wie der Heilige Vater sie nennt, zu schreiben und der globalisierten Indifferenz eine Absage zu erteilen. Lassen wir uns gemeinsam den Christen im Nahen Osten wieder Hoffnung auf eine Zukunft schenken – das ist auch der große Wunsch von Prinz Gharios zu seinem heutigen Geburtstag. Und ich glaube, dass wir heute alle hier beisammen sind, ist auch eine schicksalshafte Fügung. So hoffen wir und vertrauen wir auf Ihre Unterstützung. Helfen Sie mit, damit wir helfen können, und lassen sie auch andere von unserer Arbeit wissen!"


26. September 2016: Hesemann mit Dragomanov- Medaille geehrt


In Düsseldorf wurde Michael Hesemann von Prof. Dr. phil h.c. Moritz Hunzinger mit der Dragomanov-Medaille für europäische Kommunikation der staatlichen Pädagogischen Draganov-Universität für seinen literarischen Betrag zur Kommunikation europäisch-christlicher Werte und seinen Einsatz für die verfolgten christlichen Minderheiten des Nahen Ostens ausgezeichnet.

Die Medaille wird von der Staatlichen Pädagogischen Dragomanov-Universität Kiew verliehen und gründet auf Artikel 2 des Vertrags über die Europäische Union zu den Werten: die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören.
 

22. September: Zum 25. Geburtstag Armeniens in Berlin


Auf Einladung des Botschafters der Republik Armenien in der Bundesrepublik Deutschland, Seiner Exzellenz Ashot SMBATYAN nahm Hesemann an den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik Armenien teil. Höhepunkt war ein Konzert des Mädchenchors der "Little Singers of Armenia" unter Leitung von Tigran Hekekyan.
 

12.-14. September 2016: Hesemann nimmt an Parlamentarierkonferenz zur Religionsfreiheit teil

Vom 12.-14. September 2017 waren Michael Hesemann als Vorstand der Prinz Gharios Stiftung, die von den Vereinten Nationen als NGO anerkannt wurde,  und Prinz Gharios el-Chemor von der Konrad Adenauer-Stiftung und der CDU/CSU-Bundestagsfraktion auf die Internationale Parlamentarierkonferenz "Schutz für ein gefährdetes Recht" zum Thema Religionsfreiheit eingeladen. In diversen Sitzungen vertrat der Prinz immer wieder sein Projekt eines "Orientalischen Christen-Rates". Schließlich trat die PGS einem Netzwerk internationaler NGOs bei, das am Morgen des 14.9. in den Räumen des Reichstags gegründet wurde.
 

10.-14. August 2016: Sommertagung der Gustav-Siewerth-Akademie endete mit Vergebungsbitte für Luthers Judenhass.

(kath.net-Bericht vom 1.9.2016) Bierbronnen: Ein Jahr vor dem Reformationsjubiläum widmete sich der Theologische Sommerkurs der Gustav Siewerth-Akademie, einer kleinen aber feinen katholischen Hochschule, dem „Gottes- und Menschenbild Martin Luthers“. Eine ganze Woche lang präsentierten Theologen, Historiker und Vertreter anderer Wissenschaften in Bierbronnen/Schwarzwald ihre Erkenntnisse zur Biographie und Theologie des Urhebers der Thesen von Wittenberg. So widmete sich Mons. Dr. Winfried König aus Rom „Der göttlichen Barmherzigkeit im Streit zwischen Erasmus und Luther“ und Prof. Dr. Arturo Ruiz Freites, ebenfalls aus Rom, dem Thema „Erlösung und Vermittlung im Denken Martin Luthers“, während sich Dr. Josef Wieneke aus Berlin „Luthers Frauenbild“, Prof. Dr. Roland Süßmuth „Luthers Menschenbild im Licht der Humantheologie und naturwissenschaftlicher Erkenntnisse“ und Prof. Dr. Berthold Wald dem „Personbegriff und Handlungssinn bei Martin Luther“ auf den Grund ging. Prof. Dr. Jaques Cabaud untersuchte die psychologischen Ursachen von Luthers Gottes- und Menschenbild, während die Akademiegründerin, die bekannte Philosophin Prof. Dr. Alma von Stockhausen, es auf den Punkt brachte: „Luthers Theologie – Eine Autobiographie“ lautete der Titel ihres Vortrages, in dem sie nachwies, wie untrennbar Luthers Neudefinition des Christentums und Absage an den freien Willen von seiner tragischen Lebensgeschichte geprägt sind. Der Rektor der Gustav Siewerth-Akademie, Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin schließlich stellte eindrucksvoll die Auswirkungen Luthers auf die deutsche Philosophie dar.

Doch kein Vortrag löste so viel Betroffenheit aus wie der des Düsseldorfer Historikers Michael Hesemann, der sich Luthers Verhältnis zu den Juden widmete. Während der Reformator anfänglich auf die Juden setzte und hoffte, durch ihre Bekehrung die Wahrheit seiner Theologie beweisen zu können, führte die Skepsis gelehrter Rabbiner, die ihm zahlreiche Fehler bei seiner Bibelübersetzung nachwiesen, bald zu einer extremen Gegenreaktion, die Hesemann auf eine „narzisstische Kränkung“ zurückführt. Plötzlich sah Luther in den Juden seine persönlichen Feinde, die er auf ähnlich heftige Weise in seinen Schriften verteufelte wie vor ihnen „Papisten“, Türken und aufständische Bauern. Doch es blieb nicht bei dem berüchtigten „Lutherzorn“ und deftigen Schimpfkanonaden. In seiner Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ forderte Luther auch offen von den Fürsten des Reiches Maßnahmen , „dass ihr und wir alle der unleidlichen, teuflischen Last der Juden entladen werden“ – darunter Niederbrennung aller Synagogen und Zerstörung ihrer Schriften, Enteignung, Zerstörung ihrer Häuser, Schikanen wie Bewerfung mit „Saudreck“, Internierung in Baracken und Zwangsarbeit sowie die Hinrichtung aller Rabbiner und öffentlich betenden Juden – eine Liste, die Karl Jaspers zu der Feststellung bewegte: „Was Hitler getan, hat Luther geraten, mit Ausnahme der direkten Tötung durch Gaskammern.“

Doch es blieb nicht bei dieser Hass-Schrift, die mit einer wahren Schimpfkanonade endete: „Pfu euch hie, pfu euch dort, und wo ihr seid, ihr verdammten Juden, daß ihr die ernste, herrliche, tröstliche Wort Gottes so schändlich auf euern sterblichen, madigen Geizwanst ziehen düret, und schämet euch nicht, euern Geiz so gröblich an den Tag zu geben! Seid ihr doch nicht wert, daß ihr die Biblia von außen sollet ansehen, schweige daß ihr drinnen lesen sollet! Ihr solltet allein die Biblia lesen, die der Sau unter dem Schwanz stehet, und die Buchstaben, die daselbs heraus fallen, fressen und saufen.“ Nur zwei Monate später legte Luther nach und veröffentlichte seine wohl widerlichste Schrift, „Vom Schem Hamphoras“, die dem allen Juden hochheiligen Gottesnamen gewidmet ist. Darin kommt Luther auch auf die "Judensau" an der Wittenberger Pfarrkirche, ein Relikt des mittelalterlichen Antijudaismus, zu sprechen, die er wie folgt beschreibt: „Es ist hier zu Wittenberg an unserer Pfarrkirchen eine Sau in Stein gehauen, da liegen junge Ferkel und Juden drunter, die saugen. Hinter der Sau stehet ein Rabbiner, der hebt der Sau das rechte Bein empor, und mit seiner linken Hand zeucht er den Bürzel über sich, bückt und kuckt mit großem Fleiß der Sau unter dem Bürzel in den Talmud hinein, als wollt er etwas Scharfes und Sonderliches lesen und ersehen. Daselbst her haben sie gewißlich ihr Schem Hamphoras“ – den „allerheiligsten, ausgeführten“ und für jeden gläubigen Juden unaussprechbaren Gottesname, den Luther so erklärt: „Also spottet der leidige böse Geist seinen gefangenen Juden, läßt sie lassen sagen Schem Hamphoras und große Dinge drin glauben und hoffen. Er aber meinet ‚Scham Haperes‘, das heißt: Hie Dreck, nicht der auf der Gassen liegt, sondern aus dem Bauch kommt.“ Diese bewusste und blasphemische Schmähung Gottes und der jüdischen Religion, die Gleichsetzung Seines heiligen Namens mit (für Juden absolut unreinem) Schweinekot, veranlasste Hesemann, von einem Lutherschen „Fäkalantisemitismus“ zu sprechen. Dass eine solch geschmacklose Polemik auch im 16. Jahrhundert unüblich war, belegen die schockierten Reaktionen auch anderer Reformatoren auf Luthers Pamphlet. Schnell bemühte man sich um Schadensbegrenzung und versuchte, leider erfolglos, die Verbreitung der Schmähschrift zu verhindern. So aber wurde, davon ist nicht nur Hesemann überzeugt, ein Antisemitismus, der weit über den unseligen katholischen Antijudaismus hinaus ging, da er nicht die jüdische Religion, sondern den Juden selbst buchstäblich verteufelte (Luther: „Die Juden sind junge Teufel, zur Hölle verdammt“), in protestantischen Kreisen etabliert. Luther galt im Protestantismus als prophetische Gestalt, als zweiter Paulus, der nicht hinterfragt werden durfte. Daher sei wenig verwunderlich, so der Historiker, dass speziell protestantische Wähler auch für den Antisemitismus der Nationalsozialisten empfänglich waren. Wie der Wahlforscher Jürgen Falter ermittelt hat, verdankte Hitler sein gutes Ergebnis bei den Reichstagswahlen von 1932 den evangelischen Wählern. Von ihnen hatte sich jeder Zweite für die NSDAP entschieden, von den Katholiken dagegen nur jeder Fünfte. 

Schließlich zitierte Hesemann den Hannoveraner Kriminologen und ehemaligen Justizminister Christian Pfeiffer, der 2014 in einem Beitrag für das Magazin „Cicero“ feststellte: „Martin Luthers Hass auf die Juden machten sich die Nationalsozialisten zunutze. Es waren mehr Protestanten als Katholiken, die Adolf Hitler zur Macht verhalfen. Die evangelische Kirche sollte im Rahmen des Reformationsjubiläums ihre eigene Geschichte selbstkritisch aufarbeiten.“ Die Nazis waren sich der „Schützenhilfe“ durch Luther durchaus bewusst. So erklärte Adolf Hitler schon 1923 in einem Dialogbuch, das er mit seinem Lehrer Dietrich Eckart veröffentlichte: „Luther war ein großer Mann, ein Riese. Mit einem Ruck durchbrach er die Dämmerung, sah den Juden, wie wir ihn erst heute zu sehen beginnen.” Als tatsächlich am 9. November 1938 im ganzen Reich die Synagogen brannten, war es der protestantische Landesbischof von Eisenach, Martin Sasse, der nicht nur den „gottgesegneten Kampf des Führers zur völligen Befreiung unseres Volkes“ rühmte, sondern auch Luther zum „größte(n) Antisemit(en) seiner Zeit“ und „Warner seines Volkes wider die Juden“ erklärte.

Schnell war man sich nach Hesemanns Vortrag an der Gustav Siewerth-Akademie einig, dass man es nicht bei der reinen Kenntnisnahme von Luthers widerwärtiger antisemitischer Polemik und ihren fatalen Folgen belassen konnte. Gerade weil der Reformator im nächsten Jahr auch von Katholiken als „Lehrer im Glauben“ (so Kardinal Karl Lehmann) gefeiert werden soll, konnte man es nicht verantworten, dieses dunkle Kapitel im Leben und Wirken des Reformators unter den Tisch zu kehren. Es musste nicht nur wissenschaftlich, sondern auch geistlich aufgearbeitet werden. So entschied Graf Brandenstein als Rektor der Gustav Siewerth-Akademie, den Abschlussgottesdienst der Sommertagung, der von Bischof Dr. Walter Mixa ausgerechnet am Fatima-Tag (13. August) in der Fatima-Kapelle von Bierbronnen zelebriert wurde, mit einer Vergebungsbitte zu beschließen. Damit sollte ein eindeutiges Zeichen gegen jeden Antisemitismus im Namen des christlichen Glaubens gesetzt werden – eine Geste, die man auch den Verantwortlichen des „Reformationsjubiläums“ empfahl.

kath.net dokumentiert exklusiv den Text der Vergebungsbitte zum Abschluss der GSA-Sommertagung:
„Dreifaltiger Gott, als römisch-katholische Christen und Teilnehmer des Sommerkurses der Gustav Siewerth Akademie zum Thema „Das Gottes- und Menschenbild Martin Luthers“ bitten wir im Namen Jesu Christi, des Sohnes Davids, um Vergebung für Martin Luther und seine verächtlich machenden Schriften über die Juden.

Wir bitten Dich, oh Herr, um Vergebung für alle Ungerechtigkeiten, Schmähungen, Diskriminierung und Gewalt, die den Juden, Deinem auserwählten Volk und unseren älteren Brüdern im Glauben, durch die unsäglichen Schriften Martin Luthers und die durch sie inspirierten Taten seiner Anhänger in den letzten 500 Jahren, gipfelnd aber im vergangenen Jahrhundert, widerfahren sind. 

Wir überantworten diese Schriften und ihre Anhänger Deiner göttlichen Barmherzigkeit. Reinige alles mit Deinem kostbaren Blut, erleuchte unsere Herzen mit Deinem göttlichen Licht und erfülle uns mit Deiner göttlichen Liebe, auf dass wir uns als Christen und Juden in Zukunft in Brüderlichkeit begegnen können.

Auf die Fürsprache der Gottesmutter von Fatima, die im 400. Jahr der Reformation erschien, aller Engel und Heiligen, insbesondere der hl. Edith Stein, der Patronin Europas und auch unserer Akademie, schenke Du Vergebung und Versöhnung.“


Hesemanns vollständiger Vortrag: index.php?aktion=seiten_auswahl&seiten_id=1160280

7. August 2016: Hesemann trifft Armenischen Patriarchen von Jerusalem


Nach einem Besuch der armenisch-orthodoxen Jakobus-Kathedrale von Jerusalem wird Michael Hesemann dem armenischen Patriarchen von Jerusalem, Seiner Seligkeit Nourhan Manougian, vorgestellt. Als Geschenk hat er ihm ein Exemplar seines Buches "Völkermord an den Armeniern" mitgebracht. 16 Tage später, am 23. August, erhielt Hesemann eine e-mail aus dem Patriarchat: "Nach Ihrem Besuch bei unserem Armenischen Patriarchen in Jerusalem, haben Sie Seiner Seligkeit ein Exemplar Ihres Buches 'Völkermord an den 
Armeniern' zum Lesen überreicht. Wenn Sie es uns genehmigen würden, möchte Seine Seligkeit, der Patriarch, Ihr Buch gerne bei uns ins Englische übersetzen lassen, und von der St. James Presse in Jerusalem veröffentlichen." 
Die Armenier sind eine der ältesten christlichen Gemeinschaften in Jerusalem und dort seit dem 4. Jahrhundert nachweisbar. Seit dem 7. Jahrhundert hat die Stadt einen armenischen Bischof, der später erst in den Rang des Erzbischofs, dann, seit 1307, zum Patriarchen erhoben wurde. Hunderte flohen 1915/16 vor dem Völkermord in die Heilige Stadt. Heute bewohnen sie vor allem das sogenannte "Armenian Quarter", das Südwest-Viertel der jerusalemer Altstadt.

1.-4. August 2016: Hesemann spricht auf Historikerkongress in Nazareth

Auf Einladung des Bürgermeisters der Stadt Nazareth, Ali Sallam, dem Kulturbeauftragten der Stadt, Dr. Raji Srouji, und der Universität Haifa nahm Michael Hesemann als Referent an der "3rd International Conference: Nazareth - Archaeology, History and Cultural Heritage" teil, die vom 1. bis 4. August 2016 in den Räumen des neuen "Legacy Nazareth"-Hotels stattfand. Unter der Kongressleitung von Prof. Mahmoud Yazbak und Dr. Sharif Safadi von der Universität Jaffa präsentierten und diskutierten Historiker, Archäologen und Kunstgeschichtler aus den USA, Italien, Großbritannien, den Niederlanden, Israel, Jordanien,  Katar, Deutschland und der Türkei die Ergebnisse neuer Forschungen um die Heimatstadt Jesu. Hesemann referierte über seine Untersuchung des byzantinischen Pilgerbades beim Marienbrunnen und die von ihm in Auftrag gegebene Thermoluminiszenz-Datierung eines Ziegels und eines Röhrenfragmentes durch das Kurt Engelheim-Zentrum für Archäometrie in Mannheim unter Leitung von Prof. Dr. Ernst Pernicka, das der Universität Tübingen untersteht. 
Am Rande der Konferenz organisierte Hesemann eine Begehung des Klosters der Nazareth-Schwestern durch den britischen Historiker Prof. WIlliam G. Clarence-Smith von der Universität London und dem niederländischen Historiker Prof. Mehmet Tutuncu von der Universität Haarlem. Dabei entdeckten die Experten, dass es sich bei dem Speisesaal und der Küche des Klosters um eine ehemalige Moschee handelt, die nach der Besetzung Nazareths durch die Muslime 1291 neben den Ruinen der byzantinischen Basilika über dem Haus der Heiligen Familie errichtet, später aber verlassen worden war. Zudem arrangierte Hesemann, dass das Gelände des Klosters im Sommer 2017 durch das Team des amerikanischen Archäologen Prof. Richard Freund von der Universität Hartford/Conn, USA und den Geophysiker Prof. Philip Reeder mit dem Bodenradar GPR auf weitere archäologische Strukturen hin untersucht wird.
Auf Einladung der Archäologin Prof. Maha Dawascha von der Universität Connecticut besuchte Hesemann die laufenden Ausgrabungen einer byzantinischen Pilgerbasilika aus dem 4. Jahrhundert nördlich der heutigen griechisch-orthodoxen Verkündigungskirche ("Brunnenkirche"). Er wird im nächsten Jahr an den Ausgrabungen teilnehmen.
    

28.6.-5.7.2016: Auf den Spuren von Papst Benedikt: Hesemann führt amerikanische Pilgergruppe zum 65. Priesterjubiläum des Jahrhundert-Pontifexes

Am 29. Juni 2016 feierten Papst emeritus Benedikt XVI. und sein Bruder Msgr. Dr. Georg Ratzinger den 65- Jahrestag ihrer Priesterweihe. Grund genug für das amerikanische katholische Magazin "Inside the Vatican" und seinen Herausgeber Dr. Robert Moynihan, eine Pilgerreise auf den Spuren des Jahrhundert-Papstes zu
veranstalten, für die er Michael Hesemann, Co-Autor der Georg Ratzinger-Autobiografie "Mein Bruder, der Papst" (auch in den USA ein Bestseller!), als Reiseleiter gewann. So führte er zwölf Amerikaner/innen, darunter zwei Priester und die Journalistin Deborah Castellano-Lubov von ZENIT, eine Philippina und den goldigen Retriever Morgan Lim nach Altötting und Marktl am Inn, Tittmoning und Traunstein, Freising und München, zum Kloster Weltenburg und nach Regensburg, wo Joseph Kardinal Ratzinger eigentlich seinen Lebensabend verbringen wollte. Höhepunkte der Reise war die Begegnung mit zwei Zeugen des Weihejahrgangs 1951, Pfr. i.R. Rupert Berger und dem Papstbruder Domkapellmeister Dr. Georg Ratzinger in seinem Haus in der Regensburger Altstadt.

Bericht von Deborah Lubov:
https://zenit.org/articles/feature-christmas-lists-teddy-bears-and-miracles-have-what-in-common-joseph-ratzinger/



20.-26. Juni 2016: Mit Papst Franziskus in Armenien


Schon vier Tage vor Papst Franziskus trifft Michael Hesemann in der armenischen Hauptstadt Jerewan ein. Man hatte ihn eingeladen, bereits im Vorfeld des Papstbesuches über seine sensationelle Entdeckung von 3000 bislang unbeachteten Dokumenten zum Völkermord an den Armeniern im Vatikanischen Geheimarchiv zu sprechen. Eine Aufklärung, die dringend notwendig war. Nur einen Tag vor der Ankunft des Papstes hatte der Direktor des Armenischen Nationalarchivs noch angekündigt, er wolle Franziskus bitten, alle Akten, die der Vatikan über den Genozid von 1915 besäße, "endlich freizugeben". Dabei waren sie bereits 2010-14 von Hesemann entdeckt worden, 2015/6 hatte zudem der Jesuitenhistoriker Pater Ruyssen einige der wichtigsten in einer wissenschaftlichen Edition veröffentlicht.
Bei einem Besuch in der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien erfuhr Hesemann vom Präsidenten der Akademie, Prof. Dr. Radik M. Martirosyan, dass man ihm in Anerkennung seiner Verdienste um die historische Wissenschaft die Ehrendoktorwürde verleihen wolle. 
Beim staatlichen Radiosender "Public Radio of Armenia", beim größten privaten TV-Sender und beim staatlichen armenischen Fernsehen trat Hesemann auf und betonte u.a., dass Papst Benedikt XV. als einzige religiöse oder politische Autorität seiner Zeit nicht nur mit zwei Handschreiben an den Sultan versuchte, das Morden zu stoppen, sondern auch im Dezember 1915 die Weltgemeinschaft über den Genozid informierte. Zuvor hatte der Papst leider erfolglos versucht, über Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich Druck auf die Osmanen auszuüben. 
Höhepunkt von Hesemanns Aufklärungsarbeit im Vorfeld des Papstbesuches war seine Präsentation vor Dutzenden armenischen Journalisten und Akademikern am Völkermord-Museum und Institut, das direkt neben der Völkermord-Gedenkstätte “Tzitzernakaberd” (“Schwalbenfestung”) in den Hügeln oberhalb der Hauptstadt liegt. Dazu eingeladen hatte ihn der Vizedirektor des Museums und Institutes, Suren Manukyan.
An den folgenden drei Tagen nahm Hesemann dann als offiziell beim armenischen Außenministerium akkreditierter Journalist an den wichtigsten Stationen des Papstbesuches teil. Auf einer Pressekonferenz am 24.6. in Jerewan. Ein armenischer Journalist fragte Papstsprecher Pater Federico Lombardi, wann denn der Papst Vatikan-Dokumente zum Völkermord freigeben wolle. "Alle Dokumente in den Archiven des Vatikans sind längst für Historiker zugänglich", erwiderte der Jesuit, "es gab auch einen deutschen Historiker, der sie lokalisiert, ausgewertet und darüber ein Buch geschrieben hat." Hesemann sprang auf, meldete sich. Und Lombardi war froh, ihn in der Pressemeute zu entdecken.

Begeistert reagierten die Armenier, als Papst Franziskus bei seiner Ansprache im Präsidentenpalast deutlich von einem "Völkermord" sprach. Was sie zunächst nicht ahnten, war, welch Ringen dem vorausgegangen war. Denn am 23. Juni meldete die italienische Presse, der Papst habe nicht vor, den umstrittenen Begriff erneut zu benutzen. Das führte dazu, dass Hesemann noch in den frühen Morgenstunden, um 2.26 Uhr römischer Zeit, eine e-mail an zwei der engsten Vertrauten des Papstes, darunter einem wichtigen Kurienkardinal, schickte:

"Eminenz,
Sie können sich noch nicht vorstellen, mit welcher Vorfreude der Heilige Vater hier in Armenien - ich bin bereits am Dienstag eingetroffen - erwartet wird. Überall sind die Straßen mit Fahnen und Plakaten geschmückt, auf den öffentlichen Plätzen laufen Videos, die die Menschen einstimmen. Auch die armenische Intelligentsia - ich sprach gestern mit dem Präsidenten der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Radik Martirosyan und mit dem Historiker Prof. Dr. Ruben Safrastyan, aber auch mit Studenten sowie Journalisten von TV, Radio und Presse - ist voll Freude und Hoffnung, dass er das geistliche Leben in Armenien neu belebt, vor allem aber dass er die Aufmerksamkeit der Welt auf diese kleine christliche Nation lenkt, die noch immer unter den Folgen des Völkermordes und den türkischen Intrigen bis hin zum aktuellen Berg-Karabach-Konflikt mit dem türkischen Verbündeten Aserbaidschan leidet. 
Doch in den letzten Stunden erhielt ich über Telefon, e-mail und Facebook eine ganze Reihe extrem besorgter Nachfragen. Sandro Magister hatte in der Repubblica behauptet, Papst Franziskus wolle die Benutzung des Wortes "Völkermord/Genozid" bewusst vermeiden, um es zu keiner neuen Provokation der Türkei kommen zu lassen. Ich versuche, die Fragenden zu beruhigen, der Papst habe den Begriff, der den Armeniern so wichtig ist, ja schon benutzt, insofern sei es doch sekundär, ob er ihn erneut benutze, aber das können und wollen die Armenier so nicht gelten lassen: Die Türken würden sofort behaupten, Papst Franziskus hätte seine Meinung revidiert! Dem kann ich freilich nicht mehr widersprechen, denn wir wissen doch beide, wie Erdogan und Konsorten "ticken".
Die leidgeprüften Armenier hätten das Gefühl, dass, bei aller Freude über seinen Besuch, sie jetzt auch ihr, wie sie glauben, bester Freund, der Heilige Vater, im Stich lässt, würde der Begriff "Genozid" vermieden werden. Das ist, was ich bei allen Gesprächen der letzten Stunden herausgehört habe. Sie sind einfach überzeugt, dass jeder andere Begriff nur zur Relativierung der türkischen Gräueltaten beiträgt. 
Würden Sie das vielleicht den Heiligen Vater so oder ähnlich wissen lassen?
Ich persönlich denke, dass es ohnehin wenig Sinn hat, allzu große Rücksicht auf die Befindlichkeiten Erdogans zu nehmen. Denn wie wenig zurechnungsfähig er ist, hat er doch in den letzten Wochen im Umgang mit seinem einstigen deutschen Verbündeten gezeigt. Er wird auch immer einen Vorwand finden, um die Christen in seinem Land weiter zu diskriminieren. Die ethnische und religiöse Homogenisierung Anatoliens ist leider seit 1915 türkische Politik: unter den Jungtürken, unter Atatürk und unter Erdogan. Benutzt er nicht ein Papstwort als Vorwand, wird er die Resolution des deutschen Bundestages oder eines anderen Staates oder den Konflikt mit Russland benutzen, um weitere Schikanen zu rechtfertigen. Vielleicht ist es sogar sinnvoll, zuzulassen, dass sich Erdogan vollends demaskiert. Denn auch allen vernünftigen Türken ist er langsam ziemlich peinlich. Ein "Appeasement" hat schon in München bei einem anderen Diktator wenig geholfen. Da sind klare Worte "mit brennender Sorge" angebrachter.
Dem Heiligen Vater und Ihnen, Eminenz, versichere ich, dass ich für den Erfolg der Reise bete. Möge sie die Nachkommen der armenischen Märtyrer in ihrem Glauben an Christus, den Erlöser, bestärken!"


Zum Glück kam es anders. Zwar wurde allen anwesenden Journalisten die Papstrede in einer Version ausgehändigt, die das Wort "Völkermord" nicht enthielt; sie war morgens, vor der Abreise des Papstes und seiner Entourage im Vatikan gedruckt worden. Doch als Franziskus dann im Präsidentenpalast das Wort ergriff, hatte er, vielleicht sogar noch im Flugzeug, eine Passage mit eben diesem Inhalt seinem Text hinzugefügt. Pater Lombardi bestätigte später, dass diese Ergänzung tatsächlich "unmittelbar vor der Ankunft in Armenien" erfolgt war. So wurde es dann ein in jeder Hinsicht erfolgreicher Besuch. Im Auftrag des Chefredakteurs der "Tagespost", Dr. Rehder, berichtete Hesemann über die Reise:



In der Fußspur des Friedenslehrers
von Michael Hesemann

("Die Tagespost", 27. Juni 2016)

“Dieser Berg weiß, wer unser Freund ist”, meinte geheimnisvoll raunend der alte Mann neben mir und zeigte bedeutungsvoll auf die schneebedeckte Kuppe des Ararat, die, von Wolken umringt,  stolz dem Himmel entgegenleuchtete. “Einmal, vor über hundert Jahren, kam der russische Zar nach Jerewan, eigens um einmal den Berg zu sehen, auf dem einst Noahs Arche strandete. Eine Woche lang blieb er, dann verließ er zornig die Stadt; er hatte sich als unwürdig erwiesen. Euer Papst aber meint es ehrlich mit uns. Und darum enthüllt unser heiliger Berg für ihn sein Antlitz.” Ich musste ein wenig schmunzeln, doch ich verbarg das vor ihm. Bei aller Gastfreundschaft, die dem so warmherzigen Volk der Armenier zu eigen ist, bei zwei Dingen lassen sie nicht mit sich spaßen: Beim Ararat, der sich zu ihrem großen Schmerz heute jenseits der streng gesicherten Grenze zur Türkei – auf armenisch: dem türkisch besetzten Westarmenien – erhebt und beim “Metz Yeghem”, der “großen Katastrophe” der Jahre 1915/16, dem Völkermord der Türken an 1,5 Millionen Armeniern und anderen Vertretern christlicher Minderheiten. So hatte Papst Franziskus ihre Herzen im Sturm erobert, als er bei einer Gedenkfeier im Petersdom am 12. April 2015, eigentlich Papst Johannes Paul II. zitierend, vom “ersten großen Genozid des 20. Jahrhunderts” sprach. Doch fast hätte er sie auf seiner lange versprochenen und jetzt endlich realisierten Armenienreise ebenso schnell wieder verloren, denn eigentlich war nicht geplant, dass er wieder das “G-Wort” benutzen würde, das vor einem Jahr so heftige Reaktionen der Türkei und eine zeitweise Abberufung des türkischen Vatikanbotschafters ausgelöst hatte. Darauf wollte Papstsprecher Pater Federico Lombardi offenbar die Journalisten vorbereiten, als er beim Pressebriefing im Vorfeld der Papstreise vor einer “Obsession mit diesem Begriff” warnte. In seiner Videobotschaft an das armenische Volk, die er vor seiner Abreise veröffentlichte, sprach der Papst zwar von “den schrecklichsten Leiden, die die Welt jemals kannte”, vermied es aber, diese als Genozid zu bezeichnen. Noch am 18. Juni hatte er in seiner Ansprache vor der Gemeinschaft der Villa Nazareth in Rom diesem Begriff sogar eine klare Absage erteilt: Von einem Genozid zu reden, wenn Christen um ihres Glaubens willen verfolgt würden, sei “soziologischer Reduktionismus”: Man solle lieber von einem “Geheimnis des Glaubens, einer Form des Martyriums” sprechen. Alles theoretisch richtig, doch die Folgen wären absehbar gewesen: Die Türken hätten behauptet, der Papst habe seine Aussage von vor einem Jahr zwischenzeitlich revidiert und die Armenier hätten sich von dem Mann, in den sie so große Hoffnungen setzten, im Stich gelassen gefühlt. So aber ging ein regelrechter Jubelschrei durch das kleine Land am Südrand des Kaukasus und selbst im Pressezentrum brach spontaner Beifall aus, als der Papst gleich am ersten Tag seiner Armenienreise, beim Empfang im Präsidentenpalast, nicht nur von “dieser Tragödie, diesem Völkermord” sprach, sondern den Genozidbegriff durch eine eigene Definition ergänzte: Durch ihn seien die “entsetzlichen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts, die von anormalen rassistischen, ideologischen oder religiösen Motivationen ermöglicht worden” und hätten “den Geist der Menschenschinder verdunkelt”. “So traurig” sei es, dass damals wie heute “die großen Weltmächte weggeschaut” hätten. Doch eben diese Worte fehlten noch in dem vom Vatikan vorab veröffentlichten Redetext: Sie hatte der Papst offenbar kurz vor seiner Abreise noch eingefügt.
So sollte nichts, aber wirklich rein gar nichts den mit drei Tagen ungewöhnlich langen “Besuch in der ersten christlichen Nation” (so der offizielle Titel der Reise) trüben. Es war, als sei ein lange vermisstes Familienmitglied endlich heimgekommen. Ganz Armenien war bemüht, sich von seiner besten Seite zu zeigen. “Danke, Papst Franziskus” stand auf großflächigen Plakaten, die alle wichtigen Straßen, die der Pontifex befahren würde, überragten. Flankiert wurden sie von ganzen Legionen von Flaggen: jenen des Vatikans, des Muttersitzes Etchmiadzin und der Republik Armenien. “Die Kirche und der christliche Glaube sind uns wichtig, den sie formen die Identität unserer Nation”, erklärte mir Prof. Dr. Radik M. Martirosyan, der 80jährige Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien kurz vor der Landung des Papstes. Seit der Unabhängigkeit der einstigen Sowjetrepublik Armenien 1991 habe der christliche Glaube eine geradezu unglaubliche Wiedergeburt erlebt: “Die Armenier kehren zu ihren Wurzeln zurück.” Mittlerweile, so scheint es, teilen sich Staatspräsident Sersch Sargsjan und das Oberhaupt der armenisch-apostolischen Kirche, Katholikos Karekin II., praktisch die Herrschaft in der kleinen Kaukasusrepublik, in der kaum weniger als drei Millionen Menschen leben, Tendenz stark fallend. Wirtschaftliche Schwierigkeiten, die Isolation durch die Nachbarn und der seit zwei Jahrzehnten schwelende und immer wieder aufkochende Konflikt um die armenische Enklave Berg-Karabach im Nachbarstaat Aserbaidschan führten zu einer massiven Abwanderung gerade akademisch gebildeter junger Armenier ins westliche Ausland. “Umso besser tut es unserem Land, wenn der Papst mit einer Botschaft der Hoffnung und Versöhnung, aber auch der Besinnung auf unsere christlichen Traditionen zu uns kommt”, versicherte mir Prof. Dr. Ruben Safrastyan, der vielleicht führende Politologe des Landes.
Die enge Verquickung von Staat und Kirche in Armenien spiegelte sich auch im Reiseprogramm des Papstes wider. Wurde Franziskus am Jerewaner Flughafen Zvartnots vom Präsidenten und dem Katholikos gemeinsam empfangen, führte sein erster Weg zu einem ökumenischen Gebet in der Kathedrale des “Muttersitzes” der armenisch-apostolischen Kirche in Etchmiadzin, wo der “Apostel der Armenier”, Gregor der Erleuchter, im Jahr 301 eine Christusvision hatte. Dort, im “armenischen Vatikan”, residierte auch der Papst während der drei Tage; er habe sich “wie zuhause gefühlt”, versicherte er bei seinem Abschied. Erst die zweite Etappe im umfangreichen Programm der Reise war der Höflichkeitsbesuch im Präsidentenpalast, bei dem das so sehnsüchtig erwartete Wort “Genozid” fiel. Praktisch fortgesetzt wurde das Gedenken an die 1,5 Millionen armenischen Märtyrer am zweiten Besuchstag gleich in aller Frühe, als Franziskus die Gedenkstätte “Tzitzernakaberd” (“Schwalbenfestung”) in den Hügeln oberhalb der Hauptstadt besuchte. Der in grauem Beton gehaltenen Anlage mit ihrer langen Promenade, dem achtblättrigen “Blütenkelch” aus einander zugeneigten Pylonen rund um die Ewige Flamme und dem nadelspitzen, gespaltenen Betonobelisken kann ihren sowjetischen Charme nicht verbergen, auch wenn sie den damaligen Machthabern von den Armeniern regelrecht abgetrotzt worden war. Doch bei allem ritualisierten staatlichen Gedenken ist sie heute längst auch ein christliches Heiligtum, der Schrein und das pulsierende Herz des leidgeprüften armenischen Volkes, das sich hier einmal im Jahr versammelt, um mit Blumen, Gebeten und religiösen Gesängen der Opfer der größten Christenverfolgung in der Geschichte zu gedenken. So auch Papst Franziskus, der nicht nur im “Friedenswald” der Anlage ein Bäumchen pflanzte, sondern auch an der Ewigen Flamme eine weiße und eine gelbe Rose niederlegte. Zuvor hatte er zusammen mit dem Katholikos und dem Präsidenten vor einer überdimensionalen Ikone der Märtyrer von 1915/16 ein Gebet gesprochen. Anschließend traf er sich mit Angehörigen vierer der 400 armenischen Waisenkindern, Überlebenden des Völkermordes, die der Weltkriegspapst Benedikt XV. zeitweise in seinem Sommerpalast in Castelgandolfo beherbergt hatte. “Gott bewahre die Erinnerung des armenischen Volkes”, schrieb der Papst in das Buch der Gedenkstätte: “Die Erinnerung darf nicht verwässert und nicht vergessen warden. Erinnerung ist die Quelle des Friedens und der Zukunft.” “Die Anerkennung der Ereignisse von 1915 als Völkermord ist so wichtig, um weitere Völkermorde zu verhindern”, betonte auch Karekin II.
Doch Papst Franziskus war nicht wegen des Völkermordgedenkens nach Armenien gekommen, sondern als Botschafter des Friedens und der Ökumene. Nicht vergessen wollte er dabei aber auch die armenischen Katholiken, deren Kirche ihre Wurzeln und die Union mit Rom dem einstigen Kreuzfahrerprotektorat Kilikien verdankt. Auch sie wurden Opfer des Völkermordes, der ihre Anzahl um 87 % reduzierte. Derzeit gibt es wieder 280.000 armenische Katholiken. Eines ihrer wichtigsten Zentren ist Gyumri, die zweitgrößte Stadt Armeniens, die noch heute unter den Spätfolgen des schweren Erdbebens von 1988 leidet. Ihre armenisch-apostolische Erlöserkathedrale, deren hinabgestürzte Kuppel noch heute, in tausend Teile zerbrochen, neben der baufälligen Ruine liegt, soll demnächst erst renoviert werden. Wie arm Armenien außerhalb der Glitzermetropole Jerewan ist, tritt hier besonders deutlich zutage. Zehntausende Armenier, nicht nur Katholiken, hatten sich bei brennender Sonne auf dem Hauptplatz ihrer Stadt versammelt, der noch heute einen leicht schäbigen sowjetischen Charme ausstrahlt. Die anderthalbstündige Papstmesse, an der neben den armenisch-katholischen Bischöfen in ihren prachtvollen Gewändern und steil emporragenden Mitren unter ihrem Patriarchen Gregoire Pierre XX. Ghabroyan auch der Katholikos und sein Gefolge teilnahmen, wirkte dabei wie ein Kontrastprogramm aus einer anderen Welt. Doch gerade vor einer christlichen Nostalgie warnte Franziskus in seiner Predigt. "Wenn aber der Glaube in die Archive der Geschichte eingeschlossen wird, verliert er seine verwandelnde Kraft, seine lebendige Schönheit und seine positive Offenheit allen gegenüber", erklärte der Papst. Der Glaube sei vielmehr "auch die Hoffnung für eure Zukunft“. Er müsse auf der barmherzigen Liebe, sozialem Engagement und Gerechtigkeit gründen. In seiner Predigt würdigte er schließlich den armenischen Mönch Gregor von Narek (951-1003), den er im letzten Jahr zum Kirchenlehrer erhoben hatte, als "großen Boten der göttlichen Barmherzigkeit" und „Friedenslehrer“. Auf der ganzen Reise stellte er immer wieder armenische Glaubensvorbilder in den Mittelpunkt seiner Katechese, um den besonderen Beitrag dieser Nation zum spirituellen Reichtum der Christenheit zu betonen. Ein anschlie0ender Besuch der armenisch-apostolischen und der armenisch-katholischen Kathedrale von Gyumri unterstrich erneut den Wunsch nach Gemeinschaft. Tatsächlich hatten sich beide Kirchen schon nach der Erdbebenkatastrophe darum bemüht, gemeinsam und über alle konfessionellen Schranken hinweg das Leid der Menschen zu lindern.
Zum ganzen armenischen Volk sprach der Papst, als er am Samstagabend an einem ökumenischen Gebet mit dem Karekin II. und der versammelten Polit-Prominenz auf dem Jerewaner „Platz der Republik“, dem einstigen Lenin-Platz, teilnahm. Vor der Kulisse des Ararat, einer symbolischen Kirche und einem Modell der Arche Noah rief der Papst vor allem die Jugend des Landes auf, zu Friedensstiftern und „aktiven Förderern einer Kultur der Begegnung und der Versöhnung“ speziell mit den „feindlichen Nachbarn“ zu werden. Junge Menschen aus allen Teilen des Landes in ihrer Nationaltracht brachten schließlich Wasser zur Altarbühne des gemeinsamen Gebetes, das, wie einst die Sintflut, die Schlechtigkeit der Welt wegwaschen sollte. „Für uns Armenier war dieses Friedensgebet der Höhepunkt des Papstbesuches“, erklärte mir später der Pressesprecher des Katholikos, Fr. Vahram Melikyan: „Nach nichts sehnt sich unser Volk so sehr wie nach dem Frieden.“
Für den Papst dagegen sollte der Höhepunkt seiner Armenienreise erst am Sonntagmorgen folgen, als der Katholikos in seinem Beisein nach dem über tausendjährigen armenischen Ritus die göttliche Liturgie zelebrierte. Die Gesänge, die einer der besten liturgischen Chöre der Welt anstimmte, hatte Armeniens großer Kirchenmusiker Komitas Vartabred rekonstruiert, der zu den wenigen Überlebenden des Völkermordes gehörte; der Schmerz der eigenen Deportation und des Schicksals seines Volkes sollte ihn später in den Wahnsinn treiben. Zum Abschluss betete auch Franziskus für ein Herannahen der „vollen Gemeinschaft“ beider Kirchen und bat den Katholikos um seinen Segen für sich und die ganze katholische Kirche. Auch für Prof. Dr. Arshavir Kapoudjian, Direktor der armenisch-apostolischen Bibelgesellschaft, waren solch deutliche Zeichen der Ökumene die wichtigste Botschaft des Papstbesuches: „Wir müssen den Weg zur Einheit gehen, nicht der Vereinheitlichung, aber der gegenseitigen Anerkennung dessen, was uns verbindet.“
Nach einem gemeinsamen Mittagessen, an dem auch 14 Bischöfe der armenisch-katholischen Kirche teilnahmen, unterzeichneten der Papst und der Katholikos eine gemeinsame Erklärung, die den Willen zum Frieden und zur Einheit angesichts der zunehmenden Christenverfolgung speziell im Nahen Osten, aber auch im Berg Karabach-Konflikt unterstrich. Bis zuletzt war an ihrem Wortlaut noch gearbeitet worden, um auch jüngsten Entwicklungen gerecht zu werden.
Der Abschluss der Papstreise im historischen Kloster von Khor Virap schlug noch einmal den Bogen von den Anfängen der armenischen Christenheit bis in die Zukunft. Hier hatte Gregor der Erleuchter, der „Apostel Armeniens“, dreizehn Jahre lang in einem Verließ verbracht, bis der König ihn kommen ließ, um ihn zu heilen und dem ganzen Land den Glauben an Christus zu bringen. Doch was dieses Kloster noch mehr auszeichnet ist die Nähe zum Ararat, der es majestätisch überragt, und damit zur türkischen Grenze. So war es eine Geste von besonderer Bedeutung, als Franziskus und Karekin in seinem Hof zwei Friedenstauben zum Himmel aufsteigen ließen. Sie flogen in Richtung der Türkei, aus der am Vormittag wieder neue Giftpfeile verschossen worden waren, diesmal von Vizepremier Nurettin Canikli, der dem Papst wegen seiner „Völkermord“-Äußerung eine „Kreuzzugsmentalität“ unterstellte. Nichts sei Franziskus ferner, wies Papstsprecher Pater Lombardi die Anschuldigungen zurück; dem Papst ginge es ausschließlich um Dialog und Nächstenliebe. „Wir Armenier sind sofort bereit zur Versöhnung, wenn nur die andere Seite ihre Schuld eingesteht“, stellte auch Präsident Sersch Sargsjan fest. Und noch einmal sprach Armeniens heiliger Berg: War sein Gipfel noch am Mittag von Wolken verhangen, ragte er zum Abschluss der Zeremonie fast unverhüllt in den Himmel. Am Abend, nachdem Papst Franziskus am Zvartnotser Flughafen feierlich verabschiedet worden war, tauchte die untergehende Sonne den jetzt gänzlich wolkenfreien Berg und das ganze Land in ein goldenes Licht, als wolle sie Armenien eine bessere Zukunft verheißen. 

http://www.deutschlandfunk.de/papstbesuch-in-armenien-franziskus-gedenkt-der-genozid-opfer.1766.de.html?dram:article_id=358259
 

13. Juni 2016: Prinz Gharios Stiftung gegründet


Am Fatima-Tag, dem 13. Juni 2016, wurde in der historischen Stengel-Villa in Bonn-Bad Godesberg die Prinz Gharios-Stiftung aus der Taufe gehoben. Ihre Ziele nach der Stiftungssatzung sind die Unterstützung der Christen im Nahen Osten, die Versorgung, Erziehung und Ausbildung christlicher Kriegswaisen, die Unterstützung verfolgter und vertriebener Christen sowie die Bewahrung und Förderung der Kultur der Kultur der orientalischen Christenheit aller Konfessionen. Der Stiftungsgründer, Prinz Gharios el-Chemor, ernannte Michael Hesemann zum ehrenamtlichen Vorstand und Treuhänder der Stiftung, während ein erfahrener Stiftungsanwalt darüber wachen soll, dass alle Kriterien des deutschen Stiftungs- und Steuerrechts peinlich genau eingehalten und die eingegangenen Spenden tatsächlich entsprechend dem Stiftungszweck verwendet werden. Sechs Wochen später wurde die Prinz Gharios-Stiftung vom Finanzamt Bonn-Außenstadt unter AZ 206/5874/0841 VSt 14 a nach & 60a, Abs. 1 AO als GEMEINNÜTZIG anerkannt. Spenden sind daher steuerlich absetzbar.
Info: http://www.prinzghariosstiftung.org


Hesemann, Schirrmacher und Prinz Gharios mit Prof. Dr. Heribert Hirte und Dr. Norbert Lammert

Hesemann mit Ungarns Kulturminister Zoltán Balog%u200B
 und Armeniens Botschafter Ashot Smbatyan

8.-11. Juni 2016: Gespräche im politischen Berlin


Auf Einladung der CDU/CSU-Bundestagsfraktion nahm Hesemann vom 9.-11. Juni zusammen mit SkkH Prinz Gharios el-Chemor an der "21. Internationalen Begegnung", einem Treffen von Parlamentariern aus über 50 Staaten, teil.  Dabei kam es zu persönlichen Begegnungen und Gesprächen Hesemanns u.a. mit Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert, dem CDU/CSU Fraktionsvorsitzenden Volker Kauder, dem Bundestags-Vizepräsidenten Johannes Singhammer, dem bayerischen Innenminister Joachim Hermann, den Parlamentariern Dr. Franz-Josef Jung, Albert Weiler und Margaret Horb sowie Zoltan Balog, Ungarns Minister für ges. Ressourcen den Botschaftern der Republik Armenien und Ägyptens. An dem Treffen nahmen auch die Präsidenten der Republik Togo und Äquatorial-Guineas teil. 
Zuvor hatten Hesemann, Prinz Gharios und Prof. Dr. Thomas Schirrmacher Gespräche mit Prof. Dr. Heribert Hirte, Margaret Horb und Dr. Franz-Josef vom "St. Stephanus-Kreis" der CDU/CSU, der sich für verfolgte Christen einsetzt. Dabei ging es um die Gründung eines "Oriental Christian Councils", das Christen des Nahen Ostens aus allen Konfessionen gleichberechtigt auf politischer Ebene unterstützen soll.


9.6.2016: Einen Tag vor Dr. Norbert Lammerts energischer Reaktion auf die türkischen Angriffe hatte Hesemann Gelegenheit, bei einem Besuch im Reichstagsgebäude auch dem Bundestagspräsidenten sein Buch zu überreichen.

30. Mai 2016: Hesemann schreibt Kauder zu Armenienantrag


Am Donnerstag, dem 2. Juni 2016 haben die Abgeordneten des deutschen Bundestages mit nur einer Gegenstimme eine Resolution angenommen, in der die Massaker und Vertreibungen der Armenier im Ersten Weltkrieg als „Völkermord“ anerkannt wurden. Zudem stellte sie die historische Verantwortung  des deutschen Volkes fest, dessen Regierung durch die Berichte deutscher Diplomaten und Militärs bestens über die schrecklichen Ereignisse vor 101 Jahren informiert waren; schließlich war das Osmanische Reich Deutschlands Waffenbruder und wichtigster Verbündeter. 

Auf die Verabschiedung der Resolution folgte erwartungsgemäß eine heftige Gegenreaktion aus Ankara. Türkische Zeitungen sprachen von einer „Schande“ und zeigten ausgerechnet Bundeskanzlerin Angela Merkel, die der Abstimmung demonstrativ ferngeblieben war, in Nazi-Uniform. Demonstranten versammelten sich vor der Deutschen Botschaft, warfen Eier. Türkische Politiker übertrafen sich an wüsten Beschimpfungen, während Staatspräsident Erdogan lamentierte, Merkel habe ihm doch versprochen, diese Resolution zu stoppen. Den türkischstämmigen Abgeordneten sprach er ab, Türken zu sein: „Ihr Blut muss durch einen Labortest untersucht werden“. Seitdem nahmen die Drohungen gegen sie im Internet, aber auch die Anpöbeleien auf offener Straße zu; manche wagten sich nicht mehr mit ihren Kindern auf die Straße. Sollten sie ihr Heimatland besuchen, droht ihnen Verhaftung, Verurteilung wegen Terrorismus und „Beleidigung der türkischen Nation.“ Grund genug für Bundestagspräsident Norbert Lammert, die hysterische Reaktion der Türken am 10. Juni im Bundestag heftig zu verurteilen. Der türkische Islamverband DITIB reagierte prompt mit der Ausladung des CDU-Spitzenpolitikers, der zum Ramadan eine Moschee besuchen wollte.

Tatsächlich war es auch der Beharrlichkeit des Grünen Cem Özdemir zu verdanken,  dass die Resolution es doch noch auf die Tagesordnung des deutschen Parlamentes geschafft hatte. Erst im Februar gab ihm der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder nach eingehender Auseinandersetzung mit dem Thema dazu seinen Handschlag. 

Kauder hatte bereits im Juni 2015 von Hesemann in Schwäbisch-Gmünd ein Exemplar seines Buches "Völkermord an den Armeniern" persönlich überreicht bekommen. "Das habe ich bereits gelesen", erklärte er dem Autor. "Dann nehmen Sie dieses hier für Ihre persönliche Bibliothek, denn ich habe es bereits für Sie signiert", erwiderte der Autor, "das andere können Sie ja Frau Merkel schenken." Beide lachten. Bei einer weiteren Begegnung im November 2015, ebenfalls in Schwäbisch-Gmünd, am Rande eines Kongresses zum Thema "Christenverfolgung" im Kongresszentrum Schönblick, bestätigte Kauder Hesemann gegenüber erneut, das Buch aufmerksam gelesen zu haben: "Es hat mich sehr beeindruckt."

Noch vor der Abstimmung, am 30. Mai 2016, schrieb Hesemann an Kauders persönliche Email-Adresse:

"Sehr geehrter Herr Vorsitzender,
lieber Herr Kauder,

zu meiner großen Freude wird das wichtige Thema des Völkermords an den Armeniern übermorgen mit der Resolution der drei Fraktionen CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen noch einmal vom Bundestag aufgegriffen. Ganz persönlich danke ich Ihnen für Ihre Bemühung, es trotz aller Einwände der political correctness und der möglichen Verärgerung Erdogans wieder aufgegriffen zu haben. Es ist zu wichtig, als dass es der Tagespolitik geopfert werden darf, denn das Mitwissen und die Duldung von 1915 unter der Bethmann-Hollweg-Doktrin ("Unser einziges Ziel ist, die Türkei bis zum Ende des Krieges an unserer Seite zu halten, gleichgültig ob darüber Armenier zu Grunde gehen oder nicht.") begründet unsere moralische Verantwortung dem armenischen Volk gegenüber, zumindest der Wahrheit über sein Schicksal zum Durchbruch zu verhelfen. Es ist das Mindeste, was wir als Nachkommen der Mitwisser für die Opfer dieses ersten Völkermordes des 20. Jahrhunderts und damit des Urverbrechens, das auch die Vorlage für die Schoah lieferte (wie ich in meinem Buch aufzeige), tun können. Gerade weil wir als Deutsche erlebten, wie schnell ein ungesühnter Völkermord zur Legitimation des nächsten herangezogen wurde, wie sich neue Täter darauf berufen konnten, dass ihre Vorbilder ja auch der Bestrafung entgingen, haben wir auch hier eine besondere Verantwortung. Das "Never again" und "Wehret den Anfängen", das wir als Lehre aus den Schrecken der Schoah, des Menschheitsverbrechens schlechthin, zogen, beinhaltet auch die Aufarbeitung aller bisherigen (speziell noch unter deutscher Waffenbrüderschaft begangenen) wie der Prävention zukünftiger Völkermorde.

Und schließlich: Wir tun auch den Türken keinen Gefallen, wenn wir sie vor der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte bewahren wollen, während nach wie vor in ihrem Land ethnische und religiöse Minderheiten diskriminiert werden, was, wie im Fall der Kurden, bis zum Bürgerkrieg führen kann. Will die Türkei den Fluch des jungtürkischen und kemalistischen Protofaschismus, den Zwang zur ethnisch-religiösen Homogenisierung ihres einstigen Vielvölkerstaates, abschütteln und zu einem modernen, pluralistischen, toleranten Staat werden, führt kein Weg an einer Konfrontation mit den Folgen dieser Ideologie vorbei, genau wie uns Deutsche erst die Auseinandersetzung mit der Schoah überzeugte, dem Wahnsinn des Nationalsozialismus und jedem Rassismus abzuschwören. Tatsächlich sind ja zahlreiche türkische Intellektuelle ebenfalls der Ansicht, dass an einer Aufarbeitung der eigenen Schuld kein Weg vorbei führt.

Daher hätte ich mir auch gewünscht, dass im Text der Resolution etwas weniger von "Massakern und Vertreibungen" und häufiger von "Völkermord" die Rede ist. Die Armenier wurden ja nicht einfach nur aus ihrer angestammten Heimat entfernt, die Todesmärsche hatten für jene, die sie überlebten, auch ein Ziel. Dieses Ziel waren Konzentrationslager in der syrischen Wüste, deren Zustände auch die vatikanischen Dokumente anschaulich beschreiben. Mangels ausreichender Versorgung mit Lebensmitteln und sauberem Wasser sowie jeder medizinischen Versorgung dienten sie einzig und allein dem Zweck, einen Großteil der dort eingepferchten ca. 350.000 Armenier den Winter 1915/16 nicht überleben zu lassen; Hunger, Durst, Seuchen und das extreme Klima waren die "Henker". Jene ca. 50.000, die im Sommer 1916 noch lebten, wurden dann noch tiefer in die Wüste getrieben, wo sie, wenn sie nicht dort an der Hitze, Hunger, Durst und Schwäche krepierten, wiederum Opfer von Massakern wurden.

Als Anhang erlaube ich mir, Ihnen meine Studie "War es ein Völkermord?" zu übersenden, die auch (in englischer Übersetzung) in der nächsten Ausgabe des "International Journals of Armenian Genocide Studies" erscheint, das vom Armenian Genocide Museum & Institute herausgegeben wird. Ursprünglich hatte ich sie am 22. Januar 2015 für Papst Franziskus erstellt, der bekanntlich am 12. April 2015 vom "ersten Genozid des 20. Jahrhunderts" sprach. Vielleicht kann die eine oder andere Information auch für Ihre Argumentation im Rahmen der bevorstehenden Debatte nützlich sein.

Für Ihre wichtige Aufgabe als Stimme der verfolgten Christen und ganz speziell für die Debatte am Donnerstag wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen."


Beiträge Hesemanns in der Tageszeitung DIE TAGESPOST und auf der katholischen Nachrichtenseite kath.net lieferten die Fakten für die weitere Diskussion.

Siehe auch: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article155885633/Der-Kampf-um-das-Armenien-Papier-ist-ein-Trauerspiel.html
http://www.kath.net/news/55441
http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/peter-orzechowski/-einen-diktator-wie-erdo-an-kann-man-nicht-durch-einen-kuschelkurs-in-die-schranken-weisen-.html;jsessionid=8788943E65588524EB482C10443878E8

26. Mai 2017: Solidarität mit Gewalt-Opfer: Fronleichnam in Bad Godesberg

Zu Fronleichnam folgte Hesemann einer Einladung seiner Confratres vom Ritterorden der Gottesmutter von Jasna Gora, in diesem Jahr bei der Fronleichnamsprozession in Bonn-Bad Godesberg mitzuziehen. Sie stand in diesem Jahr unter dem Eindruck einer schrecklichen Gewalttat: Der 17jährige Niklas war auf dem Heimweg von einem Konzert von einem Marokkaner grundlos angegriffen und niedergeschlagen worden, bevor er an den Folgen seiner Verletzungen starb. Die Prozession führte direkt am Tatort vorbei.

Hesemann auf FACEBOOK: "Darf der eucharistische Herr zu Niklas kommen, dem jüngsten Opfer sinnloser Gewalt? Natürlich, das soll er sogar, denn wir alle sind Niklas. Wir alle sind Leidtragende und irgendwann Opfer dieser unseligen Entwicklung, durch die unter dem Vorwand, man wolle syrischen Kriegsflüchtlingen helfen (was recht und billig ist), die Grenzen auch für nordafrikanische Kriminelle geöffnet wurden, die neuen Mauren, die uns schon in der Silvesternacht in Köln ihr wahres Gesicht gezeigt haben. 
Während Kardinal Woelki in Köln ein Flüchtlingsboot zum neuen Altar erhebt, verneigt Bonn Bad Godesberg sich vor einem Opfer menschenverachtender Gewalt - und bringt Christus als Trost und letzte Wegzehrung zu ihm. Das ist das richtige Zeichen. 
Dort als Marienritter auch die Gottesmutter ins Spiel zu bringen, ist richtig und gut. Die Gottesmutter ist immer dort, wo Menschen Trost und Schutz suchen. Sie möge auch die Eltern von Niklas trösten, die ihren Sohn verloren, weil die Täter keinen Respekt vor den christlichen Werten haben, keine Achtung vor dem Leben, weil sie Andersgläubige hassen und Gewalt ihr wahrer Glaube ist. Christus ist immer bei den Opfern. Unsere Kirche ist eine Kirche der Märtyrer, nicht der Opportunisten einer political correctness."
 

9. Mai 2016: Hesemann in Budapest mit dem Stephanus-Preis ausgezeichnet


Zur Eröffnung der jährlichen St. Stephanus-Buchwoche in Budapest wurde Michael Hesemann im Festsaal der katholischen Péter-Pázmány-Universität zu Budapest durch den ungarischen Primas, Kardinal Peter Erdö, als 50. Preisträger mit dem renommierten Stephanus-Preis in der Kategorie Literatur "als Anerkennung seines wissenschaftlichen Lebenswerks" ausgezeichnet. Der Preis im Fach Theologie geht an den ungarischen Theologen Msgr. Prof. Dr. Imre Kocsis.

In seiner Laudatio bezeichnete Dr. habil. Andras Forgó von der Peter Pazmany-Universität Hesemann als "einen der bedeutendsten Kirchengeschichtsschreiber unserer Zeit, der mit über 40 Werken zur besseren Erkenntnis der Vergangenheit der katholischen Kirche und - was vielleicht ebenso wichtig ist - zur Widerlegung der Verleumdungen und 'schwarzen Legenden' einen wichtigen Beitrag leistete." Längst gäbe es Professoren in Ungarn, die speziell Hesemanns Buch "die Dunkelmänner" von jedem jungen Priesteramtsanwärter lesen lassen. "Ein solch präzises und zugleich leicht lesbares, auch für das breite Publikum verständliches Werk habe er noch nicht getroffen", zitierte Forgó einen renommierten ungarischen Kirchengeschichtler. Selbst die sozialistische Tageszeitung "Nepszabadsag" habe es in höchsten Tönen gelobt: "Wir versuchen uns nur bedachtsam zu  begeistern, aber das Wenigste, was wir schreiben können, ist, dass Hesemanns Buch sensationell gut ist."
 
In seiner Dankesrede betonte Hesemann die segensreiche Rolle des christlichen Glaubens, der christlichen Kultur und der Kirche in der Geschichte Europas. Umso wichtiger sei es, sich in einer Zeit der Propagierung antichristlicher Ideologien und des Werterelativismus wieder auf die christliche Identität unseres Kontinentes und unserer Zivilisation zu besinnen und dem Aufruf des hl. Papstes Johannes Pauls II. zur "Neuevangelisierung Europas" zu folgen. Ungarn, so Hesemann, sei dabei "zum Leuchtturm wie zur schützenden Bastion dieses uns alle vereinigenden Erbes geworden". Schon einmal, beim Eucharistischen Weltkongress 1938, sei von Budapest aus eine Mahnung vor dem Abfall in die Barbarei der totalitären Systeme, den Nationalsozialismus und sein antichristliches Menschenbild wie den atheistischen Kommunismus, ausgegangen. Mit dem Eucharistischen Weltkongress 2020, der wieder in Budapest abgehalten wird, solle wieder "das Licht Christi in unsere Gegenwart scheinen, in ein Europa, dessen größtes Problem seine Gottvergessenheit ist."

Der Stephanus-Preis ist ein gemeinsamer Preis der St. Stephanus-Gesellschaft und der Stephanus-Stiftung, der seinem Namen dem heiligen König Stephan von Ungarn (969-1038) verdankt, der das Land christianisierte. Er wird seit 1993 jedes Jahr von dem Schirmherrn der Gesellschaft, dem ungarischen Primas Kardinal Erdö, und dem Präsidenten der Stiftung, Bischof Antal Spányi, in zwei Kategorien, Literatur und Theologie, überreicht. Mit ihm sollen Autoren ausgezeichnet werden, die mit ihren Publikationen auf besondere Weise "die Werte der gemeinsamen christlich-europäischen Kultur vermitteln". Zu den bisherigen Preisträgern zählen der damalige Kardinal Joseph Ratzinger (später Papst Benedikt XVI.), der Patriarch von Venedig, Angelo Scola, der Wiener Erzbischof Kardinal Franz König oder die Theologen Prof. Dr. Joachim Gnilka und Prof. Dr. Anton Ziegenaus. 

Der vollständige Text:
Dankesrede Michael Hesemanns zum Stephanus-Preis

22.4.2016: Vortrag über Pius XII. im Vatikan

Auf Einladung der KStV Trifels, die eine Pilgerreise im Gebet um die baldige Seligsprechung des großen Weltkriegspapstes Pius XII. anläßlich seines 140. Geburtstag nach Rom unternahm, hielt Hesemann einen Vortrag zum Thema "Der Papst, der Hitler trotzte" in der Aula Benedetto XVI des Campo Santo Teutonico, der deutschen Enklave auf dem Gebiet des Vatikanstaats. Ehrengäste beim Vortrag waren die Papstnichte Principessa Dr. Ursula Pacelli, die über ihre persönlichen Erinnerungen an ihren Onkel sprach, und Papstbruder Prälat Dr. Georg Ratzinger, der gerade in Rom weilte. Am Vortag hatte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, für die Teilnehmer das heilige Messopfer gefeiert und an einem Empfang und Mittagessen im Palazzo Farnese (Hotel Columbus) teilgenommen. Bei einer Frühmesse in seiner Altersresidenz, dem Monastero Mater Ecclesiae, hatte Hesemann zuvor eine Begegnung mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI., den er über sein neues Forschungsprojekt zum Luther-Jahr informierte. 

29.3.-2.4.2016: Luther-Symposium in Kevelaer

Acht Referenten erschlossen vom 30.3.2016 bis 2.4.2016 einige Aspekte der Person und Lehre Luthers aus historischer, philosophischer oder psychologischer Fragestellung.

Ganz im Zeichen des 500-jährigen Jubiläums der Reformation durch Martin Luther (1483 – 1546) stand die diesjährige Osterakademie, die nunmehr zum 21. Mal im Marienwallfahrtsort Kevelaer tagte.


BILD: Referenten der Oster-Akademie; rechts außen Reinhard Dörner, der Tagungsleiter (Foto: Doris de Boer)


Michael Hesemann, Historiker und Bestsellerautor, führte aus, dass Luther schon in seinem Elternhaus Gewalt und Jähzorn erfahren habe. Laut eigenem Eingeständnis sei er nur deshalb ins Kloster gegangen, weil er im Duell versehentlich einen Kommilitonen tödlich verletzt habe. In seinem Ordensleben hätten ihn schwere Gewissensbisse und Depressionen geplagt.

Statt die Kirche zu reformieren, habe er später mit seiner These von der Rechtfertigung “allein aus Gnade” (ohne Zutun des Einzelnen) eine neue Lehre geschaffen. Zu Luthers Bibelübersetzung merkte Hesemann kritisch an, dass sie gar nicht jene einzigartige Neuigkeit gewesen sei, als die sie oft gefeiert werde: 14 vollständige hochdeutsche Bibelausgaben hätte es bereits gegeben; Luther habe zudem sehr frei und oftmals fehlerhaft übersetzt.

Luther sei später in pathologische Selbstüberschätzung gefallen; er habe sich gleichsam als zweiten Paulus betrachtet: „Luther war kein Heiliger, kein Vorbild im Glauben, aber er gab wichtige Impulse – und mit ihm begann der Aufstieg und die Reinigung der Kirche durch das Tridentinische Konzil. Überwinden wir Luther, um zur Einheit der Kirche zu kommen“, war sein Plädoyer.

Die Philosophin Prof. Alma von Stockhausen stellte die These auf, dass Luthers Theologie letztlich eine Anpassung an sündhafte Leidenschaften gewesen sei. Für sein anklagendes Gewissen habe Luther schließlich einen “Ausweg” gefunden und die Theorie vom unfreien Willen des Menschen aufgestellt.

Auch gewisse Züge von Schizophrenie würden der Person und Theologie Luthers anhaften. Die drei „sola“ Martin Luthers („sola gratia“, „sola fides“ und „sola scripura“ = „allein die Gnade“, allein der Glaube“, „allein die Schrift“) seien eine umfassende Kulturrevolution, die nicht nur die katholischen Sakramentenlehre, sondern auch das katholische Opfer- und Moralverständnis aufheben.

Prof. DDr. Harm Klueting, selbst Konvertit und katholischer Priester, zeichnete das Bild Luthers, der aus echter Überzeugung ins Kloster eingetreten sei und dort nur als katholischer Ordensreformer wirken wollte. Erst im Jahr 1518 sei der Schritt vom katholischen Reformer zum evangelischen Reformator vollzogen: “Die Reformation ist als eine aus dem Ruder gelaufene Ordensreform zu sehen“, so Prof. Klueting.

Einsichten in das innere Denken Luthers vermittelte Dr. Rudolf Kaschewsky mit Ausführungen über das Lutherbild des Theologen Paul Hacker (1913 – 1979). Luthers Glauben sei reflexiv, ichbezogen und führe zu einer Säkularisierung, da bei einer Zentrierung auf das eigene Ich die Ausrichtung auf Übernatürliches überflüssig werde. Alle Werke müssten nach Luther allein Werke des Glaubens sein; die Liebe selbst diene nur dem Glauben und werde so zweitrangig.christus

Anhand der Römerbriefkommentare Martin Luthers und des seligen Zisterziensermönches Wilhelm von St. Thierry ( 1131) wies Prof. Dr. Klaus Berger nach, dass die Dimension der Freiheit des menschlichen Willens und der Liebe zwischen Gott und Mensch bei Luthers Kommentar völlig fehle und der Einzelne dafür absolut gesetzt werde, während der Ordensmann Wilhelm schon Jahrhunderte vor Luther diesem voraus war. „Hätte Luther Wilhelms Kommentar gekannt, hätte er gewiss einen guten Freund in ihm gefunden“, so Berger.

Dass die Rechtfertigungslehre Luthers dem katholischen Verständnis von der Mitwirkung des Menschen mit der göttlichen Gnade widerspreche, erläuterte Prof. Dr. Manfred Hauke. Auch die bei Luther noch vorhandene Verehrung Mariens, so Pfarrer Dr. Josef Wieneke, könne kaum eine Brücke zwischen den Konfessionen bilden, da Luther trotz eines eigenen Kommentars zum Magnfikat immer betonte, dass das Ja Mariens und ihr Mitwirken nicht entscheidend sei. Maria wäre laut Luther ein „Abgott“, wenn man ihr ein verdienstliches Wirken zuschriebe.

Dass Luther auch selbst zur Gewalt aufrief, zeigte Prof. Dr. Peter Bruns anhand von Luthers Verständnis des „Türken“, den er mit Islam identifizierte. Neben dem Papst war der „Türke“ Luthers großer Hauptfeind. Der Islam sei eine Häresie und notfalls mit Gewalt zu bekämpfen.

Kurz vor dem großen Lutherjubiläum vermittelte die Tagung viele teils unterschiedliche Einsichten in das Leben und Denken Luthers. Gewiss unterscheidet sich die heutige lutherische Theologie vielfach von Luthers Theologie und ist anders zu bewerten, da sie viele Einseitigkeiten Luthers überwinden konnte.

Das bevorstehende Jubiläum könne jedoch kein Grund zum Feiern sein, sondern gebe eher Anlass zur Besinnung auf den Wunsch Jesu: „Ut unum sint!“ (Damit alle eins seien). (Bericht: Doris de Boer/Tagespost)
 

14.3.2016: Grabtuchausstellung gastiert in München

Auf ihrer Reise durch die deutschen und österreichischen Diözesen gastiert die von Hesemann inhaltlich gestaltete MALTESER-Ausstellung "Wer ist der Mann auf dem Tuch" jetzt in der bayerischen Landeshauptstadt, im historischen Karmelitersaal, der "guten Stube" des Erzbistums. Anläßlich ihrer eröffnung gaben Hesemann und die Ausstellungs-Kuratorin Bettina Frfr. von Trott zu Solz ein Radiointerview au f"Radio Horeb", zudem berichteten die "Münchner Kirchennachrichten", die "Süddeutsche Zeitung", der "Münchener Merkur" und die "TZ". Über 6300 Besucher wurden nachfolgend gezählt.

Hesemanns Interview mit den Münchner Kirchennachrichten:
http://www.muenchner-kirchennachrichten.de/meldung/article/der-kreuzweg-in-einem-bild.html

Hesemanns TZ-Interview:
http://www.tz.de/muenchen/stadt/turiner-grabtuch-interview-echtes-leichentuch-von-jesus-christus-oder-faelschung-6252289.html
 

2.3.2016: Am 140. Geburtstag Pius XII. mit Rabbis und Historikern in Rom

Seit 2008 ist Michael Hesemann als Historiker für die amerikanische "Pave the Way Foundation" des New Yorker Juden Gary Krupp tätig, die sich für den interreligiösen Dialog und die Aussöhnung von Juden und Katholiken einsetzt. Einer der Schwerpunkte der Stiftungsarbeit ist die Rehabilitation des Weltkriegspapstes Pius XII., der ein großer Freund der Juden war und über 850.000 von ihnen vor dem Holocaust rettete. Erst Jahre nach seinem Tod führte ein vom KGB in Auftrag gegebenes Drama des Deutschen Rolf Hochhuth dafür, dass der Ruf dieses großen Papstes nachhaltig beschädigt wurde, er sogar als "Hitlers Papst" diffamiert werden konnte.
An seinem 140. Geburtstag führte Hesemann im Auftrag der PTWF eine Delegation aus zwei Rabbinern, darunter Shmuley Boteach, der als "Amerikas Rabbi" gilt und eine der bekanntesten Persönlichkeiten des geistlichen Lebens in den Vereinigten Staaten ist, und den amerikanischen Historiker und Autor des Weltbestsellers "Church of Spies", Mark Riebling, zu einer Audienz bei Papst Franziskus. Anschließend führte er die Gruppe zum Grab Pius XII. in den vatikanischen Grotten, an dem jeder Teilnehmer eine Rose niederlegte. Schließlich stellte er Riebling beim Vatikanischen Geheimarchiv vor, wo der Historiker in den nächsten Monaten seine Recherchen fortsetzen wird.


14.1.2016: Primas Germaniae eröffnet Grabtuchausstellung in Salzburg

Seit Juni 2013 ist die von Michael Hesemann inhaltlich-fachlich gestaltete Ausstellung der MALTESER zum Turiner Grabtuch, "Wer ist der Mann auf dem Tuch" auf ihrem Weg durch deutsche und österreichische Diözesen und wurde bislang auf den Stationen Bad Münstereifel, Bonn, Paderborn, Dortmund, Klagenfurt, Fulda, Heiligenstadt, Augsburg, Berlin, Altötting, Dresden und Freiburg von fast 100.000 Menschen besucht. 
In Salzburg gastierte die Ausstellung im Januar/Februar 2016 auf ausdrückliche Einladung des Primas Germaniae, des Salzburger Erzbischofs Franz Lackner, im Bischofshaus. Denn das Grabtuch hatte auf seinem ganz persönlichen Glaubensweg eine wichtige Rolle gespielt:"Es war in meiner Zeit als Soldat auf Zypern", erzählt der Erzbischof und erinnert sich noch gut, wie ihm ein Abbild des Grabtuches dem Buch "Und die Bibel hat doch recht" in die Hände fiel. "Es hat mich berührt. Mir war, als ob mich Jesus direkt anschaut", schildert er die Begegnung, die zu seiner Berufung führte. Hier drei Berichte:

http://www.salzburg.com/nachrichten/salzburg/chronik/sn/artikel/csi-golgota-ausstellung-zum-turiner-grabtuch-in-salzburg-180421/?Array#.VpysmzA-aLE.mailto

http://www.krone.at/Salzburg/Krimi_um_Turiner_Grabtuch_fasziniert_nun_Salzburg-Ausstellung-Story-491291

http://www.kirchen.net/was-gibt-es-neues/newsbeitrag/news-details/news/csi-golgotha-im-bischofshaus/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=7120ddb7de956ec06625bdc049fdf6cb#.VyoK-9SLRnK

8.-9.12.2015: In Rom durch die Heilige Pforte - und Begegnung mit Chinas ältestem Katholiken


Am Festtag Mariä Empfängnis nahm Hesemann an der feierlichen Eröffnung des "Außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit" teil und durchschritt gleich am ersten Tag die Heilige Pforte. 
Am nächsten Tag, auf der Mittwochsaudienz des Papstes, begegnete Hesemann den chinesischen Christen Duan Zhi Ling. Ling ist über 100 Jahre alt und damit der älteste chinesische Katholik. In den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts geboren, wuchs er im Palast auf. Sein Großvater war der Leibarzt des Kaisers, sein Vater war Kommandant der kaiserlichen Leibgarde. Duan selbst wollte Priester wurden, besuchte ein Priesterseminar in Beijing, bevor er 1939 nach Rom geschickt wurde, um sein Theologiestudium abzuschließen. 1942, kurz vor seiner Priesterweihe brach der chinesisch-japanische Krieg aus und er erhielt seine Einberufung, der er aus Patriotismus folgte. Als daraufhin die Revolution stattfand, saß er praktisch in der Falle. Die Kommunisten untersagten jede religiöse Aktivität, das Seminar in Beijing musste schließen, Duan konnte das Land nicht mehr verlassen. Schließlich widmete er sich der chinesischen Medizin und heiratete. Jetzt, im hohen Alter, erfüllte ihm ein befreundeter Priester seinen größten Wunsch, noch einmal nach Rom zu kommen und vom Papst gesegnet zu werden.

15.-17.11.2015: Kongress "Christenverfolgung heute"

Drei Tage lang trafen sich Betroffene, Aktivisten sowie Christen aller Konfessionen im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd, um sich über die weltweite Verfolgung und Diskriminierung von Christen im Nahen Osten, in Asien und in Afrika austauschen. 

Eröffnet wurde der Kongress von dem in der Frage der Christenverfolgung seit Jahren engagierten Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Dr. Volker Kauder. Eine echte Sensation war zudem die erstmalige Teilnahme des Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Kurt Koch, auf dem von evangelikalen Christen veranstalteten Kongress. 

Austragungsort des viertägigen Symposiums, zu dem über 650 Teilnehmer angereist sind, war das evangelikale Kongress- und Begegnungszentrum „Schönblick“, praktisch die „Gute Stube“ des württembergischen Pietismus. Nicht nur, dass Evangelikale sich der demonstrativen Sympathie von Papst Franziskus erfreuen, auch hier wird echte Ökumene demonstriert. So wurde der Kongress in Zusammenarbeit mit 31 christlichen Organisationen der katholischen, syrisch-orthodoxen und evangelischen Kirche – darunter auch das päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ – organisiert, die in Ständen über ihre Arbeit informieren. Während, wie man selbstkritisch anmerken muss, viele deutsche Bischöfe mit dem Thema „Christenverfolgung“ noch ein wenig fremdeln und sich lieber um einen konstruktiven Dialog mit dem Islam bemühen, engagieren sich evangelikale Christen vorbildlich für ihre Glaubensgeschwister aller Konfessionen im Nahen Osten und in Afrika. Das breite Spektrum, auf dem der Kongress „Christenverfolgung heute“ diesen Problemkreis behandelt, legte davon ein beredtes Zeugnis ab.

Höhepunkt am Montagabend war die Teilnahme des christlich-arabischen Prinzen von Ghassan, eines gläubigen Katholiken, der mit den unierten Patriarchen von Antiochia und Jerusalem am Aufbau eines Zentralrates der Christen des Nahen Ostens arbeitet, um den Verfolgten aller Konfessionen eine Stimme zu geben. Er war von Michael Hesemann im Vorfeld den Veranstaltern als Referent empfohlen worden und wurde von diesem auch übersetzt. Zudem nutzte Hesemann die Gelegenheit, um mit Referenten und Ausstellern in Dialog zu treten und den Grundstock für gemeinsam koordinierte Aktionen in der Zukunft zu legen. 

Von der "Ökumene des Blutes" sprach wiederholt Papst Franziskus. Im Leid der Verfolgung müssen alle Differenzen überwunden werden. Nur gemeinsam kann man den Kampf gegen die „Globalisierung der Indifferenz“, der kollektiven Verdrängung des Leides der Verfolgten, gewinnen. 

20.-26. Oktober: Initiative für orientalische Christen am Rande der Synode


Während die Familiensynode im Vatikan tagte, nutze Hesemann die Gelegenheit einer Versammlung der Weltkirche, um für das Projekt eines "Rates der Christen des Nahen Ostens" als gemeinsame Stimme der durch Krieg, Bürgerkrieg und Diskriminierung drangsalierten Christen der Krisenregion zu werben. Dabei stellte Hesemann HIRH Prinz Gharios von Ghassan u.a. dem melkitischen Patriarchen von Antiochia, Gregorios III. Laham und Kardinal Raymond Leo Burke sowie dem Botschafter der Republik Armenien beim Heiligen Stuhl, H.E. Mikayel Minasyan vor. Zudem nahm er an den Gesprächen des Prinzen mit seinen Unterstützern Kardinal Pierre Rai, dem maronitischen Patriarchen von Antiochia sowie dem Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fouad Twal, und Kardinal Kurt Koch vom Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen teil.

15./16.10.2015: Hesemann vor der Armenischen Akademie der Wissenschaften


Auf Einladung des Präsidiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Republik Armenien nahm Hesemann zusammen mit rund hundert renommierten Historikern und Völkermord-Forschern aus acht Ländern an einer Fachkonferenz unter dem Motto "The Armenian Genocide 100: From Recognition to Reparation" in den Räumlichkeiten der Akademie teil und präsentierte seinen Vortrag "The Vatican and the Armenian Genocide of 1915/6". 

Anschließend wurde Hesemann von Prof. Vladimir Sacharow vom Russischen "All-Unions-Komitee für das Jahrhundert-Gedenken an den Armenischen Völkermord" mit dem Verdienstorden seines Verbandes ausgezeichnet. 

Höhepunkt des Symposiums war neben 95 Vorträgen, einem Galadinner, einem Konzert und einer Führung durch das Komitas-Museum der gemeinsame Besuch mit Kranzlegung an der Völkermord-Gedenkstätte oberhalb der Hauptstadt Jerevan.



Während der Konferenz erreichte Hesemann die Nachricht, dass der Deutsche Bundestag die im April 2015 angekündigte Resolution zum Völkermord an den Armeniern aus Rücksicht auf den türkischen Diktator Erdogan auf unbestimmte Zeit verschoben habe. Das veranlasste Hesemann zu einem offenen Protest, der von der armenischen Presse breit aufgenommen wurde:

"Statement by Michael Hesemann, German Historian and Author, speaker at the International Genocide-Conference organized by the Academy of Sciences of the Republic of Armenia in Yerevan (15/16 Oct 2015) on the latest reports that the Bundestag postponed any decision regarding the Armenian Genocide to avoid any provocation of Turkey in the refugee crisis:

Dear Armenians, I am shocked and ashamed by the latest news from my country. I always said and I repeat it here that Germany bears a historical responsibility to fight for the Armenian cause due to our shameful past as Turkey’s closest ally during the years of the Genocide, an ally that was not only well informed about the Turkish plans to annihilate the Armenian population as part of an ethnic and religious homogenization of Anatolia to build up a strong, nified National State, but also witnessed these dreadful events described by so many of our diplomats and soldiers serving in the Ottoman Empire. This is clearly reflected by the famous statement of the German Cancellor of that time, Bethmann-Hollweg: “We must keep Turkey on our side until the war is over, even if Armenians perish.”
After the horrible and shameful events of the holocaust, Germany learned to reflect the dark chapters of its history, take over responsibility for crimes committed in its name, practised reconciliation and paid reparation to the relatives of the victims. In this way, the former ally could very well serve as a role model for Turkey, which never dared to come clean with its dark past.
But instead of helping Turkey to become a respected member of the family of nations and clean its hands still covered with blood, Germany still practises a kind of “Nibelungentreue” to its former ally: being faithful until the very end, as the most reliable partner in crime.
Of course Germany is not directly guilty in the murder of 1,5 million Armenians as well as hundreds of thousands Arameans, Assyrians and Greeks. But it is partially guilty, since it allowed these crimes to happen. And it is even more guilty since it never encouraged its former ally to take over responsibility for those crimes.
Indeed, it is Germany’s responsibility before the history to do everything in its power to move Turkey towards admittance, apology, responsibility and compensation in the Armenian questions. If it avoids this duty, it should at least compensate Armenia for its own unwillingness to stop the Turkish crimes.
The debate at the German Bundestag in April 2015 was a promising sign when some of the greatest and wisest politicians of all parties, from the President to the Chairman of the Bundestag and the CDU/CSU fraction all used the term “Genocide” as the only historically (even if not politically) correct term for the events of 1915/16, so clearly and undeniably documented by historical research and tenthousands of documents in the archives of Germany, Great Britain, France, the US and the Holy See. Irritating was just the refusal of both, the Cancellor and the Foreign Minister, to deal with these facts and fulfill their responsibility to confirm in public what was known by German cancellors and Foreign Ministers already a hundred years ago.
But both, Merkel and Steinhäuser, replied as if their manuscripts were written in Ankara, not in Berlin (as I openly wrote in a letter to the German Freign Ministry in May 2015). At that point, I believed that the votes of the Turkish minority in Germany were more precious to Merkel (CDU) and Steinhäuser (SPD) than the historical truth and the responsibility of their offices. But today, it is obvious, that they were merely put under pressure by the Turkish dictator Erdogan, who blackmails Germany like a sleazy suburbian Mafioso: To assure Turkey’s cooperation in the refugee crisis, which was mainly caused by the Turkish support of terrorist activities in Syria and Erdogans war – in “good old” genocidal tradition – against the Kurdish minority in his country, the Bundestag “postponed” a declaration in this question probably until “the end of the days”.
As a historian who investigated the events of 1915/16 based on the documents of the Vatican Secret Archives – which leave no doubt that it was indeed a planned genocide – I heavily condemn such an opportunistic policy which is a shame and only causes harm to the German name. The nation that has the responsibility to fight against the denial of ANY “holocaust” because of its own past should never act as a complice of genocide deniers if they just shout loud enough or might be “allies forever in good as in bad”.
If for Merkel, the alliance with an unscrupulous dictator like Erdogan is more important than Germany’s historical responsibility, she does not act in my name nor in the name of any honourable German citizen who believes in truth and integrity. I distance myself from her policy and ask for her immediate resignation before her blind alliance with Turkey causes even more damage to the reputation of the German nation, its parliament and its people.
Jerevan, 16 October 2015 – Michael Hesemann%u200B"

7.10.2015: Mit RTL für die Kinder in den Slums von Buenos Aires

Als Hesemann im April/Mai 2013 nach Argentinien flog, um auf den Spuren des damals neu gewählten Papstes Franziskus zu recherchieren, wurde er Zeuge der unvorstellbaren Armut der Menschen in den Slums ("Villas") der Hauptstadt Buenos Aires, aber auch des unermüdlichen Dienstes katholischer Priester an den Armen, die darin dem Vorbild ihres einstigen Erzbischofs Jorge Mario Kardinal Bergoglio folgten. So kam bei Hesemann der Wunsch auf, ihr Wirken größtmöglich zu unterstützen. 
Wie der Zufall es wollte, hatte er neun Jahre lang die Schulbank mit Wolfram Kons gedrückt, dem populären Moderator des RTL Frühstücksfernsehens, der seit 20 Jahren durch den großen RTL Spendenmarathon führt und bereits Millionen für notleidende Kinder sammelte. Als er Kons von der Armut der Kinder in den "Villas" erzählte, sah auch Kons hier das Potenzial für ein von der RTL-Stiftung finanziertes Projekt. Über die argentinische Journalistin Molly Mary Hamilton-Baillie, mit der Hesemann bereits die Papst-Schwester Maria Elena Bergoglio interviewt hatte, wurde der Kontakt zu einem Armenpriester hergestellt, der ein Schul- und Begegnungszentrum für Kinder in einem der Villas geplant aber nie finanziert bekommen hatte. Anfang August 2015 flog ein RTL-Team in die argentinische Hauptstadt, interviewte den Priester und einige betroffene Kinder, überprüfte das Projekt "Kindergarten Unserer lieben Frau von Caacupe im Villa 21-24" und stufte es als förderungswürdig ein. Ein Budget von EUR 100.000 wurde veranschlagt. Schließlich entschloss sich die RTL-Stiftung, es beim nächsten Spendenmarathon der Öffentlichkeit vorzustellen.
Zwischenzeitlich hatte Hamilton-Baillie einen der engsten Freunde und Vertrauten des Papstes, Msgr. Guillermo Karcher, einen argentinischen Priester im vatikanischen Staatssekretariat, über das Projekt informiert, der wiederum Franziskus auf dem Laufenden hielt. Am 7. Oktober wurden Kons und Hesemann eingeladen, es im Rahmen einer Audienz dem Papst zu präsentieren und um seinen Segen und seine Patenschaft zu bitten. Franziskus zeigte sich bereits gut informiert und war hoch erfreut über den Einsatz eines deutschen Fernsehsenders für die Ärmsten der Armen seiner argentinischen Heimat. Schließlich stellte er über Msgr. Karcher auch noch einen Pileolus, die weiße Scheitelkappe des Papstes, zur Versteigerung im Rahmen des Spendenmarathons zur Verfügung. Der Erfolg: Bei Ausstrahlung des Spendenmarathons am 20- November gingen so viele Spenden ein, dass die RTL-Stiftung schließlich im Januar 2016 statt der zugesagten EUR 100.000 sogar EUR 150.000 bereitstellen konnte. Derzeit laufen die Bauarbeiten an dem Kinderzentrum. Im November 2016 wird der diesjährige RTL Spendenmarathon über das Ergebnis berichten.


23.6.2015: Frühmesse mit dem "Papa emerito"


Eine ganz besondere Ehre und eine unvergeßliche Begegnung: Pünktlich um 7.15 Uhr traf Michael Hesemann in der Wache der Schweizergarde an der Porta Sant Anna ein, um von einem Gardeoffizier zur "Monastero Mater Ecclesiae" gefahren zu werden. Dort sollte ein langersehnter Wunsch in Erfüllung gehen: Eine Frühmesse mit dem emeritierten Papst Benedikt XVI., der für Hesemann "immer Vorbild und Inspiration war" und als Höhepunkt der Kommunionempfang aus der Hand des Heiligen Vaters.
Anlaß zu der Einladung bot Hesemanns Buch "Völkermord an den Armeniern", das er bereits im März Papstbruder Prälat Dr. Georg Ratzinger geschenkt hatte. Das hatte den emeritierten Domkapellmeister so bewegt, dass er seinem Bruder davon erzählte. Zumal in dem Buch Papst Benedikt XV., der "Friedenspapst" des Ersten Weltkriegs und eine wichtige Inspiration bei der Namenswahl des Ratzinger-Papstes, ausführlich behandelt wird. So wurde Hesemann eingeladen, das Buch Benedikt XVI. im Anschluß an die Frühmesse persönlich zu übergeben.
"An der Messe, die pünktlich um 7.45 Uhr begann, nahmen nur Erzbischof Dr. Gänswein und die vier 'Memores Domini', die den Haushalt des em. Papstes führen, teil", erklärte Hesemann. "Daher wurde auf Italienisch zelebriert, mit einigen Passagen in Latein. Auiffällig war, dass der Heilige Vater im 'ordentlichen Ritus", aber zum Herrn hin zelebrierte. Die Kapelle war modern, von schlichter Eleganz. Außer dem wunderbaren Kruzifix und den schönen Glasfenstern fiel mir die Statue der Gottesmutter zur Linken auf: Es war die Patrona Bavaria, Zeichen für die Heimatverbundenheit des großen Bayern in der Nachfolge Petri.
Nachdem der Papst sich umgekleidet hatte, bat mich Erzbischof Dr. Gänswein in die Sakristei. Ich übergab die Geschenke, darunter auch mein Buch zum Grabtuch, 'Das Bluttuch Christi', von dem Erzbischof Dr. Gänswein zur Erinnerung an seinen Besuch in Turin an den beiden Tagen zuvor auch ein Exemplar überreicht bekam, und eben 'Völkermord an den Armeniern'. 'Mein Bruder liest die Bücher immer von Anfang bis Ende', meinte Benedikt XVI., 'und er hat mir viel von diesem Buch erzählt, das ihn richtig erschüttert hat. Aber es sind damals auch schreckliche Dinge vorgefallen'. Ich erzählte dann, wie ich die 2500 Seiten bislang unveröffentlichter Dokumente aus dem Vatikanarchiv, auf denen das Buch basiert, entdeckt hatte. Der Papst gratulierte mir zu der Arbeit, bezeichnete auch die Reaktion der Armenier auf das Buch als 'nobel'. Die Verwendung des Begriffes 'Völkermords' durch Papst Franziskus kommentierte er mit den Worten 'Das war mutig'.
Auch wenn ihm das Gehen schwer zu fallen schien, war Benedikt XVI. doch offensichtlich bei bester Laune und Gesundheit und so fand das Gespräch in einer sehr heiteren, freundlichen Atmosphäre statt. Auffallend waren das gute Gedächtnis des emeritierten Papstes, seine innere Gelassenheit, seine ungetrübte intellektuelle Brillanz und sein Sinn für Humor.
Zum Abschluß fragte ich, ob Erzbischof Gänswein nicht ein Erinnerungsfoto machen könnte. Papst Benedikt stimme sofort mit einem freundlichen 'Ja freilich' zu. Ich holte dann meine Nikon aus meinem Aktenkoffer. Er meinte: 'Endlich mal eine richtige Kamera. Die meisten machen ja heute ihre Bilder mit dem Telefon.' Ich erwiderte: 'Ja, mit den heutigen Telefonen kann man alles, außer Telefonieren.Aber ich stimme Ihnen zu, Heiliger Vater: Eine Kamera ist eine Kamera und ein Telefon ein Telefon! Doch heute will halt jeder so eine Art milchgebende Wollsau, so ein Ding, das alles kann! " Er amüsierte sich köstlich über die 'milchgebende Wollsau' und meinte nur 'Da haben's recht!'" Dann entstand das obige Foto. Mit einem persönlichen Segen entließ er mich in den noch jungen Tag.

21.6.2015: Mit dem Papst beim Turiner Grabtuch


Noch einmal nach Turin, diesmal aus Anlaß des Papstbesuches. Michael Hesemann gehörte zu den 25 Journalisten, die exklusiv vor Ort dabei sein durften, als Papst Franziskus am Morgen des 21. Juni 2015 mit dem Turiner Grabtuch innige Zwiesprache hielt. Nur Ordensleute, Mitglieder des Domkapitels und lokale Würdenträger sowie die päpstliche "sequito", also seine Entourage, darunter Kardinal Kurt Koch und Erzbischof Dr. Gänswein, waren dabei zugelassen. Hatte Benedikt XVI. vor fünf Jahren noch eine tiefgründige Meditation über das Grabtuch als Ikone des Karsamstags, "gemalt mit dem Blut der Passion", gehalten, zog
Franziskus eine Verehrung in Stille im Halbdunkel des Turiner Domes vor. Zum Abschluss trat er an die berühmteste Reliquie der Christenheit heran und berührte sie, um etwas von ihrer Segenskraft zu erheischen.
Auch an der anschließenden Papstmesse auf der Piazza delle Vittoria von Turin sowie der abendlichen Begegnung mit Jugendlichen aus aller Welt nahm Hesemann teil.
v.l.n.r.: Michael Hesemann, SKKH Prinz Gharios von Ghassan und Metropolit Anba David treffen Papst Franziskus

3.6.2015: Ökumenische Begegnung mit Papst Franziskus und Kardinal Koch

Ein Tag im Dienste der Ökumene. Frühmorgens begleitete Michael Hesemann die ökumenische Delegation aus HG Metropolit Anba David, dem koptisch-orthodoxen Erzbischof von New York. und drei koptischen Priestern aus den USA sowie HRIH Prinz Gharios von Ghassan als Vertreter der arabischen Christen, zu S.Em., Kurt Kardinal Koch, Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen.
Ein zweites Gespräch fand danach mit Dr. Livio Poliniato OFM in den Räumen des päpstlichen Staatssekretariates statt.
Bei beiden Begegnungen ging es um die Zukunft der Christenheit im Mittleren Osten. Prinz Gharios und Michael Hesemann plädierten für die Einrichtung eines Päpstlichen Rates für die verfolgten Christen als ökumenische Stimme der Christen aller Konfessionen, die um ihres Glaubens willen Not und Vertreibung erleiden. Dabei zitierte Hesemann den großen Weltkriegspapst Benedikt XV., der, angesprochen auf die Frage, weshalb er sich nicht allein für die verfolgten Katholiken einsetzte, erwiderte: "Ich bin der Vater aller Christen, auch jener, die mich nicht als ihren Vater anerkennen."
Schließlich arrangierte Fr. Livio kurzfristig eine Begegnung mit Seiner Heiligkeit, Papst Franziskus, an der Hesemann ebenfalls teilnahm.

v.l.n.r. Abuna John-Paul, Abuna Andrew, H.G. Metropolit Anba David, S.Em. Kurt Kardinal Koch, Michael Hesemann, HRIH Prinz Gharios von Ghassan bei einer ökumenischen Begegnung in den Räumen des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen


2.6.2015: Prinz Gharios von Ghassan Al-Nu'Man VIII. ernennt Michael Hesemann zum Knight Commander des Ritterordens des hl. Erzengels Michael


Im Palazzo della Rovere im Schatten des Vatikans, dem Sitz des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, ernannte Seine kaiserliche und königliche Hoheit, Prinz Gharios von Ghassan Al-Nu'Man VIII., Michael Hesemann zum Knight Commander des ghassanidischen "Ritterordens des hl. Erzengel Michael".
Prinz Gharios, dessen Titel vom Heiligen Stuhl bestätigt und der unlängst durch den Lateinischen Patriarchen von Jerusalem, Fouad Twal, in den Orden der Grabesritter aufgenommen wurde, entstammt dem ältesten christlich-arabischen Königshaus der Welt. Die Ghassaniden haben ihren Ursprung im Königreich Saba, dem heutigen Jemen. Dort führte im frühen 3. Jh. ein Bruch des Staudamms von Marib zu einer Katastrophe, die die führenden Familien des Reiches zur Auswanderung zwangen. Die königliche Familie und ihr Stamm durchwanderten den gesamten Hedschas und ließ sich im Gebiet von Hauran südlich von Damaskus nieder. Dort dienten sie als tapfere Krieger dem römischen Imperium und manche Historiker sind überzeugt, dass der einzige römische Kaiser arabischer Herkunft, Philippus Arabs, ein Ghassanide war. Der Verfasser der ersten Kirchengeschichte, Eusebius von Caesarea (4. Jh.), behauptet sogar, Philippus Arabs sei der erste Christ auf dem Cäsarenthron gewesen. Der hl. Quirinus von Rom (heute: von Tegernsee), ein christlicher Märtyrer, gilt als sein Sohn.
Jedenfalls stiegen die Ghassaniden bis zum 5. Jahrhundert zu einer Größe im syrisch-arabischen Grenzgebiet auf. Ihre Hauptstadt wurde Jabiyah im Golan, ihr Einfluß reichte von Syrien bis in den Hedschas. Dass sie die Beschlüsse des Konzils von Chalcedon ignorierten und fortan Monophysiten blieben, führte nur zeitweise zum Konflikt mit Byzanz; 502 wurde mit Kaiser Anastasius Frieden geschlossen. Fortan wurde der Ghassanidenherrscher, von seinem Volk stets als "malik" (König) betitelt, zunächst als "phylarchos" (Völkerherrscher), dann als "basileos" (König) anerkannt - und verteidigte das Reich gegen den sassanidischen Erzfeind. Erst unter dem Ansturm der Muslime 632 brach die ghassanidische Front endgültig zusammen.
Das Königshaus siedelte nach Anatolien um, residierte schließlich in Konstantinopel und begründete dort
mit Kaiser Nikephoros I. (802-811) eine wenn auch kurzlebige kaiserliche Dynastie.
Mit der Eroberung Konstantinopels durch die Franken im Vierten Kreuzzug kehrten die Ghassaniden in die Levante zurück und begründeten im Libanon das Scheichtum der Chemor, das bis 1747 seine Autonomie bewahrte. Erst die türkischen Massaker im 19. Jahrhundert zwangen die damals maronitische Familie zur Auswanderung nach Brasilien, wo auch Prinz Gharios geboren wurde. Heute residiert er in Amman und Los Angeles.
Prinz Gharios von Ghassan hat seine Vision einer Lösung der Nahost-Krise in seinem Buch "Middle East - The Secret History and Possible Solutions" niedergeschrieben. Ihn treibt die ernste Sorge um das Überleben der arabischen Christenheit im Nahen Osten. Sein Ziel ist die Einberufung eines "Zentralrates der Orientalischen Christen" unter Beteiligung der Patriarchen und Erzbischöfe aller Konfessionen der arabischen Christenheit, um den Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak zu helfen, eine neue Heimat für sie zu finden und das Fortbestehen der christlichen Gemeinden in den nicht akut bedrohten Regionen des Nahen Ostens zu sichern. Unterstützung fand er bislang beim koptischen Papst Tawadros II., dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem und dem maronitischen Patriarchen Kardinal Rai, aber auch bei Kardinal Sandri im Vatikan.
Mit der Ordensverleihung würdigte er Hesemanns Verdienste um die verfolgten Christen des Orients.


Abuna Andrew, Michael Hesemann, Metropolit Anba David, Msgr. Don Ghiberti, Dame vom Protokoll im Turiner Königspalast; Anba David vor dem Turiner Grabtuch

2.6.2015: Ökumene und das Turiner Grabtuch


Noch bis zum 24. Juni wird in Turin das Grabtuch Christi ausgestellt, dessen Geheimnis Michael Hesemann auch in vieren seiner Bücher, in der von ihm inhaltlich konzipierten MALTESER-Ausstellung "Wer ist der Mann auf dem Tuch?" und in an die Hundert Vorträgen zu diesem Thema auf den Grund zu gehen versuchte. So wurde ihm die besondere Ehre zuteil, eine hochrangige Delegation der Koptisch-Orthodoxen Kirche in den USA nach Turin und anschließend zu ökumenischen Gesprächen nach Rom zu begleiten. Oberhaupt der Delegation war der koptische Erzbischof von New York, HG Metropolit Anba David, begleitet von Priestern seiner Kirche aus New York, Boston und Los Angeles. In Turin wurde die Delegation von Msgr. Prof. Don Giuseppe Ghiberti, dem langjährigen päpstlichen Kustos der wertvollsten christlichen Reliquie, begrüßt und zum Grabtuch geleitet. Anschließend führte Hesemann die Delegation noch durch das Turiner Grabtuchmuseum (Museo della Sindone) und die Kirche der "Bruderschaft des Heiligen Grabtuchs".

19.5.2015: Begegnung mit dem syrisch-orthodoxen Patriarchen

Auf Einladung des Zentralrates der Orientalischen Christen in Deutschland (ZOCD) und des koptisch-orthodoxen Generalbischofs für Nordeutschland, Anba Damian, nahm Michael Hesemann an einem Empfang für das Oberhaupt der Syrisch-Orthodoxen Kirche, S.H. Moran Mor Ignatius Aphrem II., im Kloster Brenkhausen teil. Dabei hatte Hesemann die Gelegenheit, dem Patriarchen ein Schlüsseldokument zum "Seyfo", dem Völkermord an den syrischen Christen 1915/16 im Osmanischen Reich zu übergeben, das der syrisch-katholische Patriarch Ignatius Ephraim im Jahre 1919 für den Heiligen Stuhl verfasst hatte. "Ich habe gehört, dass ein solches Dokument existiert, aber ich habe es noch nie gesehen", dankte ihm der Patriarch, "Gott segne Sie für das, was Sie für unser Volk getan haben."
Zuvor hatte Hesemann am 1. Syrisch-Orthodoxen Kirchentag in Warburg teilgenommen, siehe
http://kath.net/news/50598. Nach dem Empfang begleitete er Seine Heiligkeit und Bischof Damian in das Flüchtlingsdorf Borgentreich.

8.5.2015: Vortrag vor der aramäischen Gemeinde Gütersloh


Michael Hesemann hielt seinen Vortrag "Was uns Dokumente aus dem Vatikanarchiv über den Völkermord an den Aramäern und Assyrern berichten" im aramäischen Zentrum in Gütersloh. Danach erklärte er:
"Mein Dank gilt dem Bundesverband der Aramäer in Deutschland, der mich gestern nach Gütersloh einlud, um übder den Völkermord an den Armeniern und Aramäern 1915 zu sprechen. Die Jüngtürken wollten das christliche Element in der Türkei vernichten, keine einzelne Volksgruppe. Daher ist das Schicksal dieser beiden urchristlichen Nationen untrennbar miteinander verbunden."
1.5.2015: Armenien-Buch ist Bestseller!
Nur acht Wochen nach dem Erscheinen von Hesemanns "Völkermord an den Armeniern" wird die zweite Auflage ausgeliefert; die erste ist bereits vergriffen. Auf amazon.de erreichte es zeitweise den Rang # 231.
Auch die Kritiken sind durchweg positiv. Hier einige Beispiele:

"Hesemann zitiert noch unveröffentlichte Dokumente aus den Archiven des Vatikans, überwiegend Briefe von katholischen Gesandten und armenisch-katholischen Geistlichen an den Heiligen Stuhl, in denen die Grausamkeiten und die Verzweiflung geschildert werden - aber auch die vergeblichen diplomatischen Bemühungen, auf die Verantwortlichen in der türkischen Regierung Einfluss zu nehmen." (DEUTSCHLANDFUNK) http://www.deutschlandfunk.de/voelkermord-an-den-armeniern-beihilfe-aus-deutschland.1310.de.html?dram:article_id=315240

"Detailreich schildert Hesemann die historischen Entwicklungen und politischen Voraussetzungen im Osmanischen Reich, die zum Genozid führten, dem rund 1,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen sind. Er spart auch nicht die unrühmliche Rolle des Deutschen Reiches aus, dem das Schicksal der Armenier nicht wichtig genug war, das an seinem Verbündeten, der Hohen Pforte, festhielt... Eine weitere Linie führt von diesem Völkermord zum Holocaust, zum millionenfachen Mord an den Juden Europas – auch das kann bei der Lektüre dieses Buches erspürt werden. Nicht von der Hand zu weisen ist Hesemanns These, dass der Völkermord an den Armeniern ein historisches Vorbild für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten war und sich diese Entwicklungen in anderen Verfolgungen bis zu den aktuellen Christenverfolgungen im Nahen und Mittleren Osten fortsetzten. Vor diesem Hintergrund ist Hesemanns Werk ein enorm wichtiger Beitrag zur Aufarbeitung des Völkermords, gegen dessen Verharmlosung, gegen dessen Leugnung. Würden die Toten vergessen – sie würden ein zweites Mal sterben." (BÖRSE AM SONNTAG)
http://www.boerse-am-sonntag.de/spezial/artikel/voelkermord-armenien-neue-dokumente.html

"Michael Hesemanns Buch «Völkermord an den Armeniern» ist eine gut lesbare Gesamtdarstellung nicht nur des Genozids von 1915/16, sondern auch der anderen türkischen Verbrechen an den Armeniern, sowohl jener unter Sultan Abdul Hamid II. als auch der weniger bekannten unter Atatürk (1920/21) begangenen. Der Autor hat im Vatikanischen Geheimarchiv Hunderte von unbekannten Dokumenten entdeckt, die das schreckliche Ausmass des Völkermords bezeugen." (NEUE ZÜRCHER ZEITUNG - NZZ)
http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/der-erste-voelkermord-im-20-jahrhundert-1.18531669

19.-26.4.2015: Hesemann besucht Armenien


Zu den Gedenkfeierlichkeiten zum 100. Jahrestages des Genozids an den Armeniern reiste Michael Hesemann nach Armenien. Dort nahm er an dem "Globalen Forum gegen das Verbrechen des Genozids" teil, traf sich mit dem koptischen Papst Tawadros II., Kardinal Kurt Koch und anderen Mitgliedern der Ökumenischen Delegation und nahm an einer Führung der Patriarchen und kirchlichen Würdenträger durch die Völkermord-Gedenkstätte von Zizernakaberd. Zudem gehörte er zu den geladenen Gästen der Heiligsprechung der 1,5 Millionen Märtyrer von 1915/16 durch das Oberhaupt der Armenisch-Apostolischen Kirche, den Katholikos Karekin II. sowie den Katholikos des Hohen Hauses von Kilikien, Aram I. in Etschmiadsin. Am 24. April legte er am Völkermorddenkmal Blumen nieder, bevor er dem russischen und dem armenischen Staatsfernsehen in Interviews über seine Arbeit berichtete. Abgerundet wurde der Besuch durch Begegnungen mit Vertretern der Armenischen Akademie der Wissenschaften, der diversen Kirchen, mit Menschenrechtsaktivisten und armenischen Historikern. (Siehe ausführlicher Bericht "Armenisches Tagebuch" auf dieser homepage:
index.php?aktion=seiten_auswahl&seiten_id=1138218).


Papst Franziskus, der armenische und der kilikische Katholikos sowie der arm.-kath. Patriarch zum Abschluss der Gedenkfeier im Petersdom (Foto: Hesemann)

12.4.2015: Rom, der Papst und die Armenier


Ursprünglich sollte es lediglich die feierliche Erhebung des hl. Gregor von Narek zum Kirchenlehrer werden. Dann zum feierlichen Gedenken an den "Hundertsten Jahrestag des Armenischen Martyriums". Doch dann wagt ees Papst Franziskus doch, von einem "Völkermord" zu sprechen. Die Türkei kochte vor Wut. Und der Damm war gebrochen. Michael Hesemann hatte die Tage vor der Feier in Rom verbracht, mit Journalisten über seine Arbeit über dieses Thema gesprochen, Interviews gegeben - und nahm an der Feier im Petersdom auf der Journalistentribüne teil. Hier seine Eindrücke in einem Interview mit Yuliya Tkachova:
http://kath.net/news/50178

Dabei kritisierte Hesemann u.a. im Interview mit der WELT die Abwesenheit der deutschen Vatikanbotschafterin Annette Schavan an der Gedenkfeier:

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/article139676331/Der-Papst-versuchte-mit-Briefen-zu-helfen-vergebens.html

http://www.domradio.de/themen/kirche-und-politik/2015-04-20/historiker-hesemann-fordert-anerkennung-des-genozids-den-armeniern

26.2.2015: Buchpremiere "Völkermord" mit großen Erfolg


Zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen die Christenverfolgung im Nahen Osten wurde die Domspatz-Soirée am 26. Februar mit dem Historiker und Bestsellerautor Michael Hesemann. Mit Spannung verfolgten die etwa 160 Teilnehmer bereits die offizielle Vorstellung seines sensationellen Buches über den Völkermord an den Armeniern, das wenige vor unserer Soirée im Herbig-Verlag erschien. Für dieses Buch hat der Autor erstmals exklusiv Dokumente aus dem Vatikanischen Geheimarchiv ausgewertet, die auch der Fachöffentlichkeit bis dato nicht zugänglich waren. Das erschütternde Leiden der armenischen, aramäischen und griechischen Christen vor hundert Jahren im Osmanischen Reich erinnert fatal an die Grausamkeiten im heutigen Nahen Osten. Damals wie heute interessieren sich nur wenige dafür, dass Christen massenhaft entführt, auf dem Sklavenmarkt verkauft, geschändet, gedemütigt und hingerichtet werden. Damals wie heute tragen wir Deutsche Mitschuld am Leiden der orientalischen Christen. Damals wie heute wird über die apokalypischen Ereignisse aus politischer Rücksichtnahme oder Feigheit geschwiegen. Nicht zuletzt deshalb waren neben vielen katholischen Christen auch zahlreiche Geistliche und Gläubige der Armenischen, Assyrischen, Syrisch-Orthodoxen, Griechisch-Orthodoxen, Chaldäischen, Koptisch-Orthodoxen und anderer christlicher Kirchen des Orients gekommen. Im Auftrag des Armenischen Erzbischofs sprach Pfarrer Dr. Diradur Sardaryan zu Beginn ein Grußwort und betete am Ende mit allen Anwesenden ein Friedensgebet - ein bewegendes Zeugnis ökumenischen Miteinanders in schwerer Zeit. Der Vorsitzende des Zentralrats Orientalischer Christen in Deutschland, Simon Jacob, brachte mit einer nachgespielten Szene den Anwesenden die Ermordung der 21 koptischen Märtyrer in Libyen so nahe, dass es jedem unter die Haut ging. (M.Ragg)

Zu der Veranstaltung hatten Erzbischof Karekin Bekdjian, Primas der Armenisch-Orthodoxen Kirche in Deutschland und die Botschaft der Republik Armenien in der Bundesrepublik Deutschland Grußworte übersandt.
Bischof Karekin: "Besonders danken möchte ich bei dieser Gelegenheit Herrn Michael Hesemann, der mit seinen Vorträgen und Veröffentlichungen einen wichtigen Beitrag hierzu leistet."
http://www.raggs-domspatz.de/fix/doc/Gru%DFwort%20Erzbischof%20Karekin.pdf
http://www.raggs-domspatz.de/fix/doc/Gru%DFwort%20der%20Armenischen%20Botschaft.pdf


1.5.2015: Grabtuch-Ausstellung in Altötting eröffnet

„Intensive Begegnung mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen“
Altötting. Schon am ersten Tag und teilweise schon vor der offiziellen Eröffnung am vergangenen Freitag durch den Schirmherrn Bischof Stefan Oster strömten Hunderte, wenn nicht sogar Tausende, in die Ausstellung „Wer ist der Mann auf dem Tuch – Eine Spurensuche“, die die Malteser in die Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob in Altötting geholt haben. „Es ist der absolute Höhepunkt dieser Wanderausstellung, hier in Altötting zu sein. Ich lade Sie ein, sich einzulassen auf den Leidensweg des Herrn, aber auch auf die Fakten.“ Dieser Appell der Kuratorin Bettina von Trott zu Solz kam aus tiefstem Herzen.
 
„Eine sehr interessante und tiefgründige Ausstellung“, nannte Bischof Stefan Oster die Spurensuche, auf die man sich in den nächsten sechs Wochen begeben kann, zu Beginn der Vesper in der Stiftskirche, zu der sich zahlreiche Gläubige eingefunden hatten. „Maria steht an der Seite ihres Sohnes neben dem Kreuz. Der Tote wird ihr in den Schoß gelegt. Dieser Aspekt wird in der Ausstellung in besonderer Weise betont“, erklärte der Bischof weiter. „Uns begegnet Jesus in der Gestalt des Gekreuzigten. Wir können durch die Ausstellung gehen, wo uns Maria ihren Sohn als den Gekreuzigten in die Arme legt. Ich hoffe und wünsche, dass viele von Ihnen hier in eine intensive persönliche Begegnung mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen finden.“
 
Zusammen mit Kardinal Walter Kasper, mit dem er am Vormittag im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Basilika das Wallfahrtsjahr im Gnadenort eröffnet hatte, sowie zahlreichen geistlichen Würdenträgern und Gläubigen ging der Bischof, geführt von Michael Hesemann, dem wissenschaftlichen Berater, anschließend durch die Ausstellung.
 
Mit mindestens genauso viel Leidenschaft wir Bettina von Trott zu Solz spricht der Historiker, Journalist und Autor Michael Hesemann über das gemeinsame Projekt. „Heute können wir das Tuch zum ersten Mal mit Methoden der modernen Wissenschaft entschlüsseln und dadurch auch zum ersten Mal verstehen. Hier können wir es zum ersten Mal zum Reden bringen.“
 
Die Forschungen hätten schon vor einhundert Jahren begonnen. Deren Ergebnis sei, dass alle Spuren darauf forensisch und pathologisch korrekt sind. Ein Beispiel: Auf dem Tuch seien Pollen aus vier geografischen Regionen gefunden worden. Genau aus den Regionen, in denen das Tuch im Laufe der Jahrhunderte verehrt worden sei. Die meisten Pollen stammen aus dem Heiligen Land. „Die Pollen blühen im März und April in der Gegend von Jerusalem. Man kann also sagen, der Mann auf dem Tuch wurde im März oder April in der Gegend von Jerusalem in sein Grab gelegt. Alle Spuren auf dem Tuch sind einer qualvollen Geißelung und Kreuzigung entsprungen“, erklärte Michael Hesemann. „Ich bin überzeugt, dass das Grabtuch von Turin echt ist, dass es das Grabtuch Jesu Christi ist", sagte der Grabtuch-Experte, der sich seit vielen Jahren mit der „vielleicht wichtigsten Reliquie der Christenheit" beschäftigt.
 
Er sprach auch über ein Phänomen, das „vielleicht mit der Auferstehung zusammenhängt. Da muss etwas Besonderes geschehen sein. Auf dem Tuch befinden sich holographische Züge. Bei keinem Menschen, von dem je ein Grabtuch gefunden wurde, ist der Körper darauf erkennbar.“ Dies sei auf Strahlung zurückzuführen, die bei der Auferstehung entstanden sein könnte.
 
Bettina von Trott zu Solz hat die Exponate mit viel Herzblut und Liebe zum Detail im wunderschönen Kreuzgang der Stiftskirche platziert. So befinden sich Folterwerkzeuge neben den entsprechenden Kreuzwegstationen und der Korpus, der nach den Spuren auf dem Tuch gefertigt wurde, ist vor der Figur des Gegeißelten an der Gedenk- und Sühnestätte für sieben Altöttinger aufgebaut, die in den letzten Tagen des 2. Weltkrieges ihr Leben lassen mussten.
 
Unter anderem zeigt die Ausstellung auch ein Stockrohr aus der Jordangegend, Stricke wie die, mit denen vor zweitausend Jahren im römischen Reich zum Tode Verurteilte gefesselt wurden, Nägel, wie sie zur Kreuzigung verwendet wurden, eine römische Original-Lanze oder eine Dornenkrone. Alles beeindruckende Belege zum Leiden des Herrn – und alles passend zu den Spuren auf dem Tuch.
 
Bettina von Trott zu Solz erläuterte, wie es zu dem Projekt gekommen ist: „Vor sieben Jahren besuchte eine Delegation der Malteser eine Ausstellung mit einer Kopie des Grabtuches im Heiligen Land. Sie waren davon so beeindruckt, dass sie beschlossen haben: ‚Das ist eine Sache, die wir Malteser machen müssen, weil wir glauben und helfen.‘ Ich sage immer: glauben helfen.“ Die Kuratorin ist ganz begeistert: „Schöner kann die Ausstellung nicht sein, die das Leiden Christi zeigt, als hier in Altötting. Denn auch hierher kommen die Pilger mit ihrem Leiden.“ Sie lobte besonders die gute Zusammenarbeit mit der Passauer Diözesangeschäftsstelle der Malteser.
 
Die originalgetreue Nachbildung des Grabtuches, die in der Ausstellung gezeigt wird, nannte Michael Hesemann „wirklich gut gelungen.“ Das Original wird derzeit in Turin der Öffentlichkeit präsentiert. „Dort darf man nur drei Minuten vor dem Tuch stehen, hier können sie es, so lange Sie wollen“, sagte der Grabtuch-Experte.
 
Daten zur Ausstellung:
Ort: Stiftspfarrkirche St. Philipp und Jakob, Kapellplatz 4a, Altötting
Dauer: Freitag, 1. Mai bis Sonntag, 14. Juni 2015

 

Foto: Michael Hesemann und Diözesanleiter Dr. Wolf von Lengerich sowie Geschäftsführerin Mirjam Weisserth laden ein zur Ausstellung in den Alten Kapitelsaal.

Das Turiner Grabtuch und sein letztes Rätsel


Paderborn. "Ich habe die Ausstellung damals in Jerusalem gesehen, das hat meinen Glauben verändert." Das Credo von Constantin von Brandenstein-Zeppelin war eindeutig. "Dafür bin ich dankbar und deshalb sind wir auch stolz, dass wir als Malteser diese Ausstellung präsentieren können", sagte der Präsident des deutschen Malteser Hilfsdienstes bei der Eröffnung der vierwöchigen Ausstellung im Alten Kapitelsaal des Paderborner Doms. Mit vielen Einzelstücken, einer Nachbildung des Tuches sowie einer Rekonstruktion des Korpus, der in das Tuch einmal eingewickelt war, sorgt die Schau mit ihren 20 Informationsstelen sowie den vielen wissenschaftlichen Stellungnahmen für großes Aufsehen.

"Die Menschen sind zunächst still, erstaunt, zugleich aber auch dankbar für diese wissenschaftliche Einordnung des Grabtuches", beschreibt Ernst Kuhnt die Reaktionen der bereits mehreren hundert Besucher. Kuhnt ist einer der vielen Ehrenamtlichen, die für die Malteser die Ausstellung beaufsichtigen sowie auf Anfrage auch Führungen anbieten. Im Jahr 2007 hatte eine Gruppe von Geschäftsführern der Malteser mit ihrem Präsidenten eine Aufarbeitung der Ergebnisse zum Turiner Grabtuch in Jerusalem gesehen, erinnerte sich Mirjam Weisserth, Diözesan-Geschäftsführerin der Malteser in Paderborn. Bei einem Besuch im ersten Hospital, das die Malteser Ritter damals bei ihrer Gründung 1099 in Jerusalem errichtet hatten, war es auch um die Glaubensgrundlagen des heutigen Hilfsdienstes gegangen. Sechs Jahre hatte es gedauert, dann war die Ausstellung teils nachgebaut, teils aber auch ganz neu zusammengestellt worden.

Verantwortlich dafür zeichnete der Autor und Dozent Michael Hesemann. Ehrenamtlich hatte er sechs Jahre lang alle Fakten über das Grabtuch zusammengetragen und so das Gesamtbild gezeichnet, das jetzt im Paderborner Kapitelsaal zu sehen ist. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen hätten den Schluss zugelassen, dass das Tuch exakt aus der Zeit Jesu Kreuzigung stamme, sagte Hesemann bei der Eröffnung der Ausstellung aus. Pollenanalyse, Vanillinuntersuchung, Staubanalyse, anatomische Rekonstruktion sowie Abgleich mit den Evangelien zeigten, dass es nicht mehr viele Zweifel geben könne an der Authentizität des Tuches.

Besucher der Ausstellung im Alten Kapitelsaal können das nachvollziehen an rekonstruierten Kreuzigungsnägeln, an einer nachgebauten Dornenkrone, an der Restaurierung einer Lanze, wie sie die Soldaten damals nutzen. All das, so Hesemann, passe exakt in den geschichtlichen biblischen Kontext. Frühere Untersuchungen, die das Tuch als "Fälschung" aus dem Mittelalter entlarvt hatten konnte Hesemann durch Verfälschungen von Proben aus geflickten Stellen des Tuches begründen. Fragen, so machte Hesemann bei der Pressekonferenz zur Eröffnung deutlich, bleiben aber angesichts des echten Turiner Grabtuches. Denn es sei nicht erklärbar, wieso der Abdruck der menschlichen Gestalt darin so plastisch dreidimensional entstanden sei. 
Bis zum 12. April ist die Präsentation rund um das Turiner Grabtuch im Kapitelsaal zu sehen. Täglich außer Montags von 10 bis 18 Uhr können Besucher durch den Kreuzgang vom Dom aus in die Ausstellung gelangen.

Gratulation zur Kardinalserhebung


Vatikan, 22. Februar 2014: Michael Hesemann gratuliert Seiner Eminenz, Erzbischof Gerhard Ludwig Kardinal Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, zu seiner Kardinalserhebung durch Papst Franziskus. Die Feier im Petersdom wurde zu einer historischen Stunde: Zum ersten Mal seit seinem Amtsverzicht am 28. Februar 2013 zeigte sich Papst em. Benedikt XVI. einer breiteren Öffentlichkeit. Es war das erste Mal in der Kirchengeschichte überhaupt, dass zwei Päpste einer Kardinalserhebung beiwohnten. Anschließend feierte Kardinal Müller das freudige Ereignis mit einem original bayerischen Volksfest im Innenhof des Heiligen Offiziums, das vom traditionsreichen Bischofshof in Regensburg ausgerichtet worden war. Prominenteste Gäste der Feier neben diversen Kardinälen und Bischöfen: Fürstin Gloria von Thurn & Taxis, der Schriftsteller Martin Mosebach und die Bischöfe Walter Mixa und Tebartz van Elst. Es war zudem der letzte "ad limina"-Besuch von Joachim Kardinal Meisner als Erzbischof von Köln.   (Fotos: Jessica Krämer)

 

Konzert für Prälat Dr. Georg Ratzinger im Vatikan



v.l.n.r.: Michael Hesemann, Sabine Beschmann ("Deutschland pro Papa"), Wolfgang Noeth, Erzbischof Dr. Gerhard Ludwig Müller, Prälat Dr. Georg Ratzinger, S.H., Papst em. Benedikt XVI., Lauren Green, Baptiste Pawlik, Wolfgang Kraus. 

Vatikan, 15.1.2014: „Manchmal fließt halt die Erft in den Tiber“, kommentierte Michael Hesemann seine jüngste Aktivität im Kirchenstaat. Denn der Neusser Historiker und Autor gehörte nicht nur zu den wenigen, die auch nach dessen spektakulärem Amtsverzicht vor elf Monaten in Kontakt mit Benedikt XVI. blieben. Er organisierte auch das offizielle Konzert zum 90. Geburtstag des Papstbruders Prälat Georg Ratzinger – das zum dritten öffentlichen Auftritt des emeritierten Papstes wurde.

„Die Idee dazu wurde vor einem Jahr geboren“, erklärte Hesemann. Gleich nach dem Papstrücktritt organisierte die Initiative „Deutschland pro Papa“, zu deren Gründungsmitgliedern der Neusser gehört, in Regensburg ein Abschiedskonzert „Danke, Papst Benedikt“ mit namhaften Künstlern. „Das gefiel beiden, dem Papstbruder und dem emeritierten Papst, so gut, dass wir beschlossen, es bei Gelegenheit im Vatikan zu wiederholen. Und der schönste Anlass, den wir uns vorstellen konnten, war der 90. Geburtstag Georg Ratzingers, der immer schon der musikalischere der beiden Ratzinger-Brüdern war.“

Während Joseph Ratzinger sich schon früh als Theologe profilierte, sah sein drei Jahre älterer Bruder Georg, der am gleichen Tag wie er zum Priester geweiht worden war, seine Berufung in der Kirchenmusik. Schließlich leitete er dreißig Jahre lang die „Regensburger Domspatzen“ – und formte aus dem Knabenchor der Bischofsstadt eine Institution von Weltrang, gefeiert auf Tourneen durch die USA, Kanada und Japan. Mit der  „Missa Anno Santo“ profilierte er sich auch als Komponist sakraler Musik. „Es gab eine Zeit, als Joseph Ratzinger als ‚der kleine Bruder des berühmten Domkapellmeisters‘ bekannt war“, meinte Hesemann. Erst 2005 trat er als „Bruder des Papstes“ endgültig in den Schatten des Jüngeren. Seitdem reist er viermal jährlich nach Rom; natürlich, um bei seinem Bruder zu sein, aber auch, um mit ihm die vielen großen Konzerte zu erleben, die in seinem Pontifikat regelmäßig im Vatikan aufgeführt wurden. Doch solche öffentlichen Auftritte waren Benedikt XVI., der sich mit seinem Rücktritt offiziell auch von der Welt zurückgezogen hat, nicht mehr möglich.

Das brachte Hesemann, einen langjährigen Vertrauten des Papstbruders, auf die Idee für ein ungewöhnliches Geburtstagsgeschenk, für das er bald auch Papst Benedikt begeistern konnte. Zusammen mit Papstsekretär Erzbischof Dr. Georg Gänswein wurden die notwendigen Vorkehrungen getroffen, Künstler wie der Düsseldorfer Star-Violinist Baptiste Pawlik, der Salzburger Tenor Wolfgang Nöth und die amerikanische Konzertpianistin Lauren Green verpflichtet. Radio Vatikan, in dessen Räumlichkeiten das Konzert stattfand, sollte das Privatkonzert weltweit übertragen.

Es war erst der dritte öffentliche Auftritt Benedikts XVI. seit seinem spektakulären Amtsverzicht im Februar 2013. „Der Papst machte einen entspannten und erholten Eindruck“, erklärte Hesemann nach dem Konzert, „er trug wie früher auch seine weiße Soutane und den weißen Pileolus, jetzt aber braune, keine roten Schuhe. Er betrat vor seinem Bruder den Konzertsaal, überließ ihm  die Ehre, als Letzter und unter tosendem Applaus einzutreten.“ Aufmerksam verfolgte Benedikt XVI. Hesemanns Ansprache, eine humorvolle Würdigung des Papstbruders:

„Musik ist die Sprache der Engel“, erklärte der Neusser, „und Ihr halbes Leben lang haben Sie versucht, den Regensburger Domspatzen so reine und klare Klänge zu entlocken, wie die Engel sie singen, um etwas von der himmlischen Herrlichkeit hier auf Erden spürbar werden zu lassen. Indem sie also aus Bengeln Engel werden ließen (zumindest solange diese auf der Bühne standen), wurden Sie zum Missionar dieses himmlischen Glorias in der Welt. Dafür möchten wir Ihnen danken.“

Die darauffolgende einstündige Darbietung der drei Solisten war eine Mischung aus geistlicher und klassischer Musik von Mozarts „Ave verum“ und Bachs „Jesu bleibet meine Freude“ bis zu Schuberts „An die Musik“ und der Arie des Tamino aus Mozarts „Zauberflöte“. Am Ende spielten die Musiker das liebste Weihnachtslied der Ratzinger-Brüder: „Es ist ein Ros entsprungen“.

 „Nach dem Konzert stand der Papst auf, um jedem der Künstler persönlich zu danken“, berichtete Hesemann, „eine halbe Stunde verbrachte er mit seinen 50 geladenen Gästen, bevor er zu Erzbischof Gänswein meinte: ‚Packen wir’s!‘ - und sich, gefolgt von seinem Bruder, wieder in sein Kloster „Mater Ecclesiae“ in den vatikanischen Gärten zurückzog. Für uns aber war es ein unvergessliches Ereignis und eine unglaubliche Ehre“.

 

Erneute Begegnung mit Papst Tawadros

"Nach einem schönen Abendessen mit Papst Tawadros, Anba Bishoy (den ich 2012 für mein Buch interviewt hatte; ein schönes Wiedersehen!) und Bischof Damian, der den Papstbesuch an der Weser exzellent organisiert hat. Ein würdiger Festakt zum 20. "Geburtstag" des Koptischen Klosters, der auch gezeigt hat, wie viele Freunde dieser wunderbare Bischof hat. Kein Wunder: Er ist ein herzensguter Mann, der ganz aus seinem Glauben lebt und vor keinen noch so widrigen Umständen kapituliert!"

Vom 17.-25. Dezember besuchte der koptische Papst Tawadros II. die Bundesrepublik. Michael Hesemann ("Jesus in Ägypten"), der sich seit Jahren für den ökumenischen Dialog mit der ägyptischen Kirche einsetzt, nutzte die Gelegenheit für Gespräche und Begegnungen. Hier sein Bericht:
 

„Ich bete täglich für Franziskus“
Der koptische Papst Tawadros II beendet seine Deutschlandreise
Von Michael Hesemann

„Wir alle glauben an drei Dinge: 1. Jesus Christus ist unser Erlöser. 2. Wir haben eine Bibel. 3. Wir alle streben das himmlische Reich an. Es gibt dogmatische Unterschiede, aber was uns vereint, ist mehr als das, was uns unterscheidet." – ein klares Bekenntnis zur Ökumene stand im Zentrum der sechstätigen Deutschlandreise des koptischen Papstes Tawadros II., die am Mittwoch in Frankfurt begann und am Dienstag in Berlin enden wird.

Gerade einmal ein Jahr ist der 118. „Patriarch von Alexandria und ganz Afrika“ auf dem Thron des hl. Evangelisten Markus im Amt, doch bereits zum dritten Mal kam er in diesen Tagen nach Europa. Seine erste Reise führte ihn Anfang Mai nach Italien und in den Vatikan, wo er mit Papst Franziskus zusammentraf. Ende Mai kam er auf Einladung von Christoph Kardinal Schönborn nach Österreich, wurde in Wien geehrt. Und jetzt also, kurz vor Weihnachten, stattete er nach einem kurzen Abstecher nach Österreich und in die Schweiz erstmals Deutschland einen Besuch ab, wo mittlerweile über 10.000 Kopten leben; zwei Drittel davon sind vor den Unruhen und Ausschreitungen gegen Christen in ihrer Heimat geflüchtet.
Schon im Mai hatte Papst Tawadros – den Titel trugen seine Amtsvorgänger bereits ein Jahrhundert vor den Bischöfen von Rom – sich der Situation in Deutschland angenommen und eine zweite koptische Diözese geschaffen. Damit sollte der bisherige Generalbischof der Kopten, Anba Damian, entlastet werden. Sein Kloster in Höxter-Brenkhausen galt bislang als erste Anlaufstelle für die Flüchtlinge, aber auch für Politiker, die sich ein Bild von der Lage machen wollten. Jetzt hat auch das zweite koptische Kloster in Kröffelbach bei Wetzlar einen Bischof, Anba Mikhail, der Damian einen Teil der seelsorgerischen Arbeit im süddeutschen Raum abnehmen kann.

So standen Kröffelbach und Höxter auch im Mittelpunkt der aktuellen Pastoralreise Tawadros II.; Frankfurt und Berlin wurden zudem als repräsentative Großstadtpfarreien aus den rund zwanzig deutschen Kopten-Gemeinden ausgewählt, und auch ein Besuch bei den syrischen Glaubens- und Leidensbrüdern im Kloster Warburg stand auf dem dichtgedrängten Reiseplan des Kopten-Papstes.

Doch neben der Pastoral hatte die Reise einen zweiten Schwerpunkt, den ökumenischen Dialog. Keine Station auf der Papstreise, an der es nicht zu intensiven Begegnungen mit Vertretern der katholischen Kirche, der evangelischen Landesverbände und kirchlicher Initiativen kam. Dabei erwies sich der neue Koptenpapst, dem bereits vor seiner „Zufallswahl“ im November 2012 diplomatisches Geschick und spirituelle Tiefe nachgesagt wurden, als Glücksgriff des Himmels für seine Kirche. „Des Himmels“, denn koptische Päpste werden nicht durch ein Konklave gewählt. Jeder Kopte kann einen Mönch, den er für geeignet hält, für das Amt vorschlagen, ein Wahlkomitee nimmt Kommentare zu den Nominierten entgegen, prüft sie auf „Herz und Nieren“. Nach monatelangen Beratungen bleiben drei Favoriten, deren Namen auf Lose geschrieben werden. Ein Kind mit verbundenen Augen zieht dann das Los mit dem „Kandidaten Gottes“, denn man vertraut mehr auf die Vorsehung als auf menschliches Urteilsvermögen. Die Wahl dieses Mannes scheint das Verfahren, das sein Vorbild in der Apostelgeschichte hat, endgültig zu bestätigen.

Schließlich hat Tawadros II. alles, was man einem Patriarchen wünschen könnte: beeindruckendes Charisma, eine stattliche Erscheinung und ein großes Herz - natürliche Liebenswürdigkeit und heiligmäßige Demut. Man kann diesem Mann nicht begegnen, ohne ihn zu mögen und zu achten. So ist er gewiss der beste Repräsentant seiner so schwer leidenden Kirche.

An die hundert Kirchen brannten fanatische Anhänger der Moslembruderschaft nieder, seit das ägyptische Volk sich in einer historisch einmaligen Großdemonstration von über 30 Millionen Menschen auf den Straßen des islamistischen Diktators Muhammad Mursi entledigt hat.  Er war ein Jahr zuvor gewählt worden, weil er damals das Gegenteil von dem versprochen hatte, was er schließlich in die Tat umsetzte – nämlich Mäßigung statt Fanatismus. Als Mursi Befehl gab, die friedlichen Demonstrationen zu zerschlagen, rebellierte das Militär, stellte sich auf die Seite des Volkes und verhinderte einen Bürgerkrieg. Die ranghöchsten Geistlichen der beiden in Ägypten vertretenen Religionsgemeinschaften, der gemäßigte Großscheich der muslimischen al-Azhar-Universität und der koptische Papst, bekundeten ihre Unterstützung für den demokratischen Wiederaufbau des Landes unter dem Schutz des Militärs. Die Rache der fanatischen Mursi-Anhänger aber traf in den folgenden Wochen nur die Christen, die Opfer einer Welle von Gewalt wurden. „Aber Kirchen kann man wieder aufbauen“, erwiderte Papst Tawadros, nach dem Terror in Ägypten gefragt, mit fast stoischer Ruhe: „Was sie nicht zerstören können, das ist unser Glaube.“
Tatsächlich definieren sich die Kopten seit jeher als „Kirche der Märtyrer“: Selbst ihren Kalender beginnen sie nicht mit der Geburt Christi, sondern der Machtergreifung des Christenverfolgers Diokletian im Jahre 284. So wurde ein Großteil ihrer Geschichte mit Blut geschrieben. Oder, mit den Worten Tawadros II.: "Wo immer die Kopten leben, sie sind immer Zeugen für Jesus Christus. Die Krönung dieses Zeugnisses ist die sakramentale Weihe mit Chrisam - oder die Weihe mit Blut, das Martyrium."
 
Tawadros II.: „Ich hoffe auf den Tag, an dem sich Kirchturm und Minarett umarmen können, weil alle Ägypter begreifen, dass sie Brüder und Schwestern sind, Erben der Pharaonen. Auf diesem gemeinsamen Erbe können wir unsere  Zukunft aufbauen.“ Bis dahin vertraut er „auf die Gnade Gottes, die unseren Dienst begleitet, auch und gerade unter den derzeitigen Umständen in unserem Heimatland. Das erste Ziel muss die Bewahrung des Friedens sein. Schließlich leiden Christen und Muslime gemeinsam unter den Zerstörungen der Gewalttäter.“
 
So war er weder nach Deutschland gekommen, um Mitleid für die Opfer der Terrorwelle einzufordern, noch um für die Aufnahme koptischer Flüchtlinge zu werben, im Gegenteil: er weiß genau, dass jeder Flüchtlingsstrom die Lage der Christen in ihrer Heimat schwächt, letztendlich zum Aussterben des orientalischen Christentums beiträgt. Um Solidarität bittet er, aber auf ganz andere Weise. Etwa indem er auch die Deutschen einlädt, ihre Urlaube wieder in Ägypten zu verbringen, wo es längst wieder sicher ist. Denn nur wenn dem Land ein Ausweg aus der Armut gezeigt wird, kann die Radikalisierung aufgehalten werden. Die Regierung bittet er, statt allgemeiner Entwicklungshilfe für sein Land, um Engagement in einzelne Projekte, vor allem aber in Bildung und Wissenschaft. Die Ägypter müssten wieder entdecken, was doch einst ihre große Stärke war, sie zur ersten großen Zivilisation der Geschichte werden ließ. So spricht durchaus Patriotismus aus Tawadros, dessen Kirche ihre nationale Identität nie verleumdet hat. Schließlich ist „Kopte“ von dem arabischen Wort al-qubt abgeleitet, was nichts anderes bedeutet als: Ägypter.

Wer nach Ägypten käme, so Tawadros, begegne drei Pyramiden; womit er nicht etwa die Pharaonengräber von Gizeh meint, sondern den Beitrag seiner Heimat zur Entwicklung des Christentums: Die alexandrinische Theologie, aus der so große Kirchenlehrer wie Athanasius und Kyrill hervorgingen, das Mönchtum, das am Nil geboren wurde und die Märtyrer, von denen es nirgendwo so viele gab wie in Ägypten. Tatsächlich wurde etwa der Kanon des Neuen Testamentes, den wir noch heute kennen, von einem Amtsvorgänger Tawadros, nämlich dem heiligen Athanasius, in seinem Osterbrief aus dem Jahre 367 definiert. Selbst die Märtyrer, deren Gräber in den großen Kirchen am Rhein – Bonn, Köln, Xanten, um nur drei zu nennen – verehrt werden, waren Ägypter; Mitglieder der Thebäischen Legion, die der Christenverfolgung des Diokletian zum Opfer fielen. Und das Mönchtum kam nach Europa, als eben jener alexandrinische Patriarch Athanasius nach Trier verbannt wurde, wo er die Vita Antonii, das Leben des „Mönchsvaters“ Antonius, niederschrieb. Sie beeinflusste den heiligen Augustinus ebenso wie Benedikt von Nursia.

So schloss sich ein Kreislauf, als Bischof Damian vor 20 Jahren für  eine symbolische Mark vom Land Nordrhein-Westfalen die Klosterruine Brenkhausen erwarb – und in den nächsten beiden Jahrzehnten zum neuen Zentrum koptischen Mönchtums ausbaute. „Das monastische Leben ist die christliche Lebensweise in Reinform“, ist der Mönchs-Papst Tawadros überzeugt, der vor seiner Berufung Direktor eines pharmazeutischen Unternehmens war, „es orientiert sich am Leben der Heiligen. Es ist praktizierter Glaube. Jedem Christen tut es gut, sich gerade in dieser hektischen Zeit einmal in ein Kloster zurückzuziehen, selbst wenn es nur für einen Tag ist, denn es ist immer eine Oase des Friedens und eine Kraftquelle für das geistliche Leben. Auch für mich ist es die schönste Zeit, wenn ich für ein paar Tage in mein Kloster zurückkehren kann.“ Eine koptische Präsenz ohne die Nähe von Klöstern wäre dagegen praktisch undenkbar: „Wir sind und bleiben auch eine Kirche der Mönche!“

Das Jubiläum von Brenkhausen und die Weihe der neuen Klosterkapelle waren dann auch der eigentliche Anlass für den Papstbesuch in Deutschland, der ziemlich kurzfristig angekündigt worden war. Schließlich zeigte sich am vierten Adventssonntag in einer großen ökumenischen Feierstunde vor allem, wie gut vernetzt und allseits respektiert der koptische Bischof hierzulande ist. Selbst der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder ließ es sich nicht nehmen, aus Berlin an die Weser zu kommen, um in einer flammenden Rede zur Solidarität mit den verfolgten Christen in Ägypten und Syrien aufzurufen. Danach ergriff sein Parteifreund, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments, Elmar Brok,(CDU) das Wort. Die Deutsche Bischofskonferenz war durch den Magdeburger Bischof Dr. Gerhard Feige, der in einer bewegenden Ansprache das ökumenische Engagement des koptischen Papstes würdigte, und den Paderborner Weihbischof Hubert Berenbrinker vertreten.


Michael Hesemann und Prof. Dr. Thomas Schirrmacher von der Evangelischen Allianz beim ökumenischen Dialog mit Papst Tawadros II.

Dabei zeigte sich, dass „ökumenischer Dialog“ auch gegenseitiges voneinander Lernen bedeuten kann, dass die koptische Kirche durchaus dem säkularisierten Europa etwas anzubieten hat. „Wir zeigen Euch, wie die ersten Christen, die Urchristen gelebt haben“, meinte Tawadros II., „Wir sind eine alte und ursprüngliche Kirche, die stets frei von Einflüssen durch Macht und Politik geblieben ist. Wir stellen diese Lehren nicht nur dar, bei uns werden sie vor allem authentisch gelebt. Ich würde mir wünschen, dass sich die Wärme, die Spiritualität und der Glaube, die in unserer Kirche herrschen, auf alle Kirchen verschiedener Konfessionen übertragen werden."

Positiv wertet der Papst von Alexandria die Reformbestrebungen seines römischen „Amtsbruders“, den er über alle Maßen schätzt: "Der Heilige Vater ist ganz erfüllt von Gottes Geist“, erklärte er auf der Pressekonferenz in Kröffelbach, „Alles, was wir besprochen haben, persönlich, beim Essen, oder bei der Begegnung unserer Kommissionen in geistlichen Fragen, gibt Anlass zu großer Hoffnung: Berechtigter, großer Hoffnung, dass die Einheit unserer Kirchen eines Tages möglich wird. Bis es soweit ist, bis dahin praktizieren wir Einheit in der Liebe. Wir, der Heilige Vater und ich, haben uns gegenseitig ein Versprechen gegeben: Wir beten füreinander in jeder Nacht. Ich habe dieses Versprechen bis heute gehalten. Ich verfolgte seine Aktivitäten und ich fühle, dass Gottes Geist ihn bewegt und durch ihn wirkt. Er ist ein heiliger Mann."
 

Buchvorstellung über Papst Franziskus in Vallendar

HINTERGRÜNDE ERHELLT, FALSCHMELDUNGEN AUSGERÄUMT
DER JOURNALIST UND HISTORIKER MICHAEL HESEMANN NAHM 90 ZUHÖRER IN SEINEN BANN


Vallendar. Bei seiner Buchvorstellung in Vallendar in der Buchhandlung Schönstatt-Verlag fesselte Michael Hesemann die über 90 Zuhörer. Sorgfältige Recherche, Insiderwissen und erhellenden Querverbindungen ließen den Abend in Flug vergehen.
In freier Rede ließ er die Hörer Anteil haben an seinen Forschungen zur Biografie und Persönlichkeit des neuen Papstes Franziskus. Dabei konnte er aus seinem reichen Erfahrungsschatz und langjähriger hervorragender Vernetzung in Vatikankreisen zahlreiche Brücken zu den beiden Vorgängern, besonders dem emeritierten Papst Benedikt XVI., schlagen.
Warum Franziskus manches anders tut als bisher und welche Ziele er verfolgt, wurden deutlich.
Die Besucher dankten mit gespannter Aufmerksamkeit und begeisterten Echos im Anschluss an die Präsentation und Fragerunde. Durch seine Studien in Argentinien und durch Gespräche mit der Schwester des Papstes sowie mehreren Vertrauten konnte Michael Hesemann Hintergründe erhellen und Falschmeldungen ausräumen. Warum lehnt der Papst die roten Schuhe ab?
Für Europäer ist das Königtum eine Erinnerung an ruhmvolle alte Zeiten, in Lateinamerika erinnern solche alte Herrschaftszeichen an die Eroberer und ihre menschen- und glaubensverachtende Unterdrückung der einheimischen Unterschichten. Deren einzige Rettung waren zumeist die Orden, wie z.B. die Jesuiten, die den Eingeborenen, und damit potenziellen Sklaven, durch den Glauben auch den Status eines Christen und damit den Schutz vor der Versklavung brachten.
Und während in Europa die Kirche eher in den höheren Schichten verankert war, sind es in Südamerika eher die einfachen Leute mit ihrer großen Volksfrömmigkeit, die die Kirche tragen. Diese Volksfrömmigkeit und konkrete Glaubenslebendigkeit im Alltag ist es auch, die Papst Franziskus vor allem mit seiner Option für die „Kirche der Armen“ meint, weniger eine politische oder soziale Dimension. Das Empfinden eines froh machenden Kirchenerlebnisses und die sehr persönlich vom Autor signierten Exemplare des Buches „Papst Franziskus“ werden noch lange an diese Veranstaltung erinnern. Auch Michael Hesemann wird wieder einmal Vallendar-Schönstatt besuchen.
http://www.blick-aktuell.de/Nachrichten/Hintergruende-erhelltFalschmeldungen-ausgeraeumt-47830.html#bewertung

 

Montagsgespräch: "Pius XII. wollte die Nazis stoppen."



Die Fragestellung ist nicht neu: Hätte Papst Pius XII. in seiner Rolle als kirchliches Oberhaupt den Wahnsinn des nationalsozialistischen Regimes stoppen können, indem er Krieg und Judenverfolgung öffentlich verurteilte? Oder war er gar ein Geistlicher, der durch Untätigkeit glänzte? Eindeutige Antworten auf Fragen der Zeitgeschichte gab Journalist, Schriftsteller und Vatikankenner Michael Hesemann im Rahmen der Herzogenrather Montagsgespräche in der Pfarrgemeinde St. Gertrud.

Dazu tauchte er tief in Quellen und Darstellungen ein, ließ nur wenige Facetten aus, um dennoch ein komplettes Bild des Papstes, der eigentlich Eugenio Pacelli hieß, zu zeichnen. So enthüllte Hesemann durch intensive Quellenarbeit, dass Pius XII. fälschlicherweise als jemand dargestellt wurde, der sich dem Judentum gegenüber abfällig verhielt und äußerte.

Vielmehr war dies Schuld des Übersetzers, der mit einer laut Hesemann „verzerrenden Übersetzung“ Stimmung machte. „Jeder Student, der eine derartige Übertragung in seinem ersten Semester abliefert, würde von seinem Professor sofort aus dem Seminar geworfen“, betonte der Referent.


Im Gegensatz zu diesen diffamierenden Darstellungen zeigte Hesemann auf, dass Pacelli nicht nur einen jüdischen Schulfreund hatte, sondern auch einer Familie zur Flucht nach Palästina verholfen habe. „Auch als in Deutschland Adolf Hitler an die Macht kam, hat Pacelli sofort an seinen Nuntius in Berlin und München Briefe geschrieben, ob erfolgreiche Interventionen gegen den Antisemitismus möglich seien.“

Deutliche Worte

Persönlich fand der spätere Papst schon 1924 deutliche Worte gegenüber dem fanatischen Machthaber. „Er hielt den Nationalsozialismus für die gefährlichste Irrlehre unserer Zeit“, belegte der Vortragende. Hitler selbst hielt er für völlig von sich besessen, als jemanden, der über Leichen gehe und alles niedertrete, was ihm im Weg stehe.

Ein ums andere Mal habe der Papst alles, was in seiner Macht stand, versucht, um die Nazis zu stoppen und etwas gegen ihre Ideologien und ihr Handeln zu tun. Den manchmal vorgetragenen Vorwurf, Pius XII. habe nicht auf den Holocaust reagiert, konnte Hesemann, der regelmäßig in den Archiven des Vatikans arbeiten darf, ebenfalls entkräften.

„Ich sah ihn weinen wie ein Kind und beten wie einen Heiligen“, wird Pius in einem Brief beschrieben, als er von den Gräueltaten des Naziregimes erfuhr. „Dennoch hat er nicht offen protestiert, denn er hatte Angst, dass den Juden noch mehr Leid widerfährt“, schloss er. „Wie man ihn heute Hitlers Papst nennen kann, ist mir ein Rätsel.“


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Papstaudienz am 23. Oktober - Papst Franziskus erhält "Papst Franziskus" und andere Bücher

Bei der Audienz am 23. Oktober 2013 übergebe ich Papst Franziskus einige meiner Werke

Vatikan, 23.10.2013: Ich besuche seit 15 Jahren regelmäßig Papstaudienzen, doch ich habe noch nie solche Menschenmassen an einem Mittwoch morgen gesehen, nicht einmal bei Johannes Paul II. im "Heiligen" Jahr 2000. Gewöhnlich kamen 30-50.000, wenn die Audienz auf dem Petersplatz war, jetzt sind es um die 100.000. Dieser Papst ist ein Phänomen, ein Menschen-Magnet, ein echter Volkspapst. 

Man befürchtet in Vatikankreisen, auch im Winter die Audienzhalle Pauls VI. (Sala Nervi) nicht mehr nutzen zu können, weil sie zu klein geworden ist. Es war auch die längste Audienz meines Lebens, sie dauerte fast vier Stunden - um 10.00 erschien das Papamobil auf dem Platz, erst um 1.45 fuhr der Heilige Vater zurück. Dabei hatte ich den Eindruck, er hätte am liebsten jeden der 100.000 Pilger auf dem Platz einzeln begrüßt. Es herrschte Volksfeststimmung, eine Band spielte Samba und den italienischen National-Schlager "Azzuro", viele sangen mit. Der Papst fühlte sich sichtlich wohl, "wie in seinem Element", unter den vielen Menschen, stoppte mehrfach das Papamobil bei der Rundfahrt, um auszusteigen und Kinder oder Behinderte zu umarmen. Er fuhr sogar ganz hinaus, bis auf die Piazza Pio XII., die eigentlich außerhalb des Vatikangebietes auf italienischem Territorium liegt, um auch den Menschen, die dort standen, nahe zu sein. Seine Forderung, die Kirche solle an die Peripherie gehen, nahm er also wörtlich. Für seine Sicherheitsleute ist das natürlich ein Alptraum. "Sie haben jetzt wohl doppelt so viel Arbeit?", fragte ich den Vizekommandanten der Schweizergarde beim Abendessen. Er lachte verschmitzt. "Doppelt? Nein, noch viel mehr!"

Seine Katechese sprach direkt die Menschen an, die auf seine rhetorischen Fragen spontan antworteten und applaudierten. Schließlich, ganz zum Schluß und bereits gegen 12.30, passierte er dynamischen Schrittes und geradezu kraftstrotzend ein farbenprächtiges Spalier von Fahnenschwenkern und kam zu uns in der prima fila. Er wirkte gelöst, glücklich, in sich ruhend, energiegeladen und herzlich. Zunächst hatten meine Verlobte Yuliya und unsere Freunde Gary und Meredith Krupp von der "Pave the Way-Foundation", die sich für den Dialog zwischen Juden und Christen einsetzen, das Wort. Dann stellte ich mich vor, erzählte, dass ich in Argentinien seine Schwester, seinen früheren Sekretär und seinen besten Freund, Rabbi Skorka, für mein Buch "Papst Franziskus" interviewt hatte, er hörte aufmerksam zu, bedankte sich herzlich. Mein zweites Anliegen betraf die koptische Flüchtlingsgemeinde in Boston, Massachusetts, die mich um ihre Hilfe gebeten hatte und dringend eine neue Kirche braucht. Dort steht die katholische St. James-Kirche zum Verkauf, doch die Erzdiözese Boston will sie lieber an die Stadt verkaufen, die sie abreißen lassen und dort einen Vergnügungspark mit Schwimmbad bauen will, als sie an die Kopten zu verkaufen - und das gegen den Wunsch der katholischen Pfarrkinder, die gerne ihre Kirche erhalten möchten und bereits an Rom appelliert haben. Er hörte aufmerksam zu, nahm einen Brief der Kopten an sich, bedankt sich für mein Buch "Jesus in Ägypten". Dann gab ich ihm die spanische Ausgabe von "Mein Bruder, der Papst", meinte "damit Sie Ihren Vorgänger noch besser kennen lernen", worüber er sich sichtlich freute. Dass ich noch mehr Bücher dabei hatte, erstaunte ihn augenscheinlich. Aber als marianischer Papst sollte er auch noch mein "Maria" bekommen und schließlich, weil gerade des 70. Jahrestages der Deportation der römischen Juden gedacht wurde, die von Pius XII. gestoppt worden war, mein Buch "Pius XII. - Der Papst, der Hitler trotzte". Ich wußte auch, dass er nachmittags eine Delegation des Simon Wiesenthal-Zentrums empfing, sodass das Thema "in der Luft" lag. Zudem war auch Pius XII. ein enorm bescheidener Papst der Nächstenliebe, der Caritas, der sich für Flüchtlinge einsetzte, es passte also. Ob er nun, mit so vielen Büchern beschenkt, doch in die Papstwohnung umziehen muss, ich weiß es nicht; seien zwei Zimmer im Domus S. Marthae sind jedenfalls zu klein, um dort auf Dauer eine Bibliothek einzurichten. Noch einmal bedankte sich Papst Franziskus. "Beten Sie für mich!", bat er uns alle, als ich ihm zum Abschied noch einmal den Ring küsste - und erstaunt war. Er trug nicht den traditionellen Fischerring, sondern einen schlichten, silbernen Kreuzring. Auch das passte zu ihm, dem Papst der Armen, der ein "Mann des Volkes" sein will, ein Hirte, der für seine Herde lebt.